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Donnerstag, 9. Mai 2024

Jumping off the sun - oder: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?


Ich war fünfzehn Jahre alt und noch Nichtraucher als ich mit zwei Freunden den ersten LSD-Trip nahm. 

Wir hatten eine große Flasche Lambrusco im kleinen Zimmer von Horst aufgemacht, damit sich die Eltern nicht so wundern sollten, falls ihnen auffallen würde, daß wir uns merkwürdig benehmen sollten.

Und wir benahmen uns dann auch tatsächlich merkwürdig! Es war von Anfang an ein Lach-Trip und wir hörten viel angesagte Musik. Bei Colosseums "Jumping off the sun" überfiel mich eine fröhliche Leichtigkeit die mich ahnen ließ, warum der Legende nach etliche Freaks im LSD Rausch aus dem Fenster gesprungen sein sollten, weil sie dachten, daß sie fliegen könnten.

Sonntag, 16. April 2023

Wo kommen die Gedanken her?

Wo kommen die Gedanken her?
Bist du es wirklich selbst, der aktiv denkt, oder wirst du gedacht?
Versuch mal einen Moment lang nichts zu denken!
Wenn du Herr über deine Gedanken wärst, würde das ja völlig allein in deiner Entscheidung liegen.
Aber wenn du es versuchst wirst Du feststellen dass du nicht aufhören kannst zu denken.
Etwas denkt immer in dir. Also bist du nicht der uneingeschränkte Herr über deine Gedanken. Aber mitmischen kannst du ja schon.

Kommen die Gedanken nur aus deinem ständig tätigen Gehirn, oder ist dein Gehirn nur eine Art Radioempfänger der Gedanken von Gott, dem Teufel, oder sonst irgendwelchen geistigen Wesen auffängt?
Oder vielleicht beides zugleich?

Unter bestimmten Christen ( ich gehörte auch mal dazu) ist es ja geradezu Mode zu sagen: "Der Teufel bzw. der Verkläger der Brüder, hat mich mit negativen Gedanken angegriffen, bzw. negative Gedanken eingegeben!" 
Ich weiß nicht, ob du oder ich wirklich so wichtig sind, dass sich der Teufel ganz persönlich um uns kümmert! 😄
Und wenn man mal bedenkt dass der Teufel auch nur ein geschaffenes Wesen ist, dass nicht allgegenwärtig ist wie Gott, sondern die Erde durchstreift, wie wir es bei Hiob lesen können, dann hätte der Teufel eine ganze Menge zu tun um Milliarden von Menschen mit seinen negativen Gedanken zu quälen! Seine Diener in der geistigen Welt schon eher. 
Aber da gibt es ja auch noch die Engel Gottes! ( Von guten Mächten wunderbar geborgen)

Wo kommen die Gedanken also her? Eine spannende Frage für mich. Ich hätte jedenfalls gerne sehr oft andere, hellere, vernünftigere Gedanken! Ich hätte gerne mehr Kontrolle über meinen eigenen Gedankenapparat - vielleicht nur ein Wunschtraum.

Samstag, 31. Dezember 2022

Paul Watzlawick - Das vollkommene Gute

 “Wir müssen versuchen dem Nächsten zu helfen; das ist nämlich viel wichtiger und auch viel schwieriger als große utopische Pläne zu schaffen, wie wir die Welt von Grund auf verändern und ideal machen können."

Der Münchner Philosoph Robert Spaemann hat darauf in einem kürzlichen Essay verwiesen, dass diese Versuche das "summum bonum", also das vollkommene Gute auf Erden zu verwirklichen, unweigerlich in die Unmenschlichkeit führen.

Der deutsche Publizist Lübbe hat darauf verwiesen, dass, wer glaubt die Antwort, die endgültige Lösung zu haben - denken sie nur an das Wort Endlösung - sich früher oder später berechtigt fühlen wird Gewalt anzuwenden.
Selbstermächtigung zur Gewalt, -das ist Lübbes Ausdruck-, ist ein unvermeidbares Resultat dieses Denkens. Ich glaube wir müssen bescheiden sein. Wir müssen versuchen das gute im Kleinen zu tun.”

Zitat: Paul Watzlawick 1987 aus dem Vortrag: wenn die Lösung das Problem ist

Und aus diesem Grunde glaube ich daß es total verkehrt ist wenn Christen versuchen das "Reich Gottes" schon jetzt und hier mit politischen Mitteln auf der Erde durchzusetzen. Es endet in Unmenschlichkeit und Gewalt!

Wir sollten lieber warten bis Jesus wiederkommt und das tut. Denn alles Andere wäre ein Reich Gottes ohne Gott.
Und das wäre die Hölle auf Erden.

Dienstag, 7. Juli 2009

Leben lernen

Ich versuche es nun schon seit 55 Jahren.
Leben lernen.
Irgendwie habe ich nie richtig mitbekommen, wie das eigentlich wirklich geht:
Leben in Harmonie mit den Anderen, der Arbeit und Familie, der Ehefrau, der Gemeinde, den Nachbarn und dem Staat.
Und dann auch noch mit dem allerhöchsten Gott!
Irgendwie war ich immer überfordert von den vielen Beziehungen, die es zu bedienen gab und vergaß darüber oft - MICH SELBST!
Ach ja, da war ja noch was - man sollte ja auch noch neben all den anderen Dingen mit sich selbst im Reinen sein.
Zufrieden, selbstbewusst und zielgerichtet - jung, gutaussehend und dynamisch.
2004 auf dem Freakstock-Festival hatten viele junge Leute witzige und originelle T-shirts an und es gab viele Aufkleber-Sprüche auf den Autos. Ich liebe das!
Ein Spruch hatte es mir besonders angetan: "Machs wie Gott - werde Mensch!"
Und ich hatte seit Jahrzehnten versucht wie Gott zu sein - Jesus ähnlicher zu werden!
War da nicht noch was? Ein Ereignis im Paradies? "Ihr werdet sein wie Gott" sagte da jemand zum Menschen. Eine übele Verführung, oder letztlich Gottes Plan?

Jedenfalls halte ich mich seit längerer Zeit an diesen Aufkleberspruch: Machs wie Gott - werde Mensch. Irgendwie scheint mir dort eine Lösung für sehr viele Probleme zu liegen.
Ich werde auf jeden Fall erwachsener mit den Jahren - so richtig Erwachsen werde ich wohl jedoch niemals werden, scheint mir.
Ich finde das auch nicht schade, denn ich liebe das Kind in mir - immer noch. Wir sind ja die gleiche Person, oder? Das Kind von damals mit seinen Ängsten, Phantasien und dem gewaltigen Lebenshunger und der alte Steppenwolf von 55 Jahren, der ich jetzt bin.

Werde ich jemals auslernen? Wenn ich mir die Welt betrachte - mit allen Kriegen, Wirren, Hass und Terror, den endlosen politischen Diskussionen und wissenschaftlichen Debatten, psychischen Krankheiten und religiösen Verirrungen - beschleicht mich das Gefühl, daß ich vielleicht nur Einer von Milliarden bin, der am lernen ist wie man lebt. Das ich womöglich nur Einer von vielen bin, die noch auf dem Weg sind Mensch zu werden.

Wer von sich meint schon dort angekommen zu sein ist in der Regel wohl nur ein Blinder oder Heuchler.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Lyrische Prosa

Der Strom meiner Gedanken fließt und fließt und fließt. Unaufhörlich produziere ich Ideen und Gedanken der merkwürdigsten Art.
Manche komisch, manche skurril und manche fromm.
Gedanken der Liebe, Hoffnung, Kritik und der Ablehnung - aber kein Hass. Gedanken über den Sinn des Lebens und über andere Menschen, über Politik, Religion und Kunst. Und über mich selbst.
Doch denke ich wirklich selbst...oder werde ich nur gedacht?
Dazu eine gruselige kleine Geschichte aus meiner Tastatur >>>

Montag, 16. Februar 2009

Was hat der Mensch dem Tier voraus?


Wenn Tiere in Freiheit geboren werden, können sie kurz nach der Geburt laufen oder schwimmen.
Fliegen lernen dauert ein paar Wochen.
Tiere lernen in kurzer Zeit, sich ihre Nahrung selbst zu besorgen oder einen Unterschlupf zu finden oder zu bauen.
Sie sind von vornherein fit fürs Leben, machen sich keine Gedanken über Moral und Ethik und leben einfach.
Bei uns Menschen läuft alles ein wenig langsamer. Sehr viel langsamer!
Wir denken über den Sinn unseres Lebens nach, philosophieren über Schuld und Sühne und machen unseren Planeten kaputt. Wir können keinen Frieden untereinander halten und produzieren Waffen, die unsere Welt mehrfach zerstören können.
Wir kommen nicht mal mit unserer eigenen Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen klar.
Mühsam halten wir uns über Wasser.
Ich habe manchmal den Eindruck, daß ich seit über fünfzig Jahren am lernen bin, wer ich eigentlich bin und wie ich leben, denken und handeln soll.
Tatsächlich streiten sich die Menschen seit Jahrtausenden, wie man eigentlich denken und Handeln sollte und was die richtige Religion oder Weltanschauung ist.
Viele denken, wir sind dabei uns ständig weiter zu entwickeln und glauben bedingunslos an die Evolution.
Friedrich Nietzsche proklamierte vor über hundert Jahren gar einen "Übermenschen",
der im Begriffe sei, sich zu entwickeln. Aus Sicht Nietzsches ist es die Aufgabe des Menschen, einen Typus hervorzubringen, der höher entwickelt ist als er selbst. Diesen dem Menschen überlegenen Menschen nennt Nietzsche den Übermenschen, ein Begriff, welcher bei Nietzsche sowohl eine geistige als auch eine biologische Bedeutung hat.

Irgendwie scheinen sehr viele Menschen, wenn nicht sogar die überwiegende Mehrheit nicht zufrieden mit sich selbst und vor allem "den Anderen" zu sein.
Etwas scheint an unserem Leben zu fehlen.
Etwas scheint massiv in Unordnung zu sein.
Wir leben nicht in Einklang mit uns selbst, nicht mit anderen Menschen und schon gar nicht mit Gott. Wir leben nicht in Harmonie mit der ganzen Schöpfung, den Tieren, Pflanzen und der natürlichen Umgebung.
Tiere haben diese Probleme nicht. Was also haben wir ihnen voraus? Unseren Verstand, manuelles Geschick und die größere Sprachfähigkeit. Eigentlich müssten diese Fähigkeiten uns doch zu mehr Harmonie und Einklang miteinander und der Natur führen, oder?
Aber wir können offenbar nur sehr schwer nach den Erkenntnissen unserer Vernuft handeln.
Das, was wir den Tieren voraus haben ist uns oft genug zum Fluch geworden.

Das neue Testament berichtet uns von
einem Menschen, bei dem dieser merkwürdige Fluch und der Hang zum Destruktiven offenbar durchbrochen war.
Er wird "der zweite Mensch", oder der "neue Adam" genannt. Er ist der Beginn eines neuen Geschlechts - der einzig wahre "Übermensch". Gott und Mensch - in einem Körper vereint!
Der Mensch Jesus Christus. Er benennt den merkwürdigen Schaden den scheinbar alle Menschen haben mit dem Begriff "Sünde" und lädt ein zur Versöhnung mit Gott dem Vater.
Wir sollen uns nicht weiterentwickeln, sondern zu Gott
umkehren, der aus uns neue Menschen machen will - Menschen ähnlich wie Jesus.
Gott will ein neues Herz in uns einpflanzen, damit wir der Sünde nicht mehr gehorchen müssen und sie die Kraft über uns verliert.
Dieses neue Herz bekommen wir, wenn wir an den Sohn Gottes glauben und ihm unser ganzes Denken und Leben ausliefern.
Aber dieses neue Herz ist nur eine Art Anzahlung auf unser eigentliches Erbe, daß Gott für uns im Himmel aufbewahrt. Es ist so, als ob Gott uns wie eine kranke Pflanze aus unserem altem Blumentopf mit der verbrauchten und verschimmelten Erde herausgenommen und in gute Erde umgetopft hätte.
Nun haben wir wirklich die Chance zu wachsen und zu gedeihen. Und der Vater im Himmel sorgt für den richtigen Dünger und die Bewässerung.
Wir sind nun auf dem richtigen Weg, haben das Ziel aber noch lange nicht erreicht. Der neue Mensch ist in uns am wachsen, aber noch lange nicht ausgewachsen.
Jesus ist die einzige Heilung für diesen merkwürdigen Schaden der Sünde, den wir alle mit uns herumtragen. Lasst uns ihm von ganzem Herzen nachfolgen.

Bild: trompeloeil (Flickr.com)