Dienstag, 7. Januar 2014

Don Ralfo und die Musik - Teil 2

...Und dann kam das Jahr 1977, in dem sich schlagartig alles änderte... 

Als ich Jesus in einer für mich völlig überzeugenden Weise begegnete wurde mir schnell klar, daß ihm ab sofort mein ganzes Leben gehören sollte - mit allen Bereichen, auch dem der Musik. Ich wollte ihm mit ganzem Herzen nachfolgen, nicht weil mich die Jesus-Leute bequatscht hatten, sondern weil mir der Auferstandene selbst begegnet war und sich mir offenbart hatte. Ich bin der Herr Dein Gott - Du sollst keine anderen Götter neben mir haben, das erste Gebot, wollte ich ganz selbstverständlich in meinem Leben  praktisch verwirklichen. Jesus sollte wirklich der Herr in meinem Leben werden und niemand anderer sonst. Mein altes Leben sollte mit Jesus am Kreuz sterben und das neue Leben wollte ich nur aus seiner Hand nehmen.

Und mir wurde nach kurzer Zeit bewusst, daß die Musik über viele Jahre meine Haupt-Gottheit gewesen war. Sie hatte mich einen berauschenden, aber zerstörerischen Weg entlanggeführt - als erstes zu halluzinogenen Drogen wie LSD und Haschisch, dann zur Hippiephilosophie und Esoterik.
Ich wollte in den Drogenerfahrungen bewusst Gott erleben bzw. kosmisches Bewusstsein erlangen, angeregt durch psychodelische Musik und das Buch von Timothy Leary "Politik der Ekstase".
Und wenn die Beatles sich vom Guru Maharishi Mahesh Yogi in die Mantra-Meditation einführen ließen dann musste das doch etwas Gutes sein, oder? Auch auf diesem Weg machte ich ebenso einige Erfahrungen und las haufenweise Bücher über östliche Mystik und die Erleuchtung.
Doch blieb ich innerlich ziemlich leer und hoffnungslos. Und ich wurde zunehmend verwirrter und einsamer.

Niemand erzählte mir daß ich mich von meinen alten Platten trennen sollte weil ich nun Christ geworden war. Ich machte die Entdeckung beim Musikhören selber, daß sie mich nicht näher zu Gott brachte sondern irgendwie zwischen mir und Gott stand.
So fing ich an einige dieser LPs mit dem Hammer zu zerstören, kam aber schon bald auf einen anderen Gedanken. Ich verkaufte sämtliche Alben auf dem Flohmarkt für einen Preis den die Leute selbst bestimmen durften - in jeder Platte steckte ein Traktat über den Weg zu Jesus.
Es war ein wunderbares, fröhliches und erleichterndes Erlebnis als ich mich von meiner Plattensammlung trennte. Es war die beste und schönste Aktion in meinem damaligen Leben - und ich fühlte mich total frei danach und vermisste meine Lieblingsmusik keinen Deut!
Und es gab auch schon bald einige sehr gute christliche Platten mit hervorragender Musik und guten Botschaften darin die den leeren Platz schnell auffüllten.

Und dann kam das größte Geschenk von Gott an mich daß ich jemals erhalten habe - er schenkte mir die Gabe selber Musik zu seiner Ehre zu machen - Lobpreis und Anbetungsmusik.
Ich konnte wohl vorher ein wenig mit Freunden zusammen den Blues auf dem Bass zupfen, aber es war mir unmöglich dazu zu singen.
Ich hatte auch schon viele Jahre lang einige schöne Western-Gitarren gehabt und konnte ein paar Akkorde schrammeln - aber dazu singen oder einen eigenen Song kreieren? Fehlanzeige.
Ich glaubte das sei einfach unmöglich für mich, ich konnte noch nicht einmal "House of the rising Sun" nachspielen geschweige denn singen.

Und wie dieses Geschenk genau zu mir kam, das schreibe ich wohl besser im nächsten Teil der Geschichte. - Mittlerweile hoffe ich daß aus dieser Geschichte kein Buch wird... ich habe doch gar keine Zeit für so etwas im Moment...
Aber diese Geschichte hat scheinbar wieder mal ein Eigenleben.
Sehen wir uns im dritten Teil wieder? ;-)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hannover ist doch ein Dorf - vieles kommt mir nur allzu bekannt vor. Es wirkte ja alles anfangs so inspirierend, als habe man eine neue Wirklichkeit des Lebens erlangt. Im Janeübungsraum der Bothfelder Brotfabrik tauchten Toni Sheridan und (nein, nicht die Beatles) die Scorpions auf, mit Mucker-Paul von "Lady/Braintrain" hörte man "the end" von den Doors, in großer Selbstverzweiflung und esoterischer Gebundenheit. Ach wie gut, das ich Jesus Christus 1972 als persönlichen Erlöser kennenlernen konnte und auch überhaupt bereit dazu war! Diese Erfahrung wünsche ich allen Suchenden und Unentschlossenen ...
Matthias Sesselmann

Charly hat gesagt…

- - - Sehen wir uns im dritten Teil wieder? - - -
Jo, ich bin schon gespannt :-)

Donralfo hat gesagt…

Schön wenn man wiederkehrende Leser hat! Danke :-)

Anonym hat gesagt…

Hilde wartet auf den dritten Teil! :-)

Anonym hat gesagt…

APO-OPA harret der Fortsetzung ...

Ich bin gespannt, wie es weitergeht..

Zum Glück gab es damals die sich kümmernde christliche Teestube "Jesus-Treff"! Viele Suchende fanden damals Hoffnung und Hilfe. Geplant war, die positiv Erreichten in bestehende Gemeinden zu vermitteln. Das ging schief, "neuer Wein in neue Schläuche" - wertekonservativ-geprägte Evangelikale waren oft nicht in der Lage, die damals relevanten gesellschaftlichen Probleme zu verstehen, und schon garnicht nachzuempfinden! Hier könnte man etwas daraus lernen, vielleicht machen wir das diesmal besser ?
Hoffnungsvolle Grüße MS