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Donnerstag, 9. Mai 2024

Jumping off the sun - oder: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?


Ich war fünfzehn Jahre alt und noch Nichtraucher als ich mit zwei Freunden den ersten LSD-Trip nahm. 

Wir hatten eine große Flasche Lambrusco im kleinen Zimmer von Horst aufgemacht, damit sich die Eltern nicht so wundern sollten, falls ihnen auffallen würde, daß wir uns merkwürdig benehmen sollten.

Und wir benahmen uns dann auch tatsächlich merkwürdig! Es war von Anfang an ein Lach-Trip und wir hörten viel angesagte Musik. Bei Colosseums "Jumping off the sun" überfiel mich eine fröhliche Leichtigkeit die mich ahnen ließ, warum der Legende nach etliche Freaks im LSD Rausch aus dem Fenster gesprungen sein sollten, weil sie dachten, daß sie fliegen könnten.

Samstag, 20. April 2024

Lobpreis oder Klage?

Foto: mccartyv, Pixabay
Foto: mccartyv, Pixabay
Ich liebe Lobpreismusik und die Anbetung Gottes in der Gemeinschaft mit anderen Christen.

Man könnte sagen: Lobpreismusik war mein Lebensinhalt. Obwohl mit musikalischem Talent nur mäßig gesegnet und weit entfernt von Virtuosität an der Gitarre, liebte ich es allein in meiner Gebetszeit Lieder zu Gott hin zu singen und ihn darin anzubeten. 

So erlebte ich seine Nähe und etwas von der Kraft Gottes, die uns durch den wunderbaren heiligen Geist zufließt.

Ich wurde Lobpreisleiter im Hauskreis und in der Gemeinde und übte diesen Dienst viele Jahre lang aus. Später sogar 3 Jahre lang als "Hauptamtlicher", bezahlter Lobpreisleiter in einer "wilden" Bibelschule. 

Was nur wenige wussten: Ich hatte Zeit meines Lebens Probleme mit Depressionen. Und das schon als Kind.

Auf der Bühne war ich der Strahlemann und sobald ich sie betrat, fühlte ich mich auch von Gottes Geist getragen und erfüllt, so dass aller Stress, Traurigkeit oder Probleme so klein wurden daß sie mir völlig unerheblich vorkamen.

Lobpreis war mein Leben und ich ging auf in Liedern des Sieges, jubelns, dankens und glaubens. Niederlage, Krankheit, Tod und Klage kam nicht vor, denn "wir sind ja mehr als Überwinder". 

Freitag, 29. März 2024

Karfreitag

Was bedeutet Karfreitag?

Ich habe nicht die intelligenteste Theologie und das Wissen, um eine allgemeingültige Auslegung darzulegen.
Ich habe auch nicht die tiefste Offenbarung durch den heiligen Geist über den Kreuzestod Jesu Christi, um Christen zu belehren und zu erbauen. Ich kann nur etwas darüber sagen was das Kreuz heute für mich persönlich bedeutet!

Gott wurde Mensch. Ganz Mensch, mit allen Konsequenzen. Er wurde geliebt und gehasst, verehrt oder verflucht.
Er durchlebte himmlische Höhen und die tiefsten Tiefen der dunkelen Seelenqual. 
Jesus schmeckte in seiner Passion den schlimmsten Schmerz und die größtmögliche Einsamkeit die je ein Mensch durchmachen musste.
Er litt am Kreuz die völlige Verlassenheit von Gott, seinem geliebten Vater und Urquell allen Lebens. 
Und das alles tat er um mir und dir nahe zu sein. Und um uns einen Weg in seine Wirklichkeit hinein zu bahnen. 

Ich habe in meinem Leben viel Schmerz erlitten und viel Leid erfahren. Mich plagen chronische Krankheiten und der ständige Kampf einen Sinn in dem allen zu erkennen.

Ich fühlte mich von Gott verstoßen und verlassen, weil ich geglaubt hatte einem wahren Jünger von Jesus würden nur Gute Dinge passieren, er würde ständig Wunder und Heilungen erleben und mir würde es allezeit gut gehen. Ich würde Erfolg in allen meinen Bemühungen haben und stets vor allem Übel bewahrt werden!
Aber dieser Glaube an Wohlstand, Erfolg und Gesundheit erwies sich als katastrophaler Irrtum.

Durch Karfreitag keimte in mir der Glaube, dass Gott nicht in den Siegen der Erfolgreichen zu finden ist sondern dass er denen nahe ist, die mit zerbrochenem Herzen im Elend sitzen.
Genau an diesem Ort - in meiner Dunkelheit, in meinem tiefsten Leid ist Gott mir nahe!
Das kann ich neu erahnen und glauben. Das bedeutet Karfreitag heute für mich.
Gott ist mir ganz nahe im Schmerz, in meiner Scham und Schande. 
Jesus wurde am Kreuz wie ich - und dort beginnt die Verwandlung in ein neues Leben, einen neuen Sinn und eine neue Wirklichkeit! 

2Kor. 5,21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit wurden in ihm

Sonntag, 16. April 2023

Wo kommen die Gedanken her?

Wo kommen die Gedanken her?
Bist du es wirklich selbst, der aktiv denkt, oder wirst du gedacht?
Versuch mal einen Moment lang nichts zu denken!
Wenn du Herr über deine Gedanken wärst, würde das ja völlig allein in deiner Entscheidung liegen.
Aber wenn du es versuchst wirst Du feststellen dass du nicht aufhören kannst zu denken.
Etwas denkt immer in dir. Also bist du nicht der uneingeschränkte Herr über deine Gedanken. Aber mitmischen kannst du ja schon.

Kommen die Gedanken nur aus deinem ständig tätigen Gehirn, oder ist dein Gehirn nur eine Art Radioempfänger der Gedanken von Gott, dem Teufel, oder sonst irgendwelchen geistigen Wesen auffängt?
Oder vielleicht beides zugleich?

Unter bestimmten Christen ( ich gehörte auch mal dazu) ist es ja geradezu Mode zu sagen: "Der Teufel bzw. der Verkläger der Brüder, hat mich mit negativen Gedanken angegriffen, bzw. negative Gedanken eingegeben!" 
Ich weiß nicht, ob du oder ich wirklich so wichtig sind, dass sich der Teufel ganz persönlich um uns kümmert! 😄
Und wenn man mal bedenkt dass der Teufel auch nur ein geschaffenes Wesen ist, dass nicht allgegenwärtig ist wie Gott, sondern die Erde durchstreift, wie wir es bei Hiob lesen können, dann hätte der Teufel eine ganze Menge zu tun um Milliarden von Menschen mit seinen negativen Gedanken zu quälen! Seine Diener in der geistigen Welt schon eher. 
Aber da gibt es ja auch noch die Engel Gottes! ( Von guten Mächten wunderbar geborgen)

Wo kommen die Gedanken also her? Eine spannende Frage für mich. Ich hätte jedenfalls gerne sehr oft andere, hellere, vernünftigere Gedanken! Ich hätte gerne mehr Kontrolle über meinen eigenen Gedankenapparat - vielleicht nur ein Wunschtraum.

Donnerstag, 9. März 2023

Gedanken

Gedanken sind Mächte
Gute wie auch schlechte
Nimmst an du den Gedanken im Glauben 
Tust du der Macht darin erlauben 
Zu tun in dir was ihr gefällt - sei's böse oder gut 

Ein Gedanke gibt nicht bloß Informationen 
Die Kraft dahinter will in dir wohnen
Um zu tun was ihr gefällt - falls dein Wille sich nicht dagegen stellt 

Armes Ego, armer Wille - ganz allein gegen so viele
Wie ein Ruderboot im Sturm ankämpft gegen viele Wogen
Tut auch der Kampf in deinem Innern toben

Wohl dem der weiß vom allergrößten Herrn der Mächte 
Welcher ist vom himmlischen Geschlechte 

Was der sagt das hat Gewicht 
Daß dein Lebensboot muß kentern nicht
Er hält dich fest mit seiner Hand
Dein Lebensboot erreicht das sichre Land.







Donnerstag, 26. Januar 2023

Das Kloster

Ich war Zivi im Wohn-und Pflegeheim für Schwerst- Körperbehinderte im Annastift anno 1977.
Es gab ein Zimmer auf der Frauenstation mit vier Bewohnerinnen, die für mich beteten.
Ich war wirklich verloren und es ging mir oft sehr schlecht. Wenn ich die Bewohnerinnen dieses Zimmers pflegte, ging es mir immer nach kurzer Zeit besser - obwohl ich ihren Glauben nicht teilte.
Das Gebet der Mädels hat gewirkt...

 Nachdem ich durch viele Irrungen und Wirrungen zum Glauben an Jesus als meinen Erlöser und Herrn gefunden hatte gab es viel Freude in diesem Zimmer. Ich hatte sie manchmal zu christlichen Konferenzen nach Braunschweig gefahren, war aber trotz herzlicher Einladung nie selbst mit in die Veranstaltungen gekommen. 
"Geschäftsleute des vollen Evangeliums" die in einem feinen Hotel tagten?
"Das ist nichts für mich", pflegte ich zu sagen - "Da passe ich mit meinen langen Haaren und der abgewetzten Jeans nicht rein"!

Als ich nun Christ geworden war hatte ich mehr Mut bekommen mich in ungewohnten und früher vehement abgelehnten gesellschaftlichen Kreisen zu bewegen und kam selbst in die diversen Gottesdienste und Veranstaltungen mit hinein - ein Glücksfall für alle Seiten!

Montag, 16. Januar 2023

Der falsche Jesus

Einmal wollte sich der Teufel dem hl. Martin in dessen Anfechtungen als Halt anbieten und erschien ihm als König in majestätischer Pracht. Er sagte: Martin, ich danke dir für deine Treue! Du sollst erfahren, dass ich auch treu bin. Du sollst jetzt immer meine Nähe spüren. Du kannst dich an mir festhalten. 

Sankt Martin fragte: „Wer bist du denn eigentlich?“ „Ich bin Jesus, der Christus,“ antwortete der Teufel.

„Wo sind denn deine Wunden?“, fragte Martin zurück. „Ich komme aus der Herrlichkeit des Himmels, da gibt’s keine Wunden,“ 

Darauf Sankt Martin: „ Den Christus, der keine Wunden hat, den mag ich nicht sehen. An dem Christus, der nicht das Zeichen des Kreuzes trägt, kann ich mich nicht festhalten.“

Donnerstag, 10. Juni 2021

Vater Gott

Ich habe durchs Rentnerdasein plus Coronaeinschränkungen ja ne Menge Zeit und Ruhe gehabt.
Es kamen auch immer wieder Impulse zum "Stillesein vor Gott" und hören. Achtsam auf seine Stimme sein!

So bemerkte ich in der Stille, daß ich ungern "Vater" zu Gott sage. Lieber spreche ich ihn mit "Herr" oder "Herr Jesus" an. Selten sage ich: "Lieber heiliger Geist" oder "lieber Herr Jesus".
Ich fragte Gott: "Warum ist das so? Warum sage ich nicht so gerne "Vater" oder lieber Vater? Geschweige denn "Papa"..
Ziemlich schnell wurde mir klar: Weil ich grundsätzlich Angst vor Strafe habe! - Entgegen all meiner Bibelkenntnisse und Theologie.. 
Tief in mir drin, an den Wurzeln der Seele, erwarte ich für mein Fehlverhalten von Gott bestraft zu werden. 
So wie früher von meinem irdischen Papa mit dem Rohrstock, Missbilligung und Ablehnung. Ich erwarte, mit meinem ganzen Denken und Sein abgelehnt und ausgestoßen zu werden, wenn es zum Tag der Abrechnung kommt..

Sonntag, 6. Juni 2021

666 - Die Zahl des Tieres

Wir hörten das Album "666" von Aphrodite's Child des öfteren ziemlich stark bekifft. Es war psychedelisch, geheimnisvoll und manchmal sogar etwas gruselig. 

Einmal saß ich so mit meinen Freunden auf dem Sofa, die Arme rechts und links auf der Lehne und hörte die Worte aus der Apokalypse des Johannes über die Trompetengerichte und die Engel, die sie ansagten. dabei bildete sich immer stärker der visuelle Eindruck in mir, daß ich wie Jesus am Kreuz hing, ja daß ich mich veränderte und immer mehr glaubte, selber Jesus zu sein. Ich hatte von Drogenbenutzern gehört, die auf dem LSD-Trip auf dieser Psychose hängen geblieben wären und tatsächlich anschließend dabei blieben, wirklich Jesus zu sein. Einer wurde in der Drogenszene tatsächlich Jesus genannt!

Sonntag, 10. Mai 2020

Verschwörungstheorien, Mythen oder Wahrheit?


2.Timotheus 3,3-4
Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben;
und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.
(Studienbibel Schlachter 2000).

Warum werden diese Art von Christen so angesprochen von Legenden und Mythen?
Legenden sind ja Erzählungen mit einem wahren Kern, um den dann eine erfundene Geschichte gesponnen wird - es werden Vermutungen angestellt, wie es wirklich gewesen sein könnte.
Der Stoff der gesponnen wird, nährt sich von Gerüchten, die man gehört oder gelesen hat, deren Wahrheitsgehalt man aber nur sehr schwer und mit viel Aufwand überprüfen kann!
  • “Nach ihren Lüsten beschaffen sie sich Lehrer“!
Da ist offenbar ein großer Mangel in ihrer Seele vorhanden, ein Mangel, den das Wort Gottes - die “gesunde Lehre“ nicht füllen kann. Ein ungesunder Mangel, der aus unserem “Fleisch“ kommt und nicht vom Geist der Wahrheit! Eine Lust am spekulieren, eine Lust am dunkelen Geheimnis, am Mythos.
Deshalb wenden sie sich von der Wahrheit ab und der Teufel gibt ihnen, was sie vermeintlich brauchen: Irrlehrer, die ihre verborgenen Sehnsüchte derart bedienen, daß ihnen die Ohren davon klingeln!
Wo bei der Masse ein Bedürfnis entsteht - da gibt es auch immer jemand, der die Marktlücke erkennt und sein Geschäft darauf aufbaut.
Das war schon zur Vorzeit so und so ist es auch heute.

Donnerstag, 30. April 2020

Vollmächtig beten

Jakobus 5,16-18
"Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.
Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir; und er betete inständig, dass es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor."

(Rev. Elberfelder Bibel)

Wir werden von Jakobus aufgefordert, einander die Sünden zu bekennen und füreinander zu beten.
Das “Füreinander beten“ habe ich sehr oft erlebt in meiner nun über 40jährigen Reise als Christ - das “einander die Sünden bekennen“ sehr selten!
Dabei hat gerade DAS die Verheißung der Heilung!

Kann es sein, daß gerade dadurch unser Gebet dermaßen kraftvoll werden kann, wie es die folgenden Verse nahelegen?
Viel vermag das Gebet des Gerechten in seiner Wirkung!
Die “Hoffnung für alle“ übersetzt an dieser Stelle:
“Denn das Gebet eines Menschen, der nach Gottes Willen lebt, hat große Kraft.“

Ich habe mir angewöhnt in guter Tradition zu glauben und zu bekennen das Jesus allein meine Gerechtigkeit ist, “mein Schmuck und Ehrenkleid“.
Aber ich habe auch so häufig erlebt, wie kraftlos mein Gebet ist - ebenfalls das Gebet der Gemeinde..
Und ich rätsele und frage seit Beginn meines Christseins warum wir meist nicht diese Vollmacht im Gebet erleben wie Elia, dieser Mensch mit den selben Gemütsbewegungen wie wir.

Woran liegt es, daß wir es so schwer damit haben, einander die Sünden zu bekennen?
Sind wir zu stolz, uns selbst und erst recht nicht vor anderen, Versagen einzugestehen?
Haben wir Schwierigkeiten uns voreinander zu demütigen - denn ein Schuldeingeständnis zerstört ja erstmal das Bild des tollen geistlichen Kerls der ich doch gerne in den Augen der Gemeinde sein will.
Ich will doch gern jemand sein, der geistlichen Durchblick hat, der sich mit dem Willen Gottes und seinem Wort auskennt! Ich möchte gern jemand sein, dessen Theologie ernstgenommen wird usw. usw.

In der Demut liegt eine große Kraft verborgen: Den Demütigen gibt Gott Gnade!
Demut bedeutet auch, nicht höher von sich zu denken, als sich zu denken gebührt.
Nicht vor anderen etwas scheinen wollen, was man gar nicht ist.
Und ich kenne doch meine Fehler und Schwächen ganz genau, bin ein Mensch mit den gleichen Gemütsbewegungen wie Elia..
 
Doch das Gebet des Elia hatte diese gewaltige Kraft, nach der ich mich immer so gesehnt habe!
Ist vielleicht praktische Demut - das Eingeständnis unserer Schwächen und Fehler - ein entscheidender Schlüssel für unsere Kraft im Gebet? 
 
Bekennt einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Lasst uns
nicht voreinander leugnen, daß wir krank sind, wenn wir doch innerlich genau wissen, wo wir es sind!

Freitag, 13. März 2020

Paul Gerhardt und Co


Paul Gerhardt: Quelle Wikipedia, Gemeinfrei
Mal etwas Persönliches:
Seit ca 3 Jahren lese ich (unter Anderem) das christliche Andachtsbuch “Momento“, daß mir immer wieder gute Impulse gibt.

Ganz am Ende des kurzen Textes steht auch immer der Hinweis auf ein Kirchenlied des Tages aus dem evangelischen Gesangbuch.
Irgendwann habe ich angefangen die Lieder mitzulesen, weil mir die Andacht doch arg kurz war!
Über die Monate und Jahre sind mir die Texte sehr zum Segen geworden.
Ich besorgte mir ein Gesangbuch auf Ebay und entdeckte später auch die online-Version eines evangelischen Pfarrers.

Ich kann euch nur ermutigen, euch auf die teilweise mittelalterlichen Texte einzulassen, die oft inhaltlich “Schwarzbrot des Glaubens“ enthalten und manchmal sehr tiefgehend sind.

Ich liebe auch viel vom modernen Lobpreis und war selber jahrzehntelang Lobpreisleiter. Jeden Tag höre ich ungefähr eine Stunde die “Feiert Jesus“ CDs und viele andere CDs, die mich in den Tag begleiten und oft sehr fröhlich drauf bringen.
Das Eine Schließt das Andere ja nicht aus! 😀

Aber ich bin auch extrem dankbar für diese alten Lieder unserer Vorväter des Glaubens, die auch Mangel, Leid, Schmerz und Tod nicht aussparen wie oft die modernen “Siegeslieder“.
Liest man die Lieder der Psalmen, wird ja ebenfalls nichts ausgespart, was menschlich ist. Sogar Zorn und Wut hat da manchmal seinen Platz! Oder Angst, Trauer und Sorgen..

Hier der Link zur Online-Version

Samstag, 6. April 2019

Oh Happy Day

Mein guter Freund Klaus Dietzler war gestorben. Und nun war ich gefragt.
Viele Jahre zuvor kam ich einmal mit meiner Gitarre in die christliche Bücherstube in der Hildesheimer Strasse gegenüber dem Mormonentempel.
Mit den Mormonen hatten die Inhaber der Bücherstube rein gar nichts zu tun - der Laden befand sich nur zufällig dort.

Warum ich meine Gitarre dort auspackte und zu klimpern begann, weiß ich nicht mehr.

Ich fand zwei Akkorde, mit denen sich der Anfang von "Oh Happy day" spielen ließ und ich fing an das Lied so aus dem Stegreif zu singen.., überlegte wahrscheinlich ob man das Lied im Gottesdienst singen könnte und woher ich den ganzen Text wohl bekäme, der mir nur teilweise geläufig war.
Klaus jedenfalls swingte sofort mit und meinte: Dieses Lied mußt du unbedingt auf meiner Beerdigung spielen! Ich lachte über den Scherz und Klaus meinte: "Nein, das meine ich ganz ernst! Ich wünsche mir daß du das tatsächlich machst!"
Ich glaube, daß ich mich vor Lachen eher ausgeschüttet habe, denn Klaus war noch jung und fit und seine Beerdigung noch so weit entfernt - ich hielt es für einen von Klaus Scherzen, sein Humor war öfter recht skurril und ich liebte das. "Und dann sollen wir wohl auf deinem Grab tanzen?" fragte ich höchstwahrscheinlich zurück, "und so richtig Party machen?"
Klaus meinte, der Tag an dem er durch die Himmelstür gehen würde sei doch wohl ein Freudenfest für ihn und er wollte nicht, daß man um ihn trauern solle, sondern sich mit ihm freuen, daß er dann beim Herrn sei - in der himmlischen und ewigen Freude!

Sonntag, 10. März 2019

Herzkasper wieder Online


Nach dem Versuch, das Büchlein über meine Herzoperation, die Folgen und Verarbeitung bei Amazon als E-Book zu verkaufen habe ich es jetzt wieder auf meinem WordPress-Blog online gestellt.

Ich denke, auf diese kostenlose Weise erreiche ich mehr Leute.
Als es zuerst auf meiner ehemaligen Webseite Donralfo.de erschien, zählte der Seitenzähler zumindest einige tausend Aufrufe und ich erhielt eine reihe E-mails von Betroffenen, die mich teilweise sogar um Rat baten, weil sie in sich in einer ähnlichen Situation befanden.

Hier der Link zum “HERZKASPER“!

Samstag, 2. März 2019

Ich kann nicht glauben

Röm 10,17  Demnach kommt der Glaube aus der Predigt, die Predigt aber durch Gottes Wort. (Schlachter 1951)

Ich würde ja gerne glauben können wie du, aber ich kann es einfach nicht! Ich beneide dich um deinen Glauben; ich habe das Gefühl mir fehlt dazu irgendwie etwas, ich habe einfach nicht die Befähigung zum Glauben!
So oder ähnlich habe ich schon so Manchen reden hören, dem ich etwas von meiner Beziehung zu Gott mitgeteilt habe.

Und dann kommen manchmal diverse Hinderungsgründe. An erster Stelle das Argument: Wenn Gott tatsächlich existiert, wie kann er dann XYZ zulassen! Und DESHALB kann ich einfach nicht glauben!

Ich sage dazu: Es fehlt nicht an irgendeiner mystischen Befähigung zum Glauben! Es fehlt nicht an Zeichen, Wundern oder Heilungen, die man miterleben müsste, damit man glauben kann.

Dienstag, 26. Februar 2019

Gottes Arbeit erledigen?

Ich denke ständig über mein Leben nach. Über die Dinge für die ich Gott dankbar bin und noch mehr über die Dinge die schief gelaufen sind. Und ich versuche ständig die Ursachen dafür zu ergründen. Das ist schon zwanghaft bei mir und ich wünschte ich bräuchte nicht so viel über mich nachdenken. 
Sei 1977 habe ich so Einiges mit Gott erlebt und wollte ihm immer mit ganzem Herzen und ganzer Kraft dienen.
Allerdings habe ich den Eindruck gewonnen, daß ich sehr häufig versucht habe schneller voranzugehen als Gott das eigentlich von mir wollte. Sobald ich den Eindruck hatte, daß Gott mich in irgend einer Richtung gebrauchen wollte war ich unter Volldampf, reflektierte nicht großartig darüber und setzte mich in Bewegung wie eine Dampflokomotive. Ob mir andere hinterher kamen interessierte mich wenig. 

Und auch die Zeitpunkte Gottes (kairos) interessierten mich wenig. Gott war ja schließlich im "Wunder-Business" und hatte gefälligst dafür zu sorgen, daß Leute sich bekehren, geheilt und befreit wurden und ihr Leben auf die Reihe kriegten. Und wenn Gott sich mit seiner Arbeit Zeit ließ, wenn die Wunder auf sich warten ließen war ich sehr wohl geneigt ihm ein wenig nachzuhelfen.
Wenn ich zum Beispiel einen leisen Eindruck oder Impuls in meinen Gedanken verspürte, posaute ich diesen gerne auf der Bühne mit dem Anspruch hinaus: "Der Herr hat gesagt!", obwohl eigentlich der Herr gar nichts gesagt hatte.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Das, was uns rettet

1Kor 1,18 Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft.

Danke, Jesus, daß das Wort von deinem Kreuz mich gerettet hat. Einst war es auch für mich eine reine Torheit und nichts als Blödsinn!

Ich habe dagegen angekämpft und Christen als Spinner tituliert, die mich überzeugen wollten, daß Jesus der EINZIGE Weg zu Gott ist und daß er am Kreuz die Schuld und Sünde meines ganzen Lebens trug.

Aber Du, Jesus, hast nicht locker gelassen, hast mich verfolgt, verstört und bist mir nachgegangen. Dein Wort rumorte in meinem Herzen bis es endlich Ruhe fand bei dir.
Dein Wort ist wirklich Gottes Kraft! Übernatürlich, lebendig und wirksam - denn du selber wohnst in deinem Wort!

Montag, 23. Oktober 2017

Gott verherrlichen

Psalm 50,23 “Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen.“

Mit dem Wort "verherrlichen" in der Bibel hatte ich immer Verständnisprobleme. Es wirkt so angestaubt und unverständlich! In unserem Sprachgebrauch hat es oft eine eher negative Bedeutung, z.B. wenn jemand Drogenkosum verherrlicht. Oder es werden “gewaltverherrlichende“ Filme beklagt und kritisiert.
Aber Gott verherrlichen? Das erscheint irgendwie so gestelzt religiös oder merkwürdig fromm. Ich kann mich schwer eines inneren Bildes von aufgesetzter, heuchlerischer Heiligkeit erwehren.

Doch so etwas war König David, von dem diese Worte aus Psalm 50 stammen, komplett wesensfremd! Bei einer besonderen Gelegenheit tanzte er ja halbnackt wie von Sinnen vor der Bundeslade des Gottes Israels her und “verherrlichte“ unseren Gott auf sehr emotionale, extravagante Weise. Da war keinerlei Anschein von frommer Heuchlelei und abgehobener, heiliger Seriosität zu erkennen!

Samstag, 7. Oktober 2017

Der Schild des Glaubens

Ein neuer Artikel meiner Serie über "geistlichen Kampf" ist gerade fertig geworden. Ich bin erschöpft und glücklich! 😅 
Die ganze Serie über geistlichen Kampf könnt ihr lesen, wenn ihr oben im Blog auf den gleichnamigen Reiter klickt!

Bild: Wikipedia Rabax63 (Scutum, röm. Turmschild)

Eph 6,16  Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt! 

Was sind diese Pfeile des Bösen?
Offensichtlich Brandpfeile - denn sie können und müssen gelöscht werden! Es handelt sich meiner Meinung nach hier um böse, giftige Gedanken des "Verklägers der Brüder", die sich regelrecht in unsere Gedanken und Emotionen einbrennen können. Es sind Gedanken, die uns einfach nicht loslassen wollen, negative Gedanken, um die unser Denken beständig kreist und die wir einfach nicht abschütteln können. Sie halten uns nachts wach und vergiften unser ganzes Leben.


Freitag, 6. Oktober 2017

Tote Werke

Hebräer 6,1 (rev. Elberfelder Bibel)
Deshalb wollen wir das Wort vom Anfang des Christus lassen [...] und nicht wieder einen Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott...

Bild: Wikipedia Sisyphos-Darstellung Tizians
 
Das Fundament des Glaubens im geistlichen Leben ist ebenso wichtig, wie das Fundament eines Gebäudes in der natürlichen Welt.
Je höher man bauen will, desto tiefer und solider muss die Grundlage, das Fundament sein.
Ich frage mich, ob uns als Christen allen überhaupt bewusst ist, auf welchen Grundlagen unser christlicher Glaube überhaupt beruht.

“Der Anfang des Christus“ ist laut diesem Vers im Hebräerbrief die "Buße von “toten Werken“ und der Glaube an Gott.
Tut Buße und glaubt an das Evangelium war die Botschaft, die Jesus zu Anfang seines öffentlichen Wirkens überall predigte:
Markus 1,15 Jesus sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!