Donnerstag, 29. Oktober 2009

Was ich erwarte - kommt manchmal DOCH über mich!

Hi 3,25 Denn was ich gefürchtet habe, das ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen. (Luther schrieb: Was ich SORGTE hat mich getroffen)
Mein letzer Artikel befasste sich mit Übertreibungen dieses Verses des Hiob. Man kann alles übertreiben, aber das muß nicht heißen, daß es nicht auch einen richtigen und Vernünftigen Weg gäbe mit diesen Wahrheiten und Erfahrungen umzugehen.
Natürlich ist Sorge und Furcht nichts Positives. Natürlich ist es gut und richtig, daß Wort Gottes zu bekennen und seine Glaubenserwartungen auszusprechen. Es ist auch vernünftig, nicht andauernd negative Erwartungen und Befürchtungen zu formulieren, wenn man es vermeiden kann.
Nicht alles an der Glaubensbewegung war schlecht (denn sie gründete sich ja auf biblische Wahrheiten) sondern die Übertreibungen und Extreme darin und vor allem die Nähe zum magischen Denken, die sich schnell einschleichen konnte.
Vor allen Dingen von Übel waren und sind Verhaltensweisen in Gruppen und Gemeinden, negatives Bekennen sofort zu rügen und die armen Leute zu belehren doch bitteschön Positiv zu reden, wodurch sich dann niemand mehr traut zuzugeben, daß es einem so richtig schlecht geht, daß man krank oder deprimiert ist. Das ist eine krankmachende Gruppendynamik.

Aber das Befürchtungen und negative Erwartungshaltungen ebenfalls krank machen können und positive Erwartungen die Gesundheit fördern ist sogar mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Der sogenannte "Placebo-Effekt" ist ja den Meisten hinreichend bekannt. Ich habe ihn selbst als Krankenpfleger manchmal ausgenutzt, wenn Leute zu oft Medikamente gegen Schmerzen oder zum Schlafen haben wollten, bei denen man den Verdacht hatte, daß sie zum Suchtverhalten neigen. Besonders bitter schmeckende Tropfen hatten eine sehr gute Wirkung gegen alles Mögliche. Ich sagte den Patienten dann noch dazu, daß diese Tropfen besonders "stark" wären und sie deshalb nicht zu oft eingenommen werden dürfen. Die Patienten waren meistens hochzufrieden mit den Placebos ;-)
Was aber neuerdings auch untersucht wurde ist der sogenannte "Nocebo-Effekt", der das Gegenteil vom Placebo-Effekt darstellt. Er beschreibt, wie sich negative Erwartungen mit einer signifikanten Wahrscheinlichkeit erfüllen können. Das kann bis zu heftigsten körperlichen Symptomen führen, wenn man Versuchspersonen "Nocebos" gibt und ihnen erklärt daß diese Pillen sehr häufig starke Nebenwirkungen hätten.
Bekannt ist vielen ja auch der Terminus "Selbsterfüllende Prophezeiung" der von der Soziologie genauer untersucht wurde.

Der Glaube an die guten Verheißungen des Wortes Gottes bringt auf jeden Fall mehr Positives zu Tage als der Glaube an die Kraft des Teufels, Negatives zu bewirken! ;-)
Wichtig ist nur, daß der Glaube echt und nicht irgendwie eingeredet oder eingebildet ist! Und das man wahrhaftig ist und auf dem Teppich bleibt.

Kommentare:

Bento hat gesagt…

puuh - da hast du ja nochmal die Kurve gekriegt... :-)

aus deinem vorigen Artikel sprach mir irgendwie zuviel Ironie (ja fast schon Bitterkeit) - sowas kann echt ungesund sein... :-D

Donralfo hat gesagt…

@Bento: Ich mag Ironie grundsätzlich gern. Mit ihrer Hilfe kann man Sachverhalte so schön lustig zuspitzen. Ich bin auch gern mal Selbstironisch. Ich denke das hat bei mir mehr mit Desillusionisierung zu tun, als mit Bitterkeit. Und Illusionen sind ja auch gar nicht gut, es sind Täuschungen und Irrtümer. Und ich bin auf der Suche nach Realität.

Bento hat gesagt…

Hi Ralle,
na klar, und du weißt ja, dass auch ich gerne mal zu diesem Stilmittel der Ironie greife, sie kann so schön entlarvend sein, und mildert dabei die Anklage dahinter.

Laß mich mal ganz offen sein:
Genau das ist der Punkt, der mir auf deim Blog in letzter Zeit öfter (erstmals mit Lakeland) aufgefallen ist - es kommt gelegtl. wie eine Abrechnung mit verschiedenen Phasen deines Werdegangs daher. Wenn wir aber einen anderen Ast auf unserem Lebensbaum erreichen, dann doch nur, weil wir die vorigen nutzten konnten. Ich denke es ist sehr wichtig, auf diese Äste mit Dankbarkeit und in Liebe zu schauen (besonders auch auf die Menschen, die darauf sitzen), denn sie gehören ja zur Schönheit des ganzen Baumes dazu.

uii - jetzt wird Bento auch noch poetisch... ;-)

Don Ralfo, ich schätze dich als Bruder und integeren Menschen, deine "Suche nach Realität" ist aber wohl eher eine Luftnummer, denn du hast sie doch längst gefunden - in Jesus!
Wenn uns im Rückblick etwas als Täuschung oder Illusion erscheint, dann verlieren wir aus den Augen, dass Jesus auch darin immer unsere Realität war!

Wem viel vergeben wurde, der liebt viel!
Und wer liebt, der macht sich schnell mal zum Affen... :-D

Selbstverständlich gibt es überall die schrägsten Sachen - wir werden aber keine Veränderung erleben, wenn wir den Irrtum eimerweise raustragen, sondern nur wenn Jesus selber durch uns in Realität hier aufschlagen kann.

Arise and shine, for your light HAS come!

Segen

Donralfo hat gesagt…

@Bento: Danke für Deine aufmunternden Worte. :-)