Mittwoch, 27. Januar 2010

Euphorie im Januar


Brr ist das kalt. Es ist ARSCHKALT!!!!
Irgendjemand hat den Winterbutton gedrückt und vergessen wieder loszulassen. Hee Petrus. Halloooooo?
Du da oooooben!
Und trotzdem bin ich gut drauf. Ja sogar sehr gut. Ehrlich gesagt bin ich zur Zeit regelrecht euphorisch.
Warum?
Hmm, tja - ein unerwartetes Geschenk im Januar, obwohl ich erst im November Geburtstag habe. Und zwar war ich mal wieder beim Doc - Blutwerte checken lassen. Die waren gar nicht so gut, aber er hatte die Idee mal den Vitamin B12-Spiegel  mitzutesten. B12 ist sehr wichtig für die Blutbildung. Ich habe seit Jahren Blutarmut und keiner wußte die Ursache. Alles wurde abgecheckt: Magenspiegelung und Darmspiegelung ob ich heimlich irgendwo blute. Alles Fehlalarm. Alles in Ordnung. Kopfschütteln beim Doc.
Und nun kam ihm plötzlich diese Idee - Vitamin B12 testen und siehe da: Ich habe einen gravierenden B12-und Eisenmangel, den man aber mit der Einnahme von B12- und Eisen-Tabletten bestens ausgleichen kann.
Das bedeutet ein Plus an Kraft, Konzentration und Ausdauer. Aber beim Googeln habe ich dann noch etwas Besseres zu Tage gefördert: Vitamin B Mangel führt oft zu Depressionen und Nervenkrankheiten.
Das ist in wissenschaftlichen Studien erwiesen worden und kein Hokuspokus.
Und gerade im Januar, als meine übliche Winterdepression schon wieder angeklopft hatte und mit der Tür ins Haus gefallen war (Ich saß im tiefen Loch und dachte - da kommste jetzt erstmal nicht so schnell wieder raus)
gefällt es dem da oben meinen Doc auf die richtige Fährte zu setzten. Hallelujah!
Ich nehme seit einigen Tagen Eisentabletten und Vitamin B12, B1 und B6 und spüre schon eine Auswirkung. Und etwas (oder Jemand) sagt mir: Das ist KEIN Placebo-Effekt.
Ich bin so froh, daß Leute für mich beten, wenn ich es selbst nicht schaffe. :-)
Und meine Orchidee, die im letzten Januar geblüht hatte treibt wieder einen neuen Blütenzweig.
Ist das Leben nicht wunder-wunderschön?



Foto1: Blick von meinem Balkon
Foto2: Orchidee im Winter 2009

> Lesen Sie auch: Vitamin B12 bei Behandlung von Depressionen entscheidend
> Mediz-Info:  Vitamin B12 Mangelanämie
> Deutsches Ärzteblatt: Ursachen und Diagnostik von Vitamin B12 Mangel

Auszüge aus der Ärztezeitung:
"Vitamin B12 ist wichtig für die Synthese von DNA, die Bildung und Erhaltung der Myelinscheiden, die Synthese von Neurotransmittern und die Erythropoese. Der klinische Vitamin-B12-Mangel hat zwei wesentliche Manifestationen: die hämatologischen und die neuropsychiatrischen Erkrankungen. Symptome treten sehr häufig schon vor dem Unterschreiten des unteren B12-Referenzlimits auf (6)
Die bei B12-Mangel beobachteten psychiatrischen wie neurologischen Erkrankungen und kognitiven Störungen, Depressionen oder Demenz können Monate bis Jahre hämatologischen Anomalien vorausgehen beziehungsweise solche treten gar nicht auf. "

"Risikogruppen
   Risikogruppen für einen Vitamin-B12-Mangel sind (Tabelle):
- Patienten mit ungeklärter Anämie
- Patienten mit ungeklärten neuropsychiatrischen Symptomen
- Patienten mit gastrointestinalen Manifestationen einschließlich Stomatitis, Anorexie und Diarrhö
- ältere Personen (11)
- Vegetarier (4)
- Personen mit gastrointestinalen Erkrankungen, wie Magenresektion, Morbus Crohn oder Helicobacter-pylori-Infektion (12)."

Kommentare:

Liane hat gesagt…

Schön das freut mich aber für dich, dass du endlich was gefunden hast was dir hilft. habe auch manchmal mit Depressionen zu kämpfen, aber antidepressiva hab ich abgelehnt. Dann hat man mir Johanniskraut empfohlen soll wohl auch helfen. Zur Zeit geht es allerdings ganz gut, obwohl ich kein Johanniskraut nehme, bekomme ja noch knapp 1ml Methadon, mein Arzt meint das ist auf jeden Fall nicht so schädlich wie antidepressiva.

Liane hat gesagt…

hab mir das mit den Vitaminen und Eisen mal aufgeschrieben um auch mal einen Test zu machen.

bete für dich, dass Gott dich für immer davon befreit hat jetzt.

Liane hat gesagt…

Das Winterfoto ist wunderschön und auch die Orchidee

Liane hat gesagt…

hab das erst jetzt gerade gelesen das du von deinem Balkon geknipst hast, ist ja schön wo ihr wohnt

Bento hat gesagt…

Hey Don the Ralle,
so schönen Schnee hätten wir hier aber auch mal gerne... Neid, Mißgunst, Unzufriedenheit, jammer, nörgel, nörgel... ;-)

wo kommt Vitamin B-12 denn natürlicher Weise vor? In der Sonne? Villt. hab ich deswegen ne ständige Überdosis... :-D

hey, das hört sich richtich gut an!!
rock on brasa + HALLO JULIA :-)

sschweizer hat gesagt…

Habe auch einen Vitamin-B12-Mangel. Rührt wahrscheinlich aber von meiner (chronischen) Gastritis. Denn bei einer entzündeten Magenschleimhaut, wird von dieser irgendein Stoff nicht mehr in genügender Menge produziert, der nötig ist, um das Vitamin B12 aus der Nahrung aufzunehmen. Vitamin B12 gibt es übrigens vor allem in Fleisch. Vegetarier haben deshalb oft einen Vitamin-B12-Mangel.
Wichtig bei Depressionen und Erschöpfungszuständen ist übrigens auf Schilddrüsenunterfunktion zu prüfen. Da gibt es 2 Blutwerte, die gemessen werden müssen. Nicht jeder Hausarzt kann leider eine Schilddrüsenunterfunktion richtig diagnostizieren (oft wird nur auf 1 der beiden Werte geschaut).
Ansonsten hilft gegen (leichtere bzw. kurzen) Depressionsphasen Johanniskraut (mind. 600mg Trockenextrakt entspricht 3x180mg Tabletten täglich) oder (zumindest bei mir) ein Cappuccino (oder Kaffee), was bei mir wegen der Gastritis leider nicht mehr so geht.
Weiterhin gute Besserung!

Stef hat gesagt…

@Liane:
Moderne Antidepressiva sind übrigens nicht schädlich. Sie können höchstens (zumindest anfänglich) Nebenwirkungen (wie z.B. Müdigkeit, Mundtrockenheit, Übelkeit etc.) hervorrufen.
Und: Antidepressiva sind nicht nur "Symptombehandler", sondern können tatsächlich Depressionen auch heilen (zwar nicht in allen Fällen, aber in einigen). Es ist leider jedoch oft eine langwierige Angelegenheit bis man das für sich richtige Antidepressivum gefunden hat (ich selbst hatte da leider nicht so viel Glück..).
Und nicht zuletzt sollte man bei Depressionen auch immer prüfen, ob eine Psychotherapie nicht angezeigt ist. Oft benötigt man zu Heilung bzw. Besserung sowohl eine psychotherapeutische als auch eine medikamentöse Behandlung.
Auch Dir gesundheitlich alles Gute!

Liane hat gesagt…

danke Stef, so schlimm ist es bei mir dann doch nicht. Mir würde es eher schlecht davon gehn, wenn ich antidepressiva nehmen würde, das ist bei mir ne Kopfsache, dann doch eher Johanniskraut, aber solange ich noch mein 1ml Methadon nehm, hab ich keine Depressionen, erst wenn ich davon runter gehe dann braucht der Körper sehr lange bis er wieder eigene Endorphine produziert, deswegen meint mein Arzt auch, dass es das beste wäre ich würde das so lassen, wenns mir damit gut geht.

Donralfo hat gesagt…

@Bento: Sonne und Licht wirkt deshalb antidepressiv, weil es die Serotoninproduktion (das Glückshormon) ankurbelt.
Dunkelheit dagegen fördert die Melatoninproduktion, den Gegenspieler, der für Müdigkeit und Schlaf zuständig ist.

@Liane: Bekommst Du Methadon als Heroinersatz? Hmm nicht leicht davon wegzukommen. Wahrscheinlich hat Dein Doc da recht.
Johanniskraust ist übrigens AUCH ein Antidepressvum, nur eben rein pflanzlich. Die neuen aus reiner Chemie wirken aber meist besser und haben eher weniger Nebenwirkungen als das Kraut! :-)

@sschweitzer: Danke für die guten Wünsche! :-)
Das mit der Schilddrüsenunterfunktion werde ich beim nächsten Check im April mal bei meinem Doc ansprechen.
Ist ein sehr guter Arzt.

@Stef: Hast Du schon SSRI ausprobiert? Cipramil, Fluoxetin etc. Die helfen bei mir ganz gut.
Teile Deine Ansicht mit der Psychotherapie. (Solange man das vorher alles mit dem himmlischen Doc bespricht) ich hatte auf mein Gebet hin wirklich einen sehr guten Therapeuten bekommen. Bin fest der Meinung daß diese Therapie vom Papa im Himmel eingefädelt wurde, denn es ist überhaupt nicht selbstverständlich, daß man die "richtige" Person findet und überhaupt einen Termin bekommt...
Die Seele ist ein sehr sensibeles Thema und der falsche Therapeut kann einem da auch manchmal eher schaden als nützen.

Donralfo hat gesagt…

@sschweitzer: Ps. Bekommst Du B12 als Injektion? Damit funktioniert die Aufnahme in den Körper nämlich.
Der Stoff im Magen nennt sich Intrinsinc Factor. Ansonsten würde ich das mal lieber beim Doc anmelden an Deiner Stelle.
Gruß
Ralle

Stef hat gesagt…

@alle:
Übrigens ist sschweizer=Stef (nur damit es da keine Missverständnisse gibt). Leider veröffentlicht "Blogger" bei Angabe meines Wordpress-Blogs nicht meinen richtigen Kurznamen...

@Liane:
Ja, die Abneigung gegen Antidepressiva kann ich verstehen. Methadon ist aber i.d.R. sicherlich keine gute Alternative bei (reinen) Depressionen, da es m.W. abhängig macht (bzw. machen kann) und wohl nur symptomatisch wirkt (und nicht ursächlich). Bin aber kein Arzt, um das entscheiden zu können. Nur andere Leser sollten das vielleicht wissen...

@Donralfo:
Danke für den Tipp. Vitamin-B12-Infusionen brauche ich glücklicherweise (noch) nicht, da meine Werte bislang (unter Einnahme von Vitamin-B12-Tabletten) noch einigermaßen gut waren (jedoch grenzwertig). Ich hoffe, dass wenn meine Gastritis mal weg ist, auch das mit dem Vitamin B12 besser wird.
Bzgl. Psychotherapie: Ja, das ist wirklich oft sehr schwierig einen guten bzw. DEN richtigen Psychotherapeuten zu finden. Ich würde es jedoch jedem, der Depressionen hat raten, es dennoch zu versuchen (auch wenn es mühsam sein kann). Denn das hilft oft schon sehr viel (vor allem, wenn es um Ursachenforschung und langfristige Besserung geht). Ich hatte damals auch "Glück" mit meinem Therapeuten. Die Therapie hatte mir zwar geholfen, richtig geheilt war ich danach jedoch leider nicht. Aber die Krankheit Depressionen ist eben auch oft eine sehr langwierige (oft lebenslange) Angelegenheit. Dafür kann sie einem geistlich gesehen helfen, sich von Gott abhängiger zu fühlen, das Gebetsleben zu fördern und nicht in völliger Arroganz abzuheben...

Stef hat gesagt…

@Donralfo:
Fluoxitin hatte ich tatsächlich schon mal. Genauso wie Sepram und noch ein anderes. Der Gag war aber, dass mir am Schluss (als die Depressionen nach ein paar Jahren schon etwas milder wurden) der Cappuccino am Schnellsten (innerhalb von Minuten!) und Besten geholfen hat (und ohne Nebenwirkungen!). Vor allem hatte ich immer so einen starken Kopfdruck, der durch den Kaffee fast komplett wegging. Die Wirkung von Kaffee darf man also bei bestimmten Depressionsformen nicht unterschätzen. Und selbst meine milderen Depressionsphasen sind übrigens teilweise recht heftig. Also nicht nur so ein bißchen schlecht drauf sein, sondern mit recht starkem Weindrang, irrationalem Schwarzsehen und Traurigkeit und Antriebslosigkeit. Und dass da ein Kaffee so eine gute Wirkung zeigt hatte mich schon verblüfft (leider fand ich das erst nach Jahren heraus).

Stef hat gesagt…

@Donralfo:
Noch zum Schluss: Es stimmt leider, dass eine Psychotherapie bei einem "schlechten" Therapeuten auch kontraproduktiv sein kann. Vor allem, wenn man Christ ist. Leider kann man auch nicht sagen, dass christliche Therapeuten immer besser wären als säkulare. Vor allem gibt es auch nicht so viele christliche Therapeuten und die wenigsten haben zudem eine Kassenzulassung. Ich hatte damals einen nichtchristlichen Therapeuten, der aber meinen Glauben respektierte und mich auch nicht in meinem Glauben negativ beeinflusste. Das war echt gut. Lieber einen "neutralen" Psychotherapeuten als einen schlechten christlichen Therapeuten. Denn leider gibt es auch eine Menge christliche Therapeuten, die so "liberal" bzw. esoterisch angehaucht sind, dass sie teilweise echten Unsinn raten. Aber, wenn man einen guten christlichen Therapeuten gefunden hat, dann ist man damit sicherlich sehr gesegnet. Denn Gott hat ja für uns eine Menge Heilmittel vorgesehen, die man jedoch erstmal (für sich) finden muss...