Montag, 9. November 2009

YES

Die Ballade von John und Yoko beginnt mit einem kleinen "Ja" erzählte John den Reportern später:
Er erreichte, scharf beobachtet (von Yoko), das begehbare Kunstwerk "Deckengemälde". Ein weiß gestrichener Raum war es, eine Leiter stand darin, Luft, weiter nichts. Von der Decke baumelte eine Lupe, und als er die Leiter emporstieg, konnte er durch diese Lupe eine winzige Schrift an der Decke entziffern. Es war nur ein Wort, es hieß: "YES".
Er war begeistert.
Hätte dort an der Decke das Wort "Nein" gestanden, wäre er aus der Ausstellung von Yoko geflohen und hätte sich nicht mehr für sie interessiert, sagt er später in einem Interview.
Was hat ihn an diesem "Yes" wohl so fasziniert? Hat er es als große Bejahung des Lebens aufgefasst? Als großes Ja an seine eigene Person?
2Kor 1,19 Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern in ihm ist das Ja geworden; denn soviele Gottesverheißungen es gibt, in ihm ist das Ja, und deshalb durch ihn auch das Amen, Gott zum Lobe durch uns!
Auch wir als Christen sind einem großen "Ja" begegnet, wenn wir uns Jesus zugewandt haben. Gott sagt ja zu uns Menschen. Und zwar mit ganzem Herzen. Er bekräftigt dieses Ja sogar noch mit einem Amen - So sei es! Es ist gewisslich wahr. Das Ja Gottes zu Dir und mir steht felsenfest. Und das wunderbare daran ist - es gilt allen Menschen! Auch den verkehrten. Auch den Bösen. Selbst den Politikern und Managern, den Räubern und Gewalttätern ebenso wie den Opfern der Ungerechtigkeit. Gott sagt JA zu uns allen, nur einige haben es nicht ergriffen, haben es nicht kapiert, sind nicht auf die Leiter des Wortes Gottes gestiegen und haben die Lupe des Heiligen Geistes benutzt um dieses JA erkennen zu können!
Gott sagt nicht Ja zu unserer Sünde, zu unserer Ungerechtigkeit, Gier oder Bosheit - aber er sagt JA zu uns allen auch in der größten Schwachheit und Verblendung. Auch im größten Versagen!
Gott liebt seine Menschen. Gott liebt seine Schöpfung und meint es sehr sehr gut mit uns. Er hat nur gute Absichten und Pläne mit uns allen - seien wir gläubig oder ungläubig.
Jes 65,2 Ich habe meine Hände den ganzen Tag ausgestreckt nach einem widerspenstigen Volk, das seinen eigenen Gedanken nachgeht auf einem Wege, der nicht gut ist!
Gott streckt seine Hand der Versöhnung und Hilfe einem Jeden ständig entgegen, wir müssen sie nur ergreifen. Und was machen Wir? Sollen wir nicht ebenfalls so gesinnt sein wie Gott? Sollen wir es nicht Jesus nachmachen, der dieses große JA Gottes sichtbar auf Erden verkörperte?
Sagst Du ja zu Guido Westerwelle, deinem neuen Außenminister? Sagst Du ja zu Deiner Schwiegermutter, Deinen Kindern, Deinem Mann? Sagts Du ja zum Penner oder Punker und zum Asylbewerber? Sagts Du ja zu den Moslems in der Moschee Deiner Stadt?
Und was ist mit Osama Bin Laden, Barack Obama oder George W. Bush?
Gott sagt JA zu allen Menschen und lässt seine Sonne aufgehen und den Regen regnen über Gute und Böse.
Hast Du Dich schon dem großen JA verschrieben oder bist Du noch GEGEN alle möglichen Menschen?
Das frage ich heute zuerst mich selbst.
Ich möchte mich jedenfalls von ganzem Herzen der Liebe Gottes verschreiben und das große JA anstreben. Ich möchte Jesus nachfolgen so gut ich nur kann. Möglicherweise muß ich von einigen Denkgewohnheiten und Verhaltensweisen Abschied nehmen. Gott, schenke mir bitte Deine Gnade dazu!

San Antone

Irgend Jemand aus San Antonio Texas besucht immer wieder meinen Blog. Das sagt mir zumindestens die "live traffic map" von feedjit.
In San Antone stehen die Ruinen des weltberühmten Fort Alamo in denen die tapferen Helden Davy Crockett und Jim Bowie mit dreihundert Mann bis zum letzten Blutstropfen gegen eine gewaltige Übermacht von Mexikanern unter General Santa Ana die Stellung hielten.
Ich habe dort mal Mexikanisch gegessen - und es war überhaupt nicht scharf.
Und ein Professor einer Bibelschule hat Bernd und mir das Motel ausgegeben. Er kannte uns überhaupt nicht und wir wollten nur unseren Freund Billy Hornsby begleiten, um mal richtig Texas zu sehen ;-)
Interessant war auch das Buffet bei Mc Donalds dort, welches es in dieser wunderbaren Qualität und Vielfalt in Deutschland nie gab. Oder war es Burger King? Jedenfalls gab es dort super leckere Käsesoße und scharfe Soße zum Buffet.
Wenn also hier jemand aus San Antone immer wieder aufkreuzt, kann er sicherlich auch Deutsch, denke ich :-)
Also wer immer Du bist - grüß mir das Alamo und die Sheriffs mit Cowboyhut und Cowboyrevolver, die so aussehen wie im wilden Westen.
Wir konnten damals im Tshirt herumlaufen - es war 25° Celsius im Januar.
And God bless America!

Montag, 2. November 2009

Lektion in Fürbitte

Mt 5,44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen...
1977 bekehrte ich mich und gab mein Leben Jesus. In dieser Zeit war ich Zivildienstleistender im Annastift und wohnte in einem kleinen Zimmer auf dem Flur direkt über der Station, auf der ich als Krankenpflegehelfer arbeitete.
Das hatte viele Vorteile, denn die lange Anfahrt mit Bus und Bahn oder dem Auto entfiel und man konnte natürlich dementsprechend länger schlafen.
Das ist bei einem Arbeitsbeginn von 6:00 Uhr morgens doch recht angenehm. Als ich noch außerhalb wohnte, musste ich zumeist schon um 4:30 Uhr aufstehen, um pünktlich zu sein.
Wenn ich nun mal abends zu lange gemacht hatte, ließ ich das Duschen sein und stand erst um fünf vor sechs auf, wenn es mir passte. Den Kaffee gab es dann ja auf Station!

Der "Pflegerflur" hatte allerdings auch Nachteile. Zum Beispiel konnte man die quäkende Klingel der behinderten Heimbewohner eine Etage tiefer hören und hatte manchmal das Gefühl aufgefordert zu sein zur Klingel zu gehen, um nach den Bedürfnissen der Patienten zu fragen.
Dafür hat die Klingel ja den entsprechend nervigen Ton! Man sollte es sich beim Kaffetrinken in der Personalküche nicht zu gemütlich machen und rasch aufstehen, wenn ein Heimbewohner Wünsche hatte.
Ein anderer gravierender Nachteil bestand in der Tatsache, daß ein Pfleger der eigentlich außerhalb wohnte sich die 90 Mark für das Zimmer schräg gegenüber leisten konnte, um ein Notquartier zu haben, falls er einmal nach dem Spätdienst keinen Bock hatte nach Hause zu fahren. Der Spätdienst war damals erst um 22:00 Uhr vorbei, und wenn er am nächsten Morgen Frühdienst hatte, der um 6:00 Uhr begann, lohnte es sich nicht wirklich noch nach Hause zu fahren.

Eines Tages hatte Günther (derPfleger gegenüber) nach dem Spätdienst die Idee, noch mit ein paar Kollegen einen kleinen Umtrunk zu halten. Er hatte ein Kofferradio oder Plattenspieler im Zimmer, der mit der guten Laune der Kollegen immer Lauter wurde. So gegen 24:00 Uhr klopfte ich an die Tür und bat die Leute, das Radio etwas leiser zu drehen, da ich am nächsten Tag Frühschicht hatte. Man drehte das Radio für fünf Minuten leise - dafür wurde aber das Gelächter und die Unterhaltung immer lauter.
Ich konnte nicht einschlafen und die Jungs und Mädels machten so bis etwa 3:30 Uhr nachts weiter, was bedeutete, daß ich ziemlich gerädert zum Frühdienst erschien.
Na ja, man vergibt ja als Christ, das hatte ich schon gelernt und das tat ich dann auch.
Allerdings häuften sich nun die Gelegenheiten zum Vergeben ziemlich drastisch, denn die Kollegen hatten Gefallen am geselligen Beisammensein mit Umtrunk und Musik gefunden.
Direkt neben Günthers Zimmer, wo manchmal Nacht für Nacht die Partys stattfanden wohnte noch ein anderer Christ, zu dem ich einen freundschaftlichen Draht hatte.
Wir gingen ab 24:00 Uhr abwechselnd an Günthers Tür und baten mehr oder weniger dringlich um Ruhe. Leider meistens völlig ohne Erfolg.
Die Heimbewohner unter uns holten des Öfteren die Hauptnachtwache, um für Ruhe zu sorgen, die den Feiernden Bescheid sagte. Es war danach für 10 Minuten leise und ging dann wieder los.
Die Kollegen hatten einfach kein Einsehen oder Mitleid mit dem Rest des Hauses.
Mittlerweile hatte ich ein Buch über "Waffen im Kampf gegen die Mächte der Finsternis" gelesen und fing an den Dämonen des Alkohols, der Musik und der Unverschämtheit gegenüber zu gebieten im Namen Jesu den Pflegerflur zu verlassen. Ich band auch alle Mächte der Unreinheit und Sexualität und was mir sonst noch so alles einfiel.
Kein Dämon hörte auf mich! Der Lautstärkepegel blieb unverändert und meine Nächte waren kurz. Ich bat Gott auf Knien, daß er den Leuten doch bitte Einhalt gebieten solle - doch scheinbar interessierte sich Gott nicht für mein Problem. Ich versuchte nachts die Bibel zu lesen und hörte leise Musik. Andreas mein Mitchrist drehte eines nachts seine Lautsprecherboxen direkt auf die angrenzende Wand und drehte Orgelmusik von Bach auf volle Lautstärke - er war ein Klassik-Fan. Auch das nützte nichts, so das wir beide ziemlich verzweifelt und stinksauer auf die rücksichtslosen Kollegen wurden.
Eines abends, als die Party nebenan mal wieder in vollem Gang war beschlossen Andreas und ich unsere Gebetspower zusammen zu tun um die Verheißung des gemeinsamen Gebets in Anspruch zu nehmen:
Mt 18,19 Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden über irgend eine Sache, um welche sie auch bitten mögen, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist.
Andreas fing an, unsere Nachbarn zu segnen und ihnen im Gebet Gutes zu wünschen. Er betete für Gottes Segen auf den Familien unserer Kollegen. Ich war etwas erstaunt über seine Art zu beten, die völlig ohne Befehle an die Dämonen auskam und tat es ihm gleich. Schließlich war es ja wichtig, daß man im Gebet übereinstimmt, um die Verheißung zu erlangen.
Über dem Segnen vergaßen wir völlig, Gott zu bitten, dem bösen Treiben doch ein Ende zu machen. Wir beteten überhaupt nicht für irgendeine Erlösung oder Hilfe und beteten auch nicht gegen unsere Zimmernachbarn sondern vergaben ihnen gemeinsam und baten den Herrn ihnen das Böse nicht anzurechnen.
Danach ging ich friedlich und freudig in mein Zimmer zurück und lächelte in mich hinein. Ich zündete mir eine Kerze an und las noch ein Kapitel in der Bibel und einen Psalm. Dann machte ich das Licht aus und schloß meine Augen zum Schlaf.
Kaum hatte ich das getan, öffnete sich gegenüber die Tür und der Erste verabschiedete sich für diesmal. Die Anderen wollten ihn zuerst nicht gehen lassen, aber er setzte sich durch. Innerhalb kurzer Zeit hatten die Anderen wohl auch die Lust verloren, gingen nach Hause und es wurde still. Es war kurz nach 24:00 Uhr.
Seitdem hörten die lauten Partys schlagartig auf! Und ich hatte eine Lektion in Fürbitte gelernt.
Es heißt nämlich FÜR-Bitte und nicht GEGEN-Bitte. Wir sollen den Leuten im Gebet nichts Schlechtes wünschen, sondern Gutes. Ich hatte vorher innerlich die Menschen verflucht und nicht gesegnet.
Röm 12,14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht.
1Petr 3,9 und vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, daß ihr Segen ererbet.

Samstag, 31. Oktober 2009

Die Leibliche Übung

1.Tim 4,8 Denn die leibliche Übung ist zu wenigem nütze, die Gottseligkeit aber ist zu allen Dingen nütze, da sie die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens hat.
Ich schätze ja den Bruder und Apostel Paulus sehr, aber ob er bei diesen Versen wohl an den Durchschnittsmenschen des 21. Jahrhunderts gedacht hat? Eher nicht!
Denn der Durchschnittsmensch heutzutage (Und dazu zähle ich mich selbst auch) ist stark übergewichtig, leidet unter Bewegungsmangel und hat es verlernt, sich gesund zu ernähren.
Zu biblischen Zeiten gabs halt noch kein Fernsehen, Mc Donalds und PC.
Büroarbeit war weitgehend unbekannt und man war gezwungen seinen Körper selbst zu bewegen, wenn man zur Arbeit ging, denn es gab keine Autos oder Straßenbahnen und auch keine Fahrstühle und ähnliche Bequemlichkeiten.
Der Durchschnittsmensch von heute ist zumeist eine sogenannte "Couch-Potato" und leidet gern an Zivilisationskrankheiten wie Herzverfettung, "Kreislauf", "Rücken" und Depressionen. Die Muskelmasse nimmt ab und das Fettgewebe nimmt zu. Dazu kommt dann noch das Gefäßvernichtende Nikotin und der blödmachende Alkohol.
Paulus kannte damals nur den übermäßigen Genuß von Wein, vor dem er und die übrige Bibel auch warnt:
Spr 23,31ff Sieh den Wein nicht an, wenn er sich rot zeigt, wenn er im Becher blinkt, leicht hinuntergleitet. Sein Ende ist, daß er beißt wie eine Schlange und sticht wie ein Basilisk. Deine Augen werden Seltsames sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden. Und du wirst sein wie einer, der im Herzen des Meeres liegt, und wie einer, der da liegt auf der Spitze eines Mastes. "Man hat mich geschlagen, es schmerzte mich nicht; man hat mich geprügelt, ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Ich will es wieder tun, will ihn abermals aufsuchen."
Was würde Paulus wohl heutzutage über die "leibliche Übung" schreiben? Ich mach mal nen Versuch, mir das vorzustellen:
Widerruf von 1. Tim.4,8
Kinder, ich habe Euch geschrieben, die leibliche Übung sei zu wenig nütze. Das stimmte damals auch. Aber heutzutage gilt: Wer seinen Allerwertesten nicht aus dem Fernsehsessel hochbekommt, das Bier wegschüttet, gesundes Essen kocht und in die Laufschuhe kommt, mit dessen Gottseligkeit ist es nicht weit her. Ihr wisset doch wohl hoffentlich, daß Euer Körper ein Tempel des lebendigen Gottes ist und wer diesen Tempel verdirbt, den wird Gott verderben. Denn der Tempel Gottes ist heilig und der seid Ihr! Es wird langsam Zeit, daß Ihr Verantwortung für Euren Leib übernehmt und ihn nicht mit Fastfood und Kartoffelchips zumüllt. Statt dessen bewegt Euch ausreichend an der frischen Luft oder geht so oft ihr könnt in ein Fitnessstudio, damit Euer Leib wieder in eine gesunde Form gebracht wird und dem Herrn Ehre macht.

Habet auch keine pseudogeistlichen Ausreden für den Weg der Fitness indem ihr sagt ihr bräuchtet diese Zeit zum Gebet, für die Gemeinde oder zum Seelen eretten; denn der Herr sieht ganz genau, wieviel Zeit ihr fürs TV-Glotzen und Eure Hobbys übrig habt!
Und erwartet bitte nicht, daß der Herr Eure Gebete um Heilung für Euren sterblichen Leib erhört, wenn ihr zu faul seid vernünftig und verantwortlich mit ihm umzugehen.
So weit der fiktive heutige Paulus. Na ja radikal war der ja schon immer! ;-)

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Was ich erwarte - kommt manchmal DOCH über mich!

Hi 3,25 Denn was ich gefürchtet habe, das ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen. (Luther schrieb: Was ich SORGTE hat mich getroffen)
Mein letzer Artikel befasste sich mit Übertreibungen dieses Verses des Hiob. Man kann alles übertreiben, aber das muß nicht heißen, daß es nicht auch einen richtigen und Vernünftigen Weg gäbe mit diesen Wahrheiten und Erfahrungen umzugehen.
Natürlich ist Sorge und Furcht nichts Positives. Natürlich ist es gut und richtig, daß Wort Gottes zu bekennen und seine Glaubenserwartungen auszusprechen. Es ist auch vernünftig, nicht andauernd negative Erwartungen und Befürchtungen zu formulieren, wenn man es vermeiden kann.
Nicht alles an der Glaubensbewegung war schlecht (denn sie gründete sich ja auf biblische Wahrheiten) sondern die Übertreibungen und Extreme darin und vor allem die Nähe zum magischen Denken, die sich schnell einschleichen konnte.
Vor allen Dingen von Übel waren und sind Verhaltensweisen in Gruppen und Gemeinden, negatives Bekennen sofort zu rügen und die armen Leute zu belehren doch bitteschön Positiv zu reden, wodurch sich dann niemand mehr traut zuzugeben, daß es einem so richtig schlecht geht, daß man krank oder deprimiert ist. Das ist eine krankmachende Gruppendynamik.

Aber das Befürchtungen und negative Erwartungshaltungen ebenfalls krank machen können und positive Erwartungen die Gesundheit fördern ist sogar mittlerweile wissenschaftlich erwiesen. Der sogenannte "Placebo-Effekt" ist ja den Meisten hinreichend bekannt. Ich habe ihn selbst als Krankenpfleger manchmal ausgenutzt, wenn Leute zu oft Medikamente gegen Schmerzen oder zum Schlafen haben wollten, bei denen man den Verdacht hatte, daß sie zum Suchtverhalten neigen. Besonders bitter schmeckende Tropfen hatten eine sehr gute Wirkung gegen alles Mögliche. Ich sagte den Patienten dann noch dazu, daß diese Tropfen besonders "stark" wären und sie deshalb nicht zu oft eingenommen werden dürfen. Die Patienten waren meistens hochzufrieden mit den Placebos ;-)
Was aber neuerdings auch untersucht wurde ist der sogenannte "Nocebo-Effekt", der das Gegenteil vom Placebo-Effekt darstellt. Er beschreibt, wie sich negative Erwartungen mit einer signifikanten Wahrscheinlichkeit erfüllen können. Das kann bis zu heftigsten körperlichen Symptomen führen, wenn man Versuchspersonen "Nocebos" gibt und ihnen erklärt daß diese Pillen sehr häufig starke Nebenwirkungen hätten.
Bekannt ist vielen ja auch der Terminus "Selbsterfüllende Prophezeiung" der von der Soziologie genauer untersucht wurde.

Der Glaube an die guten Verheißungen des Wortes Gottes bringt auf jeden Fall mehr Positives zu Tage als der Glaube an die Kraft des Teufels, Negatives zu bewirken! ;-)
Wichtig ist nur, daß der Glaube echt und nicht irgendwie eingeredet oder eingebildet ist! Und das man wahrhaftig ist und auf dem Teppich bleibt.

Freitag, 23. Oktober 2009

Was ich fürchtete... kam NICHT über mich!

Hi 3,25 Denn was ich gefürchtet habe, das ist über mich gekommen, und wovor mir graute, das hat mich getroffen. (Luther schrieb: Was ich SORGTE hat mich getroffen)
Dieser Satz war für uns Glaubens-Jünger jahrelang wie das fünfte Evangelium. Oder war es mehr die Drohbotschaft der Glaubensbewegung, als die Frohbotschaft der Bibel?
OK. Jesus hat uns sehr stark empfohlen, daß wir uns nicht sorgen sollen. Aber hat er damit gedroht, daß unsere Sorgen uns quasi wie eine Art Fluch treffen würden, wenn wir sie nicht aus unserem Denken verbannen?
Die Väter der Glaubensbewegung (inclusive mir als Prediger) warnten uns vor allen Dingen davor, unsere Befürchtungen auch noch auszusprechen. Das war quasi wie ein negatives Glaubensbekenntnis zu bewerten - mit einer nahezu magischen Kraft, die das Böse nur so magnetisch anzog!
Was ich fürchte und dann auch noch Ausspreche, wird garantiert zu meiner Lebenswirklichkeit, wogegen das Bekennen der Verheißungen Gottes (Auf ebenso magische Weise) mir nur Gutes bringt wie Gesundheit, Wohlstand und Erfolg in allen Bereichen des Lebens.
Natürlich mußte das Ganze noch durch diverse geistliche Opfer wie den "Zehnten", Lobpreis, Danksagung und Anbetung unterstützt werden wenn es Erfolg zeitigen sollte.
Evangelisation und Missionsanstrengungen gehörten auch irgendwie dazu, um Gott zu beeindrucken, seinen Segen reichlich fließen zu lassen.
Wenn aber alles nichts half mußte halt der Turbo des Fastens dazu geschaltet werden - denn wir mußten Gott ja schließlich beweisen wie ernst wir unsere Gebete und Wünsche nahmen!

Wenn dann aber gar nichts von alldem half und die Verwandten oder Gemeindemitglieder trotzdem krank blieben, starben oder Schulden hatten, konnte es sich nur um okkulte Belastungen, unbekannte Sünden oder irgendein geheimnisvolles Ingredienz halten, welches wir vergessen hatten unserem "Glaubenseintopf" hinzuzufügen, denn das Wort Gottes ist ja wahr und wenn sich seine Verheißungen nicht in unserem Leben erfüllen, dann hatten WIR ja zwangsläufig irgend etwas falsch gemacht!

Vor ca. einer Woche begann ich mich aus gutem Anlass davor zu fürchten, mir die berühmt-berüchtigte Schweinegrippe aufgehalst zu haben, sah mich im Geiste schon darnieder liegen und still vor mich hin leiden und erzählte es allen die es wissen oder auch nicht wissen wollten. Ja ich schrieb es sogar auch noch nieder! Und zwar hier in meinem frommen und chaotischen Blog.
Leider wurde ich nicht richtig krank. ;-) Es blieb bei meinem Kratzen in Hals und Rachen und an einem Tag war es etwas schlimmer und ich fühlte mich etwas kränklich. Auch war die rechte Nasenhäfte etwas dicht. Aber kein Schnupfen oder Husten, kein Fieber oder sonstewas!
Und nu isses auch wieder wech. Was ich fürchtete kam NICHT über mich!
Na so was.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Angst vor der Schweinegrippe

Wir kamen gerade von Sonjas Geburtstag und hatten unsere Enkel abgeknuddelt, als uns ein Anruf vom Krankenhaus ereilte, in dem meine bessere Hälfte ihren Dienst tut.
Sie hätte vor einigen Tagen Kontakt zu einem Patienten gehabt, bei dem die Infektion mit dem Schweinegrippevirus erwiesen wäre.
ALARM! PANIK!
Wenn wir nun unsere Enkel angesteckt hätten?
Wenn dieser heimtückische Erreger schon stillschweigend sein zerstörerisches Werk in unseren arglosen Körpern begonnen hätte?
Seit dem Anruf aus dem Krankenhaus spürte ich sofort ein bedrohliches Kratzen in Rachen und Nase.
Bestimmt bin ich schon infiziert und werde demnächst schwerkrank im Bett liegen und leiden, leiden leiden!
Ob ich DAS überhaupt überlebe? Wir sagten den Hauskreis an diesem Tag lieber ab, um niemand anzustecken.
Misstrauisch registrierte ich in den nächsten Tagen jedes kleine Zucken in den Gliedern und wartete auf den Schnupfen und das Krankheitsgefühl im Bauch. Die Nase und der Rachen kratzten unverändert weiter, aber nichts wurde schlimmer. Ich begann Eukalyptusbonbons zu lutschen und abends 2 Knoblauchzehen zum Abendbrot zu verspeisen. (Knoblauch ist gut für die Bronchien und alles Mögliche)
Ich steigerte vorsichtshalber die Vitaminzufuhr, denn Vitamin C ist wichtig für die Immunabwehr. Das Kratzen blieb unverändert.
Heute überredete meine Frau mich zu einer kleinen Fahrradtour, weil die Sonne sich blicken ließ. Ich hatte arge Bedenken, denn ich fühlte mich durch die anmarschierende Grippe schlapp und geschwächt. Unterwegs vergaß ich die Schwäche und das Kratzen im Hals. Und die frische Luft tat wirklich gut! Zuhause angekommen spürte ich kein Kratzen und Schlappheit mehr und war sehr gut gelaunt.
Vielleicht stecken Medien und Pharmaindustrie ja doch unter einer Decke. Die einen schüren die Panik vor der Grippe und die Anderen verdienen sich dumm und dusselig an dem Impfstoff?

Foto: Auntie P (Flickr.com)

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ist der Abend kalt und naß...

Der Abend ist dunkel, kalt und naß. Don Ralfo fährt fröhlich pfeifend mit seinem Drahtesel durch den Abend. Es ist die Melodie der Vorabendserie "Rosenheim Cops", die eben im TV begonnen hat.
Es muß mir unverschämt gut gehen, denkt Don Ralfo, denn in der Abendstille klingt das Pfeifen doppelt laut und unverschämt. Die flauschige Windjacke hält ihn gut warm.
An der Sparkasse zieht er sich ein wenig Geld aus dem Automaten und fährt dann weiter zum Supermarkt. Er kauft sich Magerquark, Paprikaschoten und Zuccini fürs nächste Mittagessen.
Er hat aufgehört zu pfeifen, weil er angestrengt darüber nachdenkt, wie man aus der nass-kalt-fröhlich-pfeifenden Fahrradfahrt im Dunkeln ein "Haiku" machen kann.
Das ist ein dreizeiliges japanisches Gedicht mit 5-7-5 Silben. Es gelingt ihm aber nicht, denn ein Haiku ist gar nicht so einfach.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Don Ralfo bewegt sich...

"Bewegung ist Leben", sagte die alte Frau im Hauseingang zu mir als sie bemerkte, daß ich statt des Fahrstuhls die Treppe nahm, um zu meiner Patientin im Haus zu gelangen.
Ich dachte später daß ich wohl eine Begegnung mit einem Engel gehabt haben muß und ihre Worte gingen mir nicht mehr aus dem Kopf.
Bewegung ist Leben und Leben ist auch Bewegung! Stillstand ist Tod. Im Tod bewegt sich überhaupt nichts mehr...

Trotzdem benutzte ich später immer wieder fast ausschließlich den Fahrstuhl, wenn er denn in einem Haus vorhanden war. Und mein Bauch wuchs entsprechend kugelförmig.
Es ist schwer, seine Angewohnheiten zu ändern, auch wenn sie krankmachend sind. Lieber verdrängte ich meine Gesundheitsprobleme und dachte: "Der Herr Jesus wirds schon irgendwie richten", trank aber weiterhin mein Bier und aß meine Kartoffelchips dazu.
Obwohl ich genau wußte, wie unvernünftig ich lebte, konnte ich doch nicht von diesem Lebensstil loslassen und verfluchte mich innerlich dafür.
Mein Körper gab mir eines Tages die Quittung und ich verbrachte das Jahr 2005 mehr in Krankenhäusern als zu Hause. Meine Hauptbeschäftigung in diesem Jahr: Arztbesuche.

Danach machte ich noch ein paar Versuche mit Herzsport, Heimtrainer und Fahrradfahren, kam aber nicht wirklich in Schwung und saß mehr auf meinem Hintern als mir lieb war.
Doch seit kurzem entdecke ich die Freude an der Bewegung wieder neu und bin mehrmals in der Woche mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Und das oft mehr als eine Stunde.
Hier kommen ein paar Bilder aus meinem Wald vor der Haustür, dem Seelhorst. Klickst Du die Bilder an - werden sie riesengroß!



Im Wald da sind die Räuber!

Hängt da 'ne Seele im Baum? Ist es der Horst?

Samstag, 3. Oktober 2009

Nachdenkeswertes aus der Hauskirche

Gestern hatten wir einen Überraschungsgast in der Hauskirche. Ich kannte ihn noch aus der "Torontozeit" in unserer ehemaligen Gemeinde und Bibelschule. (1994/95)
Er war seit dieser Zeit in den wildesten charismatischen Gemeinden unterwegs gewesen und hatte einige Jahre in Amerika in der Vineyard-Bewegung verbracht. Nach Jahren des "Soakens", Lachens, umherrollens auf dem Gemeindeteppich und der immer wieder neuen Erfüllung mit dem heiligen Geist meinte dieser Überraschungsgast:
Nur durch Gebet und unter der Kraft des heiligen Geistes am Boden liegen wurde nicht eins meiner tiefen Probleme gelöst. Es machte mich eher depressiv.
Die meisten meiner Probleme besserten sich durch die Gespräche mit meinen weltlichen Freunden, Psychotherapie und dadurch, daß ich selber angefangen habe an diesen Problemen zu arbeiten!
Interessantes Statement. Es macht nachdenklich. Allerdings war das Jahr 2009 nach seinen Angaben auch das bisher übelste Jahr seines bisherigen Glaubenslebens gewesen und selbst der Gedanke "Existiert Gott überhaupt?" war ihm des öfteren gekommen. Er hatte diese Frage im Gebet direkt an Gott gestellt.
Darf man so etwas fragen? Als Christ? In der Gemeinde?
Ich würde mich freuen, wenn dieser Gast nun öfter zur Hauskirche käme, denn er ist ein ausgesprochen netter Mensch :-)