Montag, 27. September 2010

Ermutigung

Ich glaube nicht an die "Magie" von Worten. Ich glaube nicht das Worte eine Art übernatürlicher Kraft entfalten können. Aber sie können sehr wohl Seelen zerstören oder Seelen aufbauen. Ja sie können sogar den Geist des Menschen verwunden, wie Salomo erkannt hatte. 
Spr 12,18 Wer unbedacht schwatzt, der verletzt wie ein durchbohrendes Schwert; die Zunge der Weisen aber ist heilsam.
Spr 15,4 Eine heilsame Zunge ist ein Baum des Lebens; aber Verkehrtheit in ihr verwundet den Geist.  
Aus diesem Grunde ermahnt uns Paulus einander täglich zu ermutigen, damit wir nicht innerlich verhärtet werden. Das Wort para-kaleo, welches häufig in der Bibel mit "ermahnen" übersetzt wird hat gar nicht die Bedeutung wie etwa: "Eine Rüge erteilen", sondern bedeutet vielmehr jemanden zu ermutigen, zu trösten und gut zuzureden.

Ermahnen.(griech.) para-kaleo
(w. jmd. [zu sich] daneben-rufen);  herbeirufen 1) jmdn. zu sich rufen: 1a) um ihn einzuladen. um ihn in einer Notlage zu Hilfe zu rufen.  ermahnen 1) zu jmdm. sprechen, jmdm. zureden (um ihn zu ermahnen), jmdn. ermahnen, zu etw. auffordern, anfachen, aufrufen, antreiben; jmdm. etw. einschärfen.  2) jmd. um etw. bitten, ersuchen, um etw. "angehen". Mt 8,5.31 ua. 3) jmd. trösten, gut zureden, ermuntern, freundlich und stärkend zu jmdm. sprechen.
Heb 3,13 ..sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es "heute" heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde.  (rev.Elberfelder)
Manche Christen denken "Ermahnung" würde bedeuten, dem Nächsten ständig seine Fehler unter die Nase zu reiben. So etwas soll in mancher Ehe und Beziehung der Standard sein. Traurigerweise. Aber dadurch verhärtet man sich viel mehr und zerstört eine Beziehung anstatt sie aufzubauen. Auf solche Weise zerstören Eltern ihre Kinder und Chefs ihre Mitarbeiter.
Lob dagegen ist sehr häufig Mangelware, dabei tut ein echtes, ernstgemeintes Lob so viel Gutes. Es baut auf und bestärkt. Es gibt Kraft und einen positiven Impuls sich noch intensiver in eine positive Aktivität hineinzustürzen. Es macht kreativ und öffnet eine Perspektive für die Zukunft. Man kann  durchatmen und fühlt sich wertgeschätzt.
Das Leben ist doch schon schwer genug, warum machen wir es uns durch unser Herumnörgeln und Streiten eigentlich noch schwerer anstatt leichter?
1Petr 3,9 ..und vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, daß ihr Segen ererbet.
Wir sollen den Teufelskreis des Bösen durchbrechen indem wir jeden Menschen segnen und nicht auf ihn schimpfen! Was bedeutet eigentlich segnen? Dieses Wort ist so altertümlich und erscheint vielen Menschen einfach nur klebrig-fromm.
Im Grunde bedeutet es nichts Anderes als: "Gutes über jemand reden"! Und weil Gott uns segnet, d.h. Gutes über uns redet, deshalb sollen wir auch im Anderen das Gute suchen und sehen. Wir sollen das Gute betonen und in den Vordergrund stellen. Wir sollen ihm Gutes wünschen und nichts Böses. Wir sollen Loben und ermutigen anstatt zu Rügen und niederzumachen. Und zwar aus Überzeugung - nicht aus Schmeichelei.

Segnen (griech.) eu-logeo   (w. wohl bzw. Gutes-sagen)
I.) segnen 1) Gott segnend preisen (indem man Gutes von ihm sagt); Gott erheben mit Lobpreis, Gott rühmen bzw. loben. jmdm. Gottes Segen, Huld und Gnade wünschen.  3) etw. durch Gebet weihen, d.h. "segnen"; Gottes Segen für etw. erbitten, ihn bitten es für d. eigenen Gebrauch zu segnen.  von Gott mit Wohltaten bedacht werden, glücklich machen; Pass.: gesegnet sein.

Gerade während ich diese Zeilen geschrieben hatte erhielt ich einen Anruf von meiner Tochter. Sie hatte vor ein paar Tagen ein tolles Theaterstück in der "Theaterwerkstatt" gesehen und war begeistert davon gewesen. Es ließ ihr keine Ruhe und sie wollte sich nochmal beim Ensemble für den tollen Abend bedanken. So schrieb sie eine mail oder ins Gästebuch. Die Regisseurin persönlich bedankte sich überschwänglich für das positive Feedback und schrieb: Es tut so gut mal solch ein Lob zu hören - denn das kommt eher selten vor. Ich werde das gleich dem gesamten Team übermitteln. 
Die Leute klatschen wohl immer bei den Aufführungen, aber mal genau und gezielt gesagt bekommen, was toll an einem ist? Das zieht ganz schön nach Oben!

Hey Leute dazu sollten wir uns entscheiden und das einfach lernen und jeden Tag ausprobieren. Das bedeutet nicht, daß wir Fehler oder Böses schönreden sollen. Aber vielleicht können wir so manches einfach ignorieren? Und das  Positive herausheben? Oder überhaupt mal lernen jemand zu loben - ganz ohne Hintergedanken? Viel Spaß dabei!

Sonntag, 26. September 2010

Ein Gedicht von Ruth aus dem Depressionsforum

Es gibt diese Tage,
die jede Farbe verloren haben
wie ein Schwarz-Weiss-Foto.
Das Telefon schweigt,
und ich bin mit meinen dunklen Gedanken allein.
Meine Seele sehnt sich
nach Wärme, nach Licht und nach Freude.
Wird es das für mich je wieder geben?
"Was ist die Schuld,
in was für Missetaten bin ich geraten?"
Es ist niemand da,
der mir Mut zuspricht.
Ich habe sie alle weggeschickt.
Habe ich? Ich weiss es nicht.
Ich wollte nur keine leeren Worte mehr,
keine Fragen, keine hochgezogenen Augenbrauen:
"Lass doch mal deine Vergangenheit hinter dir,
schau nach vorne, es wird schon wieder."
Wird es je wieder?
Ich bin doch, was ich bin
durch meine Vergangenheit.
Ich trage doch diesen Stempel auf meiner Seele:
"Du bist nicht richtig,
unser Sorgenkind,
das schwarze Schaf."
Oder:
"So jemanden wir dich wollen wir in unserem Kreis nicht haben!"
Aber auch wenn die "Guten" mich ablehnen:
Jesus liebt schwarze Schafe!
Mein Herr hat sein Sorgenkind
gesucht und wiedergefunden.
Er sagt: "Du paßt in meine Familie."
Er liebt die, die sich selbst nicht lieben können,
wie mich!
Was und wo wäre ich ohne Ihn?
Er wartet am Ende der Treppe,
die nach unten führt,
in das dunkle Loch.
Er nimmt mich auf seine starken Arme
und trägt mich wieder nach oben.
Das tut er,
immer und immer wieder, unermüdlich.
"Seine Gnad ermüdet nie,
ewig, ewig währet sie."
Ich will nie mehr ohne Ihn leben!
Er ist mein Leben.

Don Ralfo dankt der lieben Ruth, dem "glimmenden Docht" für dieses wunderschöne Gedicht!

Freitag, 24. September 2010

Go Nina go!

Tiefgläubige Sportler

Man erkennt sie sofort auf dem grünen Rasen: Die Tiefgläubigen! Vor dem Spiel stehen sie am Spielfeldrand und beten zum Himmel oder bekreuzigen sich. Wenn sie ein Tor schießen heben sie ihr Trikot hoch worauf zu lesen steht: Joh.3,16 oder Jesus is Lord. Und weil das nicht mehr erlaubt ist zeigen sie zumindest mit Dankesgeste zum Himmel empor und jeder Sportjournalist weiß: Der ist aber TIEFGLÄUBIG.

Ich weiß nicht ob Sportjournalisten eine eigene Rasse sind oder ob sie einfach keinen Kontakt zu politischen Journalisten haben. Denn die bezeichnen die TIEFGLÄUBIGEN meistens kurz und bündig als Fundamentalisten.
Und erheben warnend den Zeigefinger. Aber vielleicht sind ja auch die frommen Sportler eine besondere Rasse, welche sich von den Fundamentalisten und religiösen Terroristen unterscheiden? Die Journalisten werden es wissen.

Mittwoch, 15. September 2010

Loud loud loud



The day the walls of the citys
will crumble away
uncovering our naked souls,
we'll all start singing,
shouting, screaming
loud, loud, loud, loud.
The day the circus horses
will stop turning around,
running fast through the green valleys,
we'll sing and cry and shout
loud, loud, loud, loud.
The day the cars will lay in heaps
their wheels turning in vain,
we'll run along the empty highways
shouting, screaming, singing
loud, loud, loud, loud.
The day young boys will stop
becoming soldiers, and soldiers
will stop playing war games,
we'll sing and cry and shout
loud, loud, loud, loud.
The day will come up
that we'll all wake up
hearing the shouts of joy
and shouting together with the freaks
loud, loud, loud, loud.
The day the world will turn upside down
we'll run together round and round
screaming, shouting, singing
loud, loud, loud, loud 

 (Text by Aphrodite's Child)


Der Tag, an dem die Mauern der Stadt wegbröckeln warden um unsere nackten Seelen aufzudecken,
da werden wir alle anfangen zu singen, rufen, schreien.
Laut, laut, laut, laut.

Der Tag an dem die Zirkuspferde aufhören werden im Kreis zu laufen und schnell durch die grünen Täler laufen.
da werden wir singen, weinen und rufen
laut laut laut laut

Der Tag an dem die Autos zu Haufen aufgetürmt werden, während ihre Räder sich im Leeren drehen
da werden wir die leere Autobahn entlanglaufen
rufend, schreiend, singend
laut laut laut laut

Der Tag an dem junge Männer aufhören werden Soldaten zu werden
und Soldaten mit dem Kriegspielen aufhören
da werden wir singen und weinen und rufen
laut laut laut laut

Der Tag wird kommen, da wir alle aufwachen und die Freudenschreie hören
und zusammen mit den Kaputten Menschen rufen werden
laut laut laut laut

Der Tag an dem die Welt auf den Kopf gestellt werden wird, da rennen wir gemeinsam wie verrückt umher
schreiend, rufend, singend
laut laut laut laut

Übersetzung by Don Ralfo

Samstag, 11. September 2010

Es war einmal ein Mann...

...der war sehr sehr klug und passte eigentlich gar nicht in seine Zeit - er war ihr weit vorraus.
Dieser Mann hatte eine Idee: Alles im Universum ist doch auf Schwingungen aufgebaut. Das Licht, der Schall - selbst die Atome befinden sich ausnahmslos in einem unterschiedlichen Schwingungszustand.
Die Luft ist voller Radio und Fernsehwellen - alles Schwingungen in unterschiedlicher Hertz-Zahl und auf unterschiedlichen Ebenen.
Man braucht nur einen geeigneten Empfänger, Verstärker und - ach ja - eine Art Übersetzer dieser Schwingungen, damit aus dem Radio eine Musik ertönt oder Bilder auf dem Fernsehschirm erscheinen.
Meine Kollegen haben ja nun schon seit langer Zeit das Hintergrundrauschen des Universums erforscht und festgestellt, daß es nur der Nachhall des Urknalls ist, aus dem alles hervorgegangen ist, dachte er bei sich.
So dachte er und erschuf einen Apparat. Einen Empfänger, Verstärker und Übersetzer des Signals. ES war zwar schon wahrnehmbar, aber die bisherigen Instrumente reichten nicht aus um das Signal völlig zu entschlüsseln. Die Frequenz und das Übertragungsband stimmten einfach nicht. Er brauchte einen Empfänger für eine ganz andere Dimension - und klug wie er war kam er auf die richtige Idee um das Signal in menschliche Sprache und Form zu transferieren.
Er drehte den Lautsprecher an und rieb sich erstaunt und völlig perplex die Augen. Sein Körper fing an zu zittern, die Tränen schossen ihm aus den Augen. Er hörte durch eine unergründlich tiefe und gleichzeitig hohe alles durchdingende Stimme den Satz: ES WERDE LICHT!

Nebenbei bemerkt

Der Islam ist ein aufgeblasener Popanz. Und zwar ein ganz großer, der bis zum Himmel reicht. Aber sage es ihm nicht, dann ist er beleidigt und verfolgt Dich um Dein Blut zu vergießen.

Die westliche Demokratie ist ein Moloch der seine Kinder frisst um sich zu ernähren. Aber sage es ihr nicht, dann straft sie Dich mit Liebesenzug und schickt Dich in die Betonwüste zum Verhungern und Verdursten.

Die Kirche ist eine Hure - befleckt vom Sperma ihrer vielen Liebhaber und betrunken vom vergossenen Blut ihrer Heiligen. Aber sage es ihr nicht, denn dann schickt sie Dich in die Folterkeller ihrer heiligen Inquisition bis Du widerrufen hast.

Ach ja. Und Jesus ist ein Ausländer...

Freitag, 10. September 2010

Wo man Fahnen verbrennt

„Dies war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“
Heinrich Heine 1821

Dieser Satz wurde in den letzten Tage oft im Zusammenhang mit der für den 11.09.2010 geplanten Koranverbrennung durch Pastor Terry Jones zitiert. Und auf Youtube existiert mittlerweile das erste Video eines brennenden Korans mit der unterlegten Musik der Bloodhound Gang: Burn Motherfucker, burn...
Nach der Bücherverbrennung 1933 durch die Nazis folgte denn auch bald die Menschenverbrennung in den Öfen von Dachau und Auschwitz.

Bild: Flawka (Flickr.com)
Aber nicht nur Bücher brennen ja gut - auch Fahnen sind brennbar. Am beliebtesten sind zur Zeit die israelische und die amerikanische Flagge.
Man könnte analog zu Heine auch sagen: Wo Landesfahnen verbrannt werden brennt  auch bald das ganze Land. - In Israel ist das schon bittere Realität geworden. In den USA brannte bisher nur das World Trade Center. Aber zuerst brannte die amerikanische Fahne in vielen moslemischen Ländern.

Erstaunlich für mich ist die gegenwärtige Reaktion auf den Plan eines einzelnen kleinen radikalen Pastors. Die ganze Welt ist entrüstet - oder tut zumindest so. Wer reibt sich aber wohl alles klammheimlich die Hände, daß WIR es den Moslems jetzt endlich mal heimzahlen - diese Fahnenverbrennerei und Fußabtreten auf Fahnen gewisser Länder. Selbst die dänische Flagge musste ja neulich dran glauben.
Ein einzelner Mann kann durch solch eine symbolische Aktion die ganze Welt in Aufruhr versetzen? Hallo?
Und wenn wir Bilder aus dem nahen Osten sehen wo symbolisch westliche Politiker verbrannt werden gruseln wir uns nur kurz und zucken mit den Achseln? Wer empört sich in der westlichen Welt über so etwas, welche Politiker rufen in islamischen Ländern ihre Bevölkerung zu Besonnenheit und Abkehr von dieser unsäglichen Tradition auf?
Den einen kleinen Pastor jagt man in die Wüste - so wie bei uns den Sarrazin. Das Prinzip des Sündenbocks ist uralt aber immer noch wirksam:  
Der Bock, für den das Los für Azazel herauskommt, soll lebend vor den Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu dienen und zu Asasel in die Wüste geschickt zu werden. ...Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, alle ihre Frevel und alle ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen.“ 3.Mose 16,8-21
 Wer aber jagd die Fahnenverbrenner im nahen Osten und der islamischen Welt in die Wüste? Wo ist dort die Selbstkorrektur? Und aus welchem Grunde werden solche Feuerschürer und geistigen Brandstifter wie Sarrazin und Terry Jones in unserem westlichen Kulturkreis eigentlich in die Wüste geschickt? Aus Angst vor Terroranschlägen von radikalen Islamisten oder weil wir tatsächlich etwas aus der Geschichte gelernt haben?  Aus Furcht vor dem (rechtsradikalen, rassistischen) Echo, oder weil wir den dahinter stehenden Hass ablehnen? Selten so viele Fragezeichen in einem meiner Artikel gehabt....
Hos 8,7 Denn Wind säen sie, und Sturm werden sie ernten; da wächst kein Halm; das Gewächs ergibt kein Mehl; und sollte es etwas geben, so würden Fremde es verschlingen.
Wer Hass und Gewalt sät wird auch Hass und Gewalt ernten - das ist für mich Naturgesetz und auch eine geistliche Gesetzmäßigkeit. Wer das Schwert ergreift wird durch das Schwert umkommen, sagte mein geliebter Herr Jesus einst.
Mt 26,52    Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen.
Hebr 12,14  Jaget nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne welche niemand den Herrn sehen wird!
Es ist sehr mühselig dem Frieden andauernd hinterherjagen zu müssen, es kostet mehr als nur viel Kraft - aber es gibt KEINE Alternative. Denn von allein kommt der Friede nicht - leider. Es reicht auch nicht aus seinen Nachbarn einfach nur in Ruhe zu lassen und zu hoffen, daß Er mich dann auch in Ruhe lässt. Denn es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt! (Friedrich Schiller)
Wir müssen uns entscheiden als Friedensstifter zu leben - bis zum letzten Atemzug!


Throw down the sword,
The fight is done and over,
Neither lost, neither won.
To cast away the fury of the battle
And turn my weary eyes for home.
There were times when I stood at death's own door
Only hoping for an answer.
Throw down the sword,
And leave the glory -
A story time can never change.
To walk the road, the load I have to carry -
A journey's end, a wounded soul.
There were times when I stood at death's own door
Only searching for an answer.

The Empire ist over

Wenn das wahr ist gibt es noch Hoffnung.

Mittwoch, 8. September 2010

Bücherverbrennung auf "christliche Art"

Au weia. Nun werden wir vermutlich miterleben, was eine Bücherverbrennung auslösen kann. Bei der öffentlichen Bibelverbrennung von Spinnern auf einer Gegendemo des „Bündnis gegen christlichen Fundamentalismus“ gegen christliche Abtreibungsgegner hatte sich weder in Deutschland noch sonstwo auf der Welt Empörung oder gar Gewalt geregt. Aber nun wird der Koran in den USA brennen. Diesmal von christlichen Extremisten angezündet. Das wird eine ganz andere Art von Ärger geben - mit Todesopfern, Gewalt, Blut und Tränen.

Man sollte weder Sarrazins Buch noch den Koran öffentlich verbrennen. Und die Bibel schon gar nicht!

> Artikel: Zentralrat der Juden ist entsetzt.
> Radikaler Koranverbrenner war früher Pastor in Köln
> Mehr über Terry Jones

Dienstag, 7. September 2010

Juhuu ich hab ne Bibel auf'm Handy

Ich bin ja eher konservativ, was Handys angeht. Eigentlich will ich nur SMSen und selten telefonieren. Alles andere hielt ich für "Schnickschnack" und außerdem viel zu teuer.
Da meine Frau aber bei Handys eher fortschrittlich gesonnen ist und auch immer gern eins in Reserve für verlorene Handys unserer (erwachsenen!) Kinder und deren Freunde hat gab es mal wieder für billig Geld neue Handys für uns mit allem Schnickschnack.
Wir zahlen einmal 8.50 € pro Monat für den Handyvertrag und erhielten dafür 2 erstklassige Nokia-Handys zum Preis von eigentlich 150 € das Stück. (Für uns kostenlos!) Und dafür haben wir nun endlich mal ein Navi - auf dem Handy! Wir brauchen diese Verkehrsverführungsmaschinen eher selten, aber manchmal ärgert man sich schon, wenn man keins hat.
Die Kamera ist auch akzeptabel und unsere Marina bekommt viel Zuspruch auf Facebook für ihr neues Foto von MEINEM Handy. Als Mp3-Player und Radio kann man es auch gut gebrauchen.
Aber jetzt habe ich den absoluten Clou entdeckt. Die Bibel fürs Handy. Kostenlos. Und zwar 3 verschiedene moderne Versionen: Revidierte Elberfelder, Einheitsübersetzung und "Hoffnung für Alle". Inclusive Losungen, Kalender, PipaPo und haste nich gesehn!
Sieht ungefähr so aus. Nie wieder Bibelschleppen zum Hauskreis oder Gemeinde!! :-) Und dann noch zum Nulltarif. Dem Herrn und Com.Bib sei dank. Installation ist auch nicht schwer. Man muss sich nur ein bischen reinfrickeln.
Hier der Link zur "heißen Ware!"

Mittwoch, 1. September 2010

Noch mehr zerbrochene Gefäße

David Wilkerson über Zerbrochenheit:
Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten (Psalm 51,19)
Christof Lenzen über  Leere und Zerbrochenheit
Watchman Nee über Zerbrochenheit
Joh 12,24    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Montag, 30. August 2010

Gespräch an der Theke

In diesem Gotteshaus gibt es eine gemütliche Theke, wo man sich vor dem Gottesdienst ein wenig entspannt und mit Freunden quatscht.
Die Bedienung, Frau F. serviert mir netterweise einen Kaffee, meine Frau ist etwas schüchtern und lehnt den Kaffee erstmal ab.
Eine blonde Dame mittleren Alters namens E. gesellt sich zu uns und quatscht uns an. Sie fragt nach dem Woher und Wohin und ist selber zu Gast hier. Sie betont, daß sie öfter ein "kritischer Gast" im Gottesdienst sei.
Ich bin gerade dabei eine SMS von einem alten Freund zu beantworten und entschuldige mich daß ich dadurch etwas abgelenkt bin. Frau E, meint: Keine Hektik aufkommen lassen - man sollte das Leben möglichst "entschleunigen". Sie ist gut drauf. Ich erwidere: "Mein Leben ist schon dermaßen entschleunigt, daß es mir oft auf den Wecker geht. Ich bin Frührentner und habe sehr viel Zeit!"
"Ach was", entgegnet Frau E., "ich auch - wegen Sockenschuß!"
"Sockenschuß?" antworte ich, "den habe ich auch" und grinse E, dabei an.
Ich höre zwangsweise mit der SMS auf, denn E. hat ein einnehmendes Wesen und meine Frau ist sichtlich abgenervt und froh daß ich das Gespräch übernehme.
E. hatte vor fünf Jahren eine Psychose und kann seitdem nicht mehr arbeiten. Sie kennt sich aus mit den freien Gemeinden in Hannover und kennt mein Gesicht wohl von früher. Warum ziehe ich diese Art von Leuten eigentlich immer so an?
Vielleicht weil sie den Schicksalsgenossen in mir erkennen? Oder weil ich einfach ein dankbares Opfer zum zutexten bin?
Gottseidank sei die Psychose nach ihrem Klinikaufenthalt nicht mehr wiedergekommen, erzählt E. und ich antworte, daß sie froh sein kann, daß es nicht chronisch geworden ist.
Manchmal habe sie jedoch noch Panikattacken und Angstzustände. "Das kenne ich auch seit diesem Jahr", entgegne ich, und flunkere sie damit nicht an.
Ob ich denn auch Psychiatrieerfahrung hätte? - "Nicht von innen, nur als Besucher" antworte ich und erzähle von meiner Mutter, die nach einem Suizidversuch einige Monate in der Psychiatrie verbrachte als ich 12 Jahre alt war.
E. arbeitet an einer Zeitschrift für Psychiatrieerfahrene mit, von der ich seit 2005 auch ein Exemplar besitze. Ich war damals wegen meiner Herz-Op im gleichen Krankenhaus, dessen Psychiatrie diese Zeitschrift trägt. Die Zeitschrift heißt "Kaleidoskop" und hat mich sehr beeindruckt. Wegen der ehrlichen und schonungslosen Texte und den verstörenden Bildern der Kranken.
Frau E. ist immer noch krank. Das merkt man an der fröhlichen Distanzlosigkeit mit der sie mich in Beschlag nimmt. Ich mag sie, obwohl sie meiner Frau auf den Wecker geht.
Während des Gottesdienstes dankt Frau E. dem heiligen Geist laut für seine erfrischende Nähe und Gegenwart, die "wie ein sanfter Regen auf die Pflanzen" in ebensolcher Weise auch uns Menschen erfrischt und den Durst löscht.
Ich empfinde den Gottesdienst ebenso.
Auf dem Nachhauseweg raunt meine Frau mir zu: "Diese Art von Leuten wird wohl von allen freien Gemeinden angezogen" und ich stimme ihr zu. So ist das wohl.

Sonntag, 29. August 2010

Fühlt euer Elend, trauert und weint...

Paulus und die heutigen Charismatiker sind sich ja scheinbar einig, daß für Elend und Trauer kein Platz im Leben eines Jesus-Nachfolgers sein sollte. "Freut Euch allezeit. Und abermals sage ich....freut EUCH" (Gefälligst)
Der Unsympath und Quertreiber Jakobus dagegen (dessen Brief Luther aus der Bibel am Liebsten entfernen wollte) fordert die Christen im Kapitel 4 seines Briefes auf ihr Elend zu fühlen, zu trauern und zu weinen. Das scheint auf den ersten Blick so manchem unlogisch zu sein und wird auch von Lehrern und Verkündern des Evangeliums selten erwähnt. Oder hat schon mal jemand von Euch eine Predigt mit dem Titel: Fühlt euer Elend, trauert und weint gehört? Dann sagt mir bitte bescheid! :-)
Zumindest wohl kaum in "charismatischen" Kreisen.
Einschränkend muß man allerdings sagen, daß Jakobus sicher das Elend nicht zu einem Dauerzustand machen wollte, sondern es als eine vorübergehende aber in bestimmten Situationen sinnvolle und angebrachte Sache ansah.
Jak.4,8ff  Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint; euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit. Demütigt euch vor dem Herrn, und er wird euch erhöhen.
Jakobus schreibt an die Gemeinde und an dieser Stelle zu besonderen Menschen innerhalb der Gemeinde: Den Sündern und Wankelmütigen. 
Was sind denn die Sünder der Gemeinde für Leute?
Sünde bedeutet im herbräischen und griechischen Urtext ja ganz simpel: Zielverfehlung und Irrtum - oder abirren von Gott. Abirren vom rechten Weg des Glaubens. Nachzulesen im Rienecker Bibellexikon oder Wörterbüchern der alten Sprachen.

Gemeint sind also offenbar einfach die Leute, die ihr Leben mit Gott nicht auf die Reihe kriegen, die es eben nicht packen solch ein allzeit siegreicher und Erfolgreicher Paradechrist zu sein, dem es allezeit gut geht und der im Wohlstand schwimmt weil er im Glauben fest steht ohne einen Hauch von Zweifel.
Gemeint sind die Zweifler und Wankelmütigen, welche von ihren Emotionen oder Umständen hin- und hergerissen werden - die eine zeitlang Jesus nachfolgen, sich aber immer wieder von ihren Lüsten und Begierden nach anderen Dingen ablenken lassen - oder durch Schicksalsschläge und Krankheit aus der Bahn geworfen werden.
Ich habe viele solcher Christen kennen gelernt. Und ich bin selbst einer von diesen "Versagern".
Komisch, wenn man es dann mal eine zeitlang oder ein paar Jahre schafft auf die Seite der Siegertypen zu wechseln neigt man sehr schnell dazu auf den Versager (der man selbst einmal war) herabzublicken und die Nase zu rümpfen. Man spart nicht mit guten Ratschlägen und schüttelt nur den Kopf über die Sünder, welche scheinbar nur nicht richtig "wollen"!
Aber sind diese christlichen "Siegertypen" wirklich echt? Ist ihr Glaube real, oder sind es vielleicht oft nur die sogenannten "Reichen im Glauben" der Gemeinde aus Laodizea?
Off.3, 17+18 Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weisst, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloss bist,
rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weisse Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blösse nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.
Das sind die schlimmsten Sünder in der Gemeinde, welche vermeinen alle Reichtümer des Glaubens zu besitzen, welche alle Weisheit und Wahrheit ihr Eigen nennen - unangreifbar und unantastbar. Unbelehrbar weil sie ja alles besser wissen. Wir sind die Richtigen. Unsere Gemeinde ist die beste Gemeinde der Stadt oder gar in ganz Deutschland - oder sogar auf der ganzen Welt?
Und alle anderen brauchen von mir oder uns Hilfe und Unterweisung, damit sie endlich mit Gott klar kommen.

Und an Diejenigen, welche noch etwas merken, welche empfinden daß ihr Leben mit Gott nicht in Ordnung ist, an die Verirrten und die verlorenen Schafe geht die Aufforderung des Jakobus: Tut nicht so als ob alles mit Euch in Ordnung sei, verdrängt euer Elend nicht sondern fühlt es ganz tief innen - trauert und weint! Weicht Eurem Zustand nicht aus, indem ihr die Siegersprüche der Helden auswendig lernt sondern beugt Euch nieder vor Gott. Demütigt Euch vor dem Herrn.
Was ist Demut Anderes als ein realistisches Erkennen seines tatsächlichen Istzustandes? Demut bedeutet nicht mich kleiner zu machen, als ich in Wirklichkeit bin, aber es bedeutet vor allen Dingen: Mich nicht selber größer zu machen als ich Wirklichkeit bin! Es bedeutet der Realität ins Auge zu blicken ohne auszuweichen.
Machmal kann man auch mit Witzeleien und Humor von der Realität ablenken. Ich kann das jedenfalls recht gut gegenüber meinen Freunden...Und meine Freunde ebenso.
Euer Lachen verwandele sich in Traurigkeit - sagt Jakobus zu uns!
Demütigt Euch vor dem Herrn und ER wird euch erhöhen. Und wenn wir das tatsächlich tun treten wir plötzlich in den Bereich von Gottes GNADE und Hilfe ein, denn:
Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.  
Und wenn wir anfangen in dieser Gnade und Hilfe Gottes zu leben, dann hebt uns Gott aus den Zweifeln heraus, aus dem Unglück empor. Er reinigt unsere Herzen von all dem fiesen Schrott, der sich dort oft ansammelt, zieht uns feine weiße Kleider an und schenkt uns Augen, die Wirklichkeit Gottes zu sehen.

Ich wünsche Dir den Segen Gottes und eine Begegnung mit der großen Freundlichkeit des Herrn Jesus.

Nachwort: Dieser Artikel hatte ein Eigenleben. Er war nicht überlegt oder ausgedacht sondern hat sich von ganz allein geschrieben. Ich hatte nicht die Absicht irgendjemand zu belehren, zu kränken oder zu belabern. Ich wollte einfach nur mein Herz und meine Gedanken mitteilen.

Freitag, 27. August 2010

Allein

Allein in der Nacht.
Der Himmel weint in der Dunkelheit. Ebenso wie ich.
Dunkele Tannen heben sich schwarz am Horizont vom Himmel ab, während in der Ferne der Schnellweg rauscht.
Der Regen plätschert, tropft und rauscht.
Ab und zu ein metallisches Geräusch - die Regentropfen spielen mit dem Metallsessel.
Allein oder All-Ein?
Ich sitze hier allein bin aber dennoch ein Teil des gesamten Universums, bin verbunden mit allen Menschen die mich beeinflussen und die auch ich beeinflusse.
Ich spreche mit Gott und offenbare ihm meine tiefsten Gefühle und Gedanken. Ehrlich bis aufs Messer.
Gott ist still und schweigt - aber er ist da und hört zu.