Als Josua mit den Kindern Israel durch den Jordan ging, ließ er 40 Jahre Wüstenwanderung hinter sich, um in ein Land hineinzuziehen, daß von "Milch und Honig" floss.
Das neue Land war sehr gut und fruchtbar - aber es gab auch etwas, daß er am Jordan zurückließ, es gab einiges daß sterben musste. Z.B. hörte die übernatürliche Versorgung mit dem Manna auf.
Zurück blieben die Erinnerungen an starke Begegnungen mit Gott am Berg Sinai oder die Wolkensäule Gottes bei Tag und der Feuersäule bei Nacht. Es gab Erinnerungen an Kämpfe und Aufruhr in der Gemeinde - Erinnerungen an Menschen, die bei der Wanderung ums Leben kamen.
Das alles ließ Josua nun hinter sich, ließ es sterben um in das neue Land hineinzugehen. ER wusste noch nicht, was genau auf ihn zukommen würde, es waren ja die "Riesen" im Land und viele befestigte Städte. Er ging im Glauben und mit der Vision: "Yes we can!"
Wie schön ist es für uns Christen, wenn wir uns an solchen biblischen Geschichten mit ihrem Symbolgehalt festhalten können.
Das Wort Gottes ist ein Licht auf unserem Weg und ein Leitfaden, an dem wir uns festhalten können.Wir sind gerade umgezogen und lassen 21 Jahre Leben in unserem gemieteten Reihenhaus in Alt-Laatzen hinter uns. In diesem Haus sind meine vier Kinder aufgewachsen. Dort hat ein behinderter Freund mit uns gelebt, mit dem wir unser Leben 25 Jahre geteilt und den wir gepflegt haben. Er hat von Geburt an keine Arme und lebt nun in einem eigenen Appartement in einer Pflegeeinrichtung. Viele Freunde wohnten übergangsweise bei uns, weil wir Platz hatten. Manchen haben wir seelsorgerlich geholfen, manchen einfach nur menschlich, praktisch und materiell.
Ich war im Stadtteil verwurzelt und hatte einige Freunde dort. Man war sehr schnell zu Fuß oder mit dem Fahrrad in der nahen Leineaue, die sich Kilometerweit hinstreckt und wunderschön ist.
Der Abschied fiel mir nicht leicht. Ich war traurig über den Verlust unseres kleinen Gartens mit seiner Terasse, wo ich im letzten Frühling und Sommer oft saß, um Zeitung zu lesen, Kaffee zu trinken und mir die Sonne auf die Nase scheinen zu lassen. Ich mochte das alles zuerst gar nicht loslassen.
Aber ich wusste irgendwann, daß Gott einen neuen Abschnitt in unserem Leben beginnen wollte und wurde auch gespannt auf das "neue Land".
Wir trennten uns von viel Ballast, der sich über 21 Jahre angesammelt hatte. Dadurch fühlt man sich dann auch leichter! So ein Haus macht auch viel Arbeit und kostet viel Energie.
Es war sehr dunkel im Erdgeschoss, so daß ich selbst im Sommer ständig das Licht brennen hatte.
Unser neues Wohnzimmer hat eine riesige Fensterfront und ist nur so von Licht durchflutet. Das ist gut für einen Menschen, der Probleme mit Depressionen hat.
Ich bin sehr froh, daß wir das Alte Leben abgeschlossen haben und mal wieder ganz neu anfangen. Ich bin gespannt, was Gott für uns vorbereitet hat.
Und wenn ich einst über den endgültigen Jordan gehe, wird es ebenso sein. Man ist für eine kurze Zeit traurig über den Verlust des Gewohnten, aber man verliert sehr viel an Ballast - Endgültig. Und ein wunderbares neues Leben wartet auf uns, welches wir mit Spannung erwarten können.









