Samstag, 11. September 2010

Es war einmal ein Mann...

...der war sehr sehr klug und passte eigentlich gar nicht in seine Zeit - er war ihr weit vorraus.
Dieser Mann hatte eine Idee: Alles im Universum ist doch auf Schwingungen aufgebaut. Das Licht, der Schall - selbst die Atome befinden sich ausnahmslos in einem unterschiedlichen Schwingungszustand.
Die Luft ist voller Radio und Fernsehwellen - alles Schwingungen in unterschiedlicher Hertz-Zahl und auf unterschiedlichen Ebenen.
Man braucht nur einen geeigneten Empfänger, Verstärker und - ach ja - eine Art Übersetzer dieser Schwingungen, damit aus dem Radio eine Musik ertönt oder Bilder auf dem Fernsehschirm erscheinen.
Meine Kollegen haben ja nun schon seit langer Zeit das Hintergrundrauschen des Universums erforscht und festgestellt, daß es nur der Nachhall des Urknalls ist, aus dem alles hervorgegangen ist, dachte er bei sich.
So dachte er und erschuf einen Apparat. Einen Empfänger, Verstärker und Übersetzer des Signals. ES war zwar schon wahrnehmbar, aber die bisherigen Instrumente reichten nicht aus um das Signal völlig zu entschlüsseln. Die Frequenz und das Übertragungsband stimmten einfach nicht. Er brauchte einen Empfänger für eine ganz andere Dimension - und klug wie er war kam er auf die richtige Idee um das Signal in menschliche Sprache und Form zu transferieren.
Er drehte den Lautsprecher an und rieb sich erstaunt und völlig perplex die Augen. Sein Körper fing an zu zittern, die Tränen schossen ihm aus den Augen. Er hörte durch eine unergründlich tiefe und gleichzeitig hohe alles durchdingende Stimme den Satz: ES WERDE LICHT!

Nebenbei bemerkt

Der Islam ist ein aufgeblasener Popanz. Und zwar ein ganz großer, der bis zum Himmel reicht. Aber sage es ihm nicht, dann ist er beleidigt und verfolgt Dich um Dein Blut zu vergießen.

Die westliche Demokratie ist ein Moloch der seine Kinder frisst um sich zu ernähren. Aber sage es ihr nicht, dann straft sie Dich mit Liebesenzug und schickt Dich in die Betonwüste zum Verhungern und Verdursten.

Die Kirche ist eine Hure - befleckt vom Sperma ihrer vielen Liebhaber und betrunken vom vergossenen Blut ihrer Heiligen. Aber sage es ihr nicht, denn dann schickt sie Dich in die Folterkeller ihrer heiligen Inquisition bis Du widerrufen hast.

Ach ja. Und Jesus ist ein Ausländer...

Freitag, 10. September 2010

Wo man Fahnen verbrennt

„Dies war ein Vorspiel nur, dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“
Heinrich Heine 1821

Dieser Satz wurde in den letzten Tage oft im Zusammenhang mit der für den 11.09.2010 geplanten Koranverbrennung durch Pastor Terry Jones zitiert. Und auf Youtube existiert mittlerweile das erste Video eines brennenden Korans mit der unterlegten Musik der Bloodhound Gang: Burn Motherfucker, burn...
Nach der Bücherverbrennung 1933 durch die Nazis folgte denn auch bald die Menschenverbrennung in den Öfen von Dachau und Auschwitz.

Bild: Flawka (Flickr.com)
Aber nicht nur Bücher brennen ja gut - auch Fahnen sind brennbar. Am beliebtesten sind zur Zeit die israelische und die amerikanische Flagge.
Man könnte analog zu Heine auch sagen: Wo Landesfahnen verbrannt werden brennt  auch bald das ganze Land. - In Israel ist das schon bittere Realität geworden. In den USA brannte bisher nur das World Trade Center. Aber zuerst brannte die amerikanische Fahne in vielen moslemischen Ländern.

Erstaunlich für mich ist die gegenwärtige Reaktion auf den Plan eines einzelnen kleinen radikalen Pastors. Die ganze Welt ist entrüstet - oder tut zumindest so. Wer reibt sich aber wohl alles klammheimlich die Hände, daß WIR es den Moslems jetzt endlich mal heimzahlen - diese Fahnenverbrennerei und Fußabtreten auf Fahnen gewisser Länder. Selbst die dänische Flagge musste ja neulich dran glauben.
Ein einzelner Mann kann durch solch eine symbolische Aktion die ganze Welt in Aufruhr versetzen? Hallo?
Und wenn wir Bilder aus dem nahen Osten sehen wo symbolisch westliche Politiker verbrannt werden gruseln wir uns nur kurz und zucken mit den Achseln? Wer empört sich in der westlichen Welt über so etwas, welche Politiker rufen in islamischen Ländern ihre Bevölkerung zu Besonnenheit und Abkehr von dieser unsäglichen Tradition auf?
Den einen kleinen Pastor jagt man in die Wüste - so wie bei uns den Sarrazin. Das Prinzip des Sündenbocks ist uralt aber immer noch wirksam:  
Der Bock, für den das Los für Azazel herauskommt, soll lebend vor den Herrn gestellt werden, um für die Sühne zu dienen und zu Asasel in die Wüste geschickt zu werden. ...Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes legen und über ihm alle Sünden der Israeliten, alle ihre Frevel und alle ihre Fehler bekennen. Nachdem er sie so auf den Kopf des Bockes geladen hat, soll er ihn durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste treiben lassen und der Bock soll alle ihre Sünden mit sich in die Einöde tragen.“ 3.Mose 16,8-21
 Wer aber jagd die Fahnenverbrenner im nahen Osten und der islamischen Welt in die Wüste? Wo ist dort die Selbstkorrektur? Und aus welchem Grunde werden solche Feuerschürer und geistigen Brandstifter wie Sarrazin und Terry Jones in unserem westlichen Kulturkreis eigentlich in die Wüste geschickt? Aus Angst vor Terroranschlägen von radikalen Islamisten oder weil wir tatsächlich etwas aus der Geschichte gelernt haben?  Aus Furcht vor dem (rechtsradikalen, rassistischen) Echo, oder weil wir den dahinter stehenden Hass ablehnen? Selten so viele Fragezeichen in einem meiner Artikel gehabt....
Hos 8,7 Denn Wind säen sie, und Sturm werden sie ernten; da wächst kein Halm; das Gewächs ergibt kein Mehl; und sollte es etwas geben, so würden Fremde es verschlingen.
Wer Hass und Gewalt sät wird auch Hass und Gewalt ernten - das ist für mich Naturgesetz und auch eine geistliche Gesetzmäßigkeit. Wer das Schwert ergreift wird durch das Schwert umkommen, sagte mein geliebter Herr Jesus einst.
Mt 26,52    Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen.
Hebr 12,14  Jaget nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne welche niemand den Herrn sehen wird!
Es ist sehr mühselig dem Frieden andauernd hinterherjagen zu müssen, es kostet mehr als nur viel Kraft - aber es gibt KEINE Alternative. Denn von allein kommt der Friede nicht - leider. Es reicht auch nicht aus seinen Nachbarn einfach nur in Ruhe zu lassen und zu hoffen, daß Er mich dann auch in Ruhe lässt. Denn es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt! (Friedrich Schiller)
Wir müssen uns entscheiden als Friedensstifter zu leben - bis zum letzten Atemzug!


Throw down the sword,
The fight is done and over,
Neither lost, neither won.
To cast away the fury of the battle
And turn my weary eyes for home.
There were times when I stood at death's own door
Only hoping for an answer.
Throw down the sword,
And leave the glory -
A story time can never change.
To walk the road, the load I have to carry -
A journey's end, a wounded soul.
There were times when I stood at death's own door
Only searching for an answer.

The Empire ist over

Wenn das wahr ist gibt es noch Hoffnung.

Mittwoch, 8. September 2010

Bücherverbrennung auf "christliche Art"

Au weia. Nun werden wir vermutlich miterleben, was eine Bücherverbrennung auslösen kann. Bei der öffentlichen Bibelverbrennung von Spinnern auf einer Gegendemo des „Bündnis gegen christlichen Fundamentalismus“ gegen christliche Abtreibungsgegner hatte sich weder in Deutschland noch sonstwo auf der Welt Empörung oder gar Gewalt geregt. Aber nun wird der Koran in den USA brennen. Diesmal von christlichen Extremisten angezündet. Das wird eine ganz andere Art von Ärger geben - mit Todesopfern, Gewalt, Blut und Tränen.

Man sollte weder Sarrazins Buch noch den Koran öffentlich verbrennen. Und die Bibel schon gar nicht!

> Artikel: Zentralrat der Juden ist entsetzt.
> Radikaler Koranverbrenner war früher Pastor in Köln
> Mehr über Terry Jones

Dienstag, 7. September 2010

Juhuu ich hab ne Bibel auf'm Handy

Ich bin ja eher konservativ, was Handys angeht. Eigentlich will ich nur SMSen und selten telefonieren. Alles andere hielt ich für "Schnickschnack" und außerdem viel zu teuer.
Da meine Frau aber bei Handys eher fortschrittlich gesonnen ist und auch immer gern eins in Reserve für verlorene Handys unserer (erwachsenen!) Kinder und deren Freunde hat gab es mal wieder für billig Geld neue Handys für uns mit allem Schnickschnack.
Wir zahlen einmal 8.50 € pro Monat für den Handyvertrag und erhielten dafür 2 erstklassige Nokia-Handys zum Preis von eigentlich 150 € das Stück. (Für uns kostenlos!) Und dafür haben wir nun endlich mal ein Navi - auf dem Handy! Wir brauchen diese Verkehrsverführungsmaschinen eher selten, aber manchmal ärgert man sich schon, wenn man keins hat.
Die Kamera ist auch akzeptabel und unsere Marina bekommt viel Zuspruch auf Facebook für ihr neues Foto von MEINEM Handy. Als Mp3-Player und Radio kann man es auch gut gebrauchen.
Aber jetzt habe ich den absoluten Clou entdeckt. Die Bibel fürs Handy. Kostenlos. Und zwar 3 verschiedene moderne Versionen: Revidierte Elberfelder, Einheitsübersetzung und "Hoffnung für Alle". Inclusive Losungen, Kalender, PipaPo und haste nich gesehn!
Sieht ungefähr so aus. Nie wieder Bibelschleppen zum Hauskreis oder Gemeinde!! :-) Und dann noch zum Nulltarif. Dem Herrn und Com.Bib sei dank. Installation ist auch nicht schwer. Man muss sich nur ein bischen reinfrickeln.
Hier der Link zur "heißen Ware!"

Mittwoch, 1. September 2010

Noch mehr zerbrochene Gefäße

David Wilkerson über Zerbrochenheit:
Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten (Psalm 51,19)
Christof Lenzen über  Leere und Zerbrochenheit
Watchman Nee über Zerbrochenheit
Joh 12,24    Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Montag, 30. August 2010

Gespräch an der Theke

In diesem Gotteshaus gibt es eine gemütliche Theke, wo man sich vor dem Gottesdienst ein wenig entspannt und mit Freunden quatscht.
Die Bedienung, Frau F. serviert mir netterweise einen Kaffee, meine Frau ist etwas schüchtern und lehnt den Kaffee erstmal ab.
Eine blonde Dame mittleren Alters namens E. gesellt sich zu uns und quatscht uns an. Sie fragt nach dem Woher und Wohin und ist selber zu Gast hier. Sie betont, daß sie öfter ein "kritischer Gast" im Gottesdienst sei.
Ich bin gerade dabei eine SMS von einem alten Freund zu beantworten und entschuldige mich daß ich dadurch etwas abgelenkt bin. Frau E, meint: Keine Hektik aufkommen lassen - man sollte das Leben möglichst "entschleunigen". Sie ist gut drauf. Ich erwidere: "Mein Leben ist schon dermaßen entschleunigt, daß es mir oft auf den Wecker geht. Ich bin Frührentner und habe sehr viel Zeit!"
"Ach was", entgegnet Frau E., "ich auch - wegen Sockenschuß!"
"Sockenschuß?" antworte ich, "den habe ich auch" und grinse E, dabei an.
Ich höre zwangsweise mit der SMS auf, denn E. hat ein einnehmendes Wesen und meine Frau ist sichtlich abgenervt und froh daß ich das Gespräch übernehme.
E. hatte vor fünf Jahren eine Psychose und kann seitdem nicht mehr arbeiten. Sie kennt sich aus mit den freien Gemeinden in Hannover und kennt mein Gesicht wohl von früher. Warum ziehe ich diese Art von Leuten eigentlich immer so an?
Vielleicht weil sie den Schicksalsgenossen in mir erkennen? Oder weil ich einfach ein dankbares Opfer zum zutexten bin?
Gottseidank sei die Psychose nach ihrem Klinikaufenthalt nicht mehr wiedergekommen, erzählt E. und ich antworte, daß sie froh sein kann, daß es nicht chronisch geworden ist.
Manchmal habe sie jedoch noch Panikattacken und Angstzustände. "Das kenne ich auch seit diesem Jahr", entgegne ich, und flunkere sie damit nicht an.
Ob ich denn auch Psychiatrieerfahrung hätte? - "Nicht von innen, nur als Besucher" antworte ich und erzähle von meiner Mutter, die nach einem Suizidversuch einige Monate in der Psychiatrie verbrachte als ich 12 Jahre alt war.
E. arbeitet an einer Zeitschrift für Psychiatrieerfahrene mit, von der ich seit 2005 auch ein Exemplar besitze. Ich war damals wegen meiner Herz-Op im gleichen Krankenhaus, dessen Psychiatrie diese Zeitschrift trägt. Die Zeitschrift heißt "Kaleidoskop" und hat mich sehr beeindruckt. Wegen der ehrlichen und schonungslosen Texte und den verstörenden Bildern der Kranken.
Frau E. ist immer noch krank. Das merkt man an der fröhlichen Distanzlosigkeit mit der sie mich in Beschlag nimmt. Ich mag sie, obwohl sie meiner Frau auf den Wecker geht.
Während des Gottesdienstes dankt Frau E. dem heiligen Geist laut für seine erfrischende Nähe und Gegenwart, die "wie ein sanfter Regen auf die Pflanzen" in ebensolcher Weise auch uns Menschen erfrischt und den Durst löscht.
Ich empfinde den Gottesdienst ebenso.
Auf dem Nachhauseweg raunt meine Frau mir zu: "Diese Art von Leuten wird wohl von allen freien Gemeinden angezogen" und ich stimme ihr zu. So ist das wohl.

Sonntag, 29. August 2010

Fühlt euer Elend, trauert und weint...

Paulus und die heutigen Charismatiker sind sich ja scheinbar einig, daß für Elend und Trauer kein Platz im Leben eines Jesus-Nachfolgers sein sollte. "Freut Euch allezeit. Und abermals sage ich....freut EUCH" (Gefälligst)
Der Unsympath und Quertreiber Jakobus dagegen (dessen Brief Luther aus der Bibel am Liebsten entfernen wollte) fordert die Christen im Kapitel 4 seines Briefes auf ihr Elend zu fühlen, zu trauern und zu weinen. Das scheint auf den ersten Blick so manchem unlogisch zu sein und wird auch von Lehrern und Verkündern des Evangeliums selten erwähnt. Oder hat schon mal jemand von Euch eine Predigt mit dem Titel: Fühlt euer Elend, trauert und weint gehört? Dann sagt mir bitte bescheid! :-)
Zumindest wohl kaum in "charismatischen" Kreisen.
Einschränkend muß man allerdings sagen, daß Jakobus sicher das Elend nicht zu einem Dauerzustand machen wollte, sondern es als eine vorübergehende aber in bestimmten Situationen sinnvolle und angebrachte Sache ansah.
Jak.4,8ff  Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint; euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit. Demütigt euch vor dem Herrn, und er wird euch erhöhen.
Jakobus schreibt an die Gemeinde und an dieser Stelle zu besonderen Menschen innerhalb der Gemeinde: Den Sündern und Wankelmütigen. 
Was sind denn die Sünder der Gemeinde für Leute?
Sünde bedeutet im herbräischen und griechischen Urtext ja ganz simpel: Zielverfehlung und Irrtum - oder abirren von Gott. Abirren vom rechten Weg des Glaubens. Nachzulesen im Rienecker Bibellexikon oder Wörterbüchern der alten Sprachen.

Gemeint sind also offenbar einfach die Leute, die ihr Leben mit Gott nicht auf die Reihe kriegen, die es eben nicht packen solch ein allzeit siegreicher und Erfolgreicher Paradechrist zu sein, dem es allezeit gut geht und der im Wohlstand schwimmt weil er im Glauben fest steht ohne einen Hauch von Zweifel.
Gemeint sind die Zweifler und Wankelmütigen, welche von ihren Emotionen oder Umständen hin- und hergerissen werden - die eine zeitlang Jesus nachfolgen, sich aber immer wieder von ihren Lüsten und Begierden nach anderen Dingen ablenken lassen - oder durch Schicksalsschläge und Krankheit aus der Bahn geworfen werden.
Ich habe viele solcher Christen kennen gelernt. Und ich bin selbst einer von diesen "Versagern".
Komisch, wenn man es dann mal eine zeitlang oder ein paar Jahre schafft auf die Seite der Siegertypen zu wechseln neigt man sehr schnell dazu auf den Versager (der man selbst einmal war) herabzublicken und die Nase zu rümpfen. Man spart nicht mit guten Ratschlägen und schüttelt nur den Kopf über die Sünder, welche scheinbar nur nicht richtig "wollen"!
Aber sind diese christlichen "Siegertypen" wirklich echt? Ist ihr Glaube real, oder sind es vielleicht oft nur die sogenannten "Reichen im Glauben" der Gemeinde aus Laodizea?
Off.3, 17+18 Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weisst, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloss bist,
rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weisse Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blösse nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.
Das sind die schlimmsten Sünder in der Gemeinde, welche vermeinen alle Reichtümer des Glaubens zu besitzen, welche alle Weisheit und Wahrheit ihr Eigen nennen - unangreifbar und unantastbar. Unbelehrbar weil sie ja alles besser wissen. Wir sind die Richtigen. Unsere Gemeinde ist die beste Gemeinde der Stadt oder gar in ganz Deutschland - oder sogar auf der ganzen Welt?
Und alle anderen brauchen von mir oder uns Hilfe und Unterweisung, damit sie endlich mit Gott klar kommen.

Und an Diejenigen, welche noch etwas merken, welche empfinden daß ihr Leben mit Gott nicht in Ordnung ist, an die Verirrten und die verlorenen Schafe geht die Aufforderung des Jakobus: Tut nicht so als ob alles mit Euch in Ordnung sei, verdrängt euer Elend nicht sondern fühlt es ganz tief innen - trauert und weint! Weicht Eurem Zustand nicht aus, indem ihr die Siegersprüche der Helden auswendig lernt sondern beugt Euch nieder vor Gott. Demütigt Euch vor dem Herrn.
Was ist Demut Anderes als ein realistisches Erkennen seines tatsächlichen Istzustandes? Demut bedeutet nicht mich kleiner zu machen, als ich in Wirklichkeit bin, aber es bedeutet vor allen Dingen: Mich nicht selber größer zu machen als ich Wirklichkeit bin! Es bedeutet der Realität ins Auge zu blicken ohne auszuweichen.
Machmal kann man auch mit Witzeleien und Humor von der Realität ablenken. Ich kann das jedenfalls recht gut gegenüber meinen Freunden...Und meine Freunde ebenso.
Euer Lachen verwandele sich in Traurigkeit - sagt Jakobus zu uns!
Demütigt Euch vor dem Herrn und ER wird euch erhöhen. Und wenn wir das tatsächlich tun treten wir plötzlich in den Bereich von Gottes GNADE und Hilfe ein, denn:
Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.  
Und wenn wir anfangen in dieser Gnade und Hilfe Gottes zu leben, dann hebt uns Gott aus den Zweifeln heraus, aus dem Unglück empor. Er reinigt unsere Herzen von all dem fiesen Schrott, der sich dort oft ansammelt, zieht uns feine weiße Kleider an und schenkt uns Augen, die Wirklichkeit Gottes zu sehen.

Ich wünsche Dir den Segen Gottes und eine Begegnung mit der großen Freundlichkeit des Herrn Jesus.

Nachwort: Dieser Artikel hatte ein Eigenleben. Er war nicht überlegt oder ausgedacht sondern hat sich von ganz allein geschrieben. Ich hatte nicht die Absicht irgendjemand zu belehren, zu kränken oder zu belabern. Ich wollte einfach nur mein Herz und meine Gedanken mitteilen.

Freitag, 27. August 2010

Allein

Allein in der Nacht.
Der Himmel weint in der Dunkelheit. Ebenso wie ich.
Dunkele Tannen heben sich schwarz am Horizont vom Himmel ab, während in der Ferne der Schnellweg rauscht.
Der Regen plätschert, tropft und rauscht.
Ab und zu ein metallisches Geräusch - die Regentropfen spielen mit dem Metallsessel.
Allein oder All-Ein?
Ich sitze hier allein bin aber dennoch ein Teil des gesamten Universums, bin verbunden mit allen Menschen die mich beeinflussen und die auch ich beeinflusse.
Ich spreche mit Gott und offenbare ihm meine tiefsten Gefühle und Gedanken. Ehrlich bis aufs Messer.
Gott ist still und schweigt - aber er ist da und hört zu.

Sonntag, 22. August 2010

Zerbrochenes Gefäß ?

Leonard Cohen "Anthem" (Lobgesang, Hymne)
Ring the bells that still can ring
Forget your perfect offering
There is a crack, a crack in everything
That's how the light gets in.

Läute die Glocken, die noch klingen können
vergiß Dein vollkommenes Opfer
Da ist ein Bruch, ein Bruch in ALLEM
und dadurch kann erst das Licht herein
Leonard Cohen, der alte Sänger und Barde - einer der letzten alten Singer/Songwriter war neulich in Berlin und meine Zeitung berichtete darüber.
Der Feuilletonist zitierte die Zeile: "There's a crack in everything, thats how the light gets in..." und ich war beeindruckt! Durch die "Brüche" in unserem Leben kommt also erst das Licht herein? Vielleicht sogar das Licht Gottes?
Etwas tief in mir sagte sofort JA zu dieser Erkenntnis - das ist die Wahrheit! Und ich wunderte mich über den guten alten Leonard wie er wohl zu dieser Erkenntnis gekommen sein mag?
Dann fiel mir der Psalm ein, welcher mich zum ersten mal so bewegt hat, daß ich merkte: Dies sind nicht nur Menschenworte - hier redet Gott selbst mit mir. Ich besuchte darufhin meinen ersten Gottesdienst bei den "gefährlichen" Jesus-People in Hannover in der Teestube Jesus Treff.
Ps 34,19 Der HERR ist nahe bei denen, die zerbrochnes Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagen Gemüt haben.
Hätte ich damals kein zerbrochenes Herz und kein zerschlagenes Gemüt gehabt wäre ich nie auch nur in die Nähe solch eines Gottesdienstes gekommen - mit diesen Verrückten und Fanatikern, welche tatsächlich glauben die Bibel sei das Wort Gottes.
Ich glaube Leonard Cohen kennt die Bibel, zumindest das alte Testament und die Psalmen, denn er ist ja Jude. Da lernt man so etwas schon von Kindheit an in Familie und Synagoge. Und er muß wohl König David sehr geschätzt haben, der in seinem Song "Hallelujah" vorkommt - mit einem kalten und "zerbrochenen" Hallelujah.

Früher wurde recht viel über den sogenannten "Zerbruch" gepredigt und geredet - bis er dann irgendwie vom Triumpf und Sieg des Glaubens abgelöst wurde....
Irgendwie war "Zerbruch" nicht so populär wie die Kunde vom Überwinden und dem Sieg in Christus.

Mir hat dieser Satz von Cohen jedenfalls Mut gemacht und innerlich getröstet - ich habe eine monatelange Phase der Dunkelheit und des "zerschlagenen Gemüts" hinter mir.
Hey - ist doch nicht so schlimm Alter - wenn da viele Brüche in Deinem Leben sind und viele Risse Deine Seele durchziehen - denn da ist ein Freiraum für das Licht, welches in Deine Dunkelheit hineinscheinen will....
Jes 61,1 Der Geist des Herrn, Jehovas, ist auf mir, weil Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, um zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen, und Öffnung des Kerkers den Gebundenen;
Jes 57,15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt, und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum, und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.

Dienstag, 10. August 2010

Der Herbst ist ein freundlicher Mann

In unserem Haus sind immer noch die Handwerker am Gange. Heute bekommen wir eine neue Wohnungstür, deshalb steht alles offen und ich habe die Wohnzimmertür hinter mir geschlossen, mich auf die bequeme Couch gelegt und die Balkontür weit geöffnet. Die Kapuze habe ich mir übers Gesicht gezogen um den allgemeinen Rückzug zu symbolisieren.
Ein kühler aber freundlicher Luftzug weht von draußen herein und ich rieche....rieche: Den Herbst!
Es ist schwer zu definieren aber die Luft riecht irgendwie anders als im Sommer obwohl die Sonne am Himmel strahlt und die Tage nicht merklich kürzer sind bisher.
Auch der Klang der Sonne ist ein Anderer. Sie ist irgendwie sanfter und netter als sonst. Wie soll ich die Stimmung beschreiben?
Gestern früh ging ich an einer frischen Horde Schulkinder vorbei, welche mit gepackten Koffern und Taschen auf den Reisebus warteten. Sind denn immmer noch Ferien? dachte ich mir. Die gehen gerade scheinbar auf Urlaubsreise.
Dann wandert mein Blick nach oben an der dicken, zerklüfteten Rinde eines alten Baumes empor. Er hängt voller fetter frisch-grüner, stacheliger Kastanien.
Nett, nett denke ich bei mir - Kinder aller Zeiten lieben schon immer Kastanien und sammel sie gern auf. Warum diese Bäume nur so oft in der Nähe von Schulen stehen? Vielleicht haben die Grünplaner der Stadt bewusst oder unbewusst etwas Schönes für die Kinder tun wollen - in Erinnerung ihrer eigenen Kindheit?
Der Herbst ist ein freundlicher Mann - denke ich mir. Er bringt uns so viele schöne Früchte an den Bäumen. Auf unserem Hinterhof lugen zart und grün die ersten vollen Äfpel durch das noch dichte grüne Laub - eine erste Mahnung an den Herbst. Eine Vorahnung der Veränderung, ein leiser Schrecken weil dann irgendwann die graue und feuchtkalte Zeit kommt - unaufhaltsam. Nur nicht dran denken, sondern lieber an den freundlichen Herrn Herbst mit seiner großzügigen Versorgernatur - er kommt mit dicken Früchten....

Foto: Homo_Sapiens (Flickr.com)