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Samstag, 30. November 2013

Was ich immer schon mal tun wollte..

Manchmal sitze ich im Bus oder der Straßenbahn, schaue mir die Leute an und denke: "Wie traurig und einsam so viele Menschen doch sind."

Sie sind in sich gekehrt, niemand schaut sich direkt an oder lächelt gar. Fast könnte man meinen die ganze Straßenbahn (Die Menschen darin, nicht die Bahn) oder sogar ganz Deutschland ist von einer kollektiven Depression befallen.
Warum unterhält sich niemand außer den Schulkindern oder sowieso Bekannten? Warum starren die Leute nur mit leerem Blick in der Gegend herum, vermeiden sich gegenseitig anzusehen oder spielen mit dem Smartphone? Manche sind auch in ein Buch vertieft.
Ähnlich ist es in den Wartezimmern der Ärzte, von denen ich im Lauf der letzten Jahre eine ganze Menge kennengelernt habe: Die Wartezeit dauert elend lange, man sagt "Guten Morgen" und "Auf Wiedersehen" aber keiner kommt auf die Idee sich vielleicht mal mit dem Nachbarn zu unterhalten um das Warten kurzweiliger und angenehmer zu gestalten.

Montag, 25. Juli 2011

Der Attentäter

Anders Breivik, der Attentäter von Oslo, ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Psychopath sondern ein "Normaler" wenn man den Definitionen des bekannten Psychiaters Manfred Lütz folgt. Der schreibt in seinem Buch "Irre" (Wir behandeln die Falschen - unser Problem sind die Normalen) daß selbst Hitler oder Stalin nicht psychisch krank waren, weil psychisch Kranke gar nicht in der Lage gewesen wären über Jahrzehnte eine solche "Führungsleistung" zu erbringen. Das was sie "geleistet" haben war monströs und abartig - aber sie waren nicht gerichtsverwertbar schuldunfähig wie z.B. ein Schizophrener, der auf Grund von befehlenden Stimmen jemand tötet.

Anders Breivik ist höchstwahrscheinlich voll schuldfähig, nach allem was die Medien bisher über ihn bekannt gemacht haben. Das ist ja gerade das Erschreckende an dem Fall, daß jemand aus der Mitte der Gesellschaft, sozusagen einer von uns, zu einer solchen Tat fähig ist. Ein unauffälliger intelligenter Student mit Vorliebe für rechtspopulistische, antiislamische Internetseiten und Foren, wie es sie auch bei uns in Deutschland gibt. Man denke nur an Politically Incorrect, einen sehr bekannten Blog der sich hauptsächlich der Islamkritik widmet.  Ich denke gegen Islamkritik ist grundsätzlich nichts einzuwenden, so lange sie sachlich bleibt und nicht zur Hetzpropaganda entartet. Auch die christlichen Kirchen und Freikirchen müssen Kritik und bisweilen Spott und Häme ertragen können. Warum sollte man den Islam besser behandeln?

Der Attentäter soll ein "fundamentalistischer Christ" sein, was immer das den Berichterstattern bedeuten mag. Nähere Hintergründe dazu sind die Medien bislang schuldig geblieben. Allein die Tatsache, daß sich jemand als verspäteter Tempelritter begreift muß noch lange keine Beziehung zu einer christlichen Gemeinschaft bedeuten. Er soll ja ein isolierter Einzelgänger sein. Ich halte es allerdings durchaus für möglich daß falsch verstandenes christliches Gedankengut ihn beeinflusst haben könnte. Sogenannte "Templer" sind mir in den weiten des Internet auch schon in Deutschland begegnet.

Aber ist rechtspopulistische Propaganda und Islamfeindlichkeit mit einem Hauch christlicher Ideologie und der Genuss von Ballerspielen fähig jemanden dermaßen zu radikalisieren, daß er kalt lächelnd und offenbar mit Genuss einen Massenmord begeht?
Die Medien überschlagen sich ja schon mit allerlei versuchten Deutungen und möchten ihn gern zum unzurechnungsfähigen Psychopathen erklären um der allgemeine Hilflosigkeit und Ratlosigkeit zu begegnen. Aber dieser Anschlag wird möglicherweise für immer unerklärlich bleiben.
Wir hätten alle gerne eine nachvollziehbare Erklärung für diese Untat - aber möglicherweise IST sie eben völlig unerklärlich! Wir würden gern eine gesellschaftlichen Gruppe zum Sündenbock machen um dieses Gefühl der unerklärlichen Bedrohung loszuwerden. Ein Sündenbock macht sich immer gut um nicht weiter über die Fehlentwicklungen in der Gesellschaft oder Kirche nachdenken zu müssen. Oder über unsere eigenen Vorurteile und falschen Denkweisen.

Anders Breivik fühlt sich nach der Tat unschuldig und begreift sich als unser Retter vor dem Islam. Ist er möglicherweise einfach nur dämonisiert? Ist seine Gedankenwelt dermaßen vom personalen Bösen beeinflußt, daß er nur eine Art Marionette des Teufels ist? Ich kalkuliere diese Möglichkeit jedenfalls ein. Aber wissen kann ich überhaupt nichts. Nur spekulieren.
> Ein vergessener Aspekt: Der Mörder war Freimaurer
> Ist Anders Breivik ein christlicher Fundamentalist?

Freitag, 29. Januar 2010

Noch'n Verbrechen

Vielleicht weil die liebe Liane immer so ehrlich in ihrem Blog und auf Facebook schreibt, ist mir heute noch ein weiteres Verbrechen bei mir aufgefallen:
Es fällt mir sehr schwer in geselligen Runden NICHT im Mittelpunkt zu stehen. Wenn ich mal nicht so beachtet werde drehe ich am Rad...
Und das finde ich irgendwie doof und überhaupt nicht Jesusähnlich. Ich möchte mehr wie Jesus sein.

Samstag, 29. August 2009

Kommunikation

Wir haben gestern mal wieder im Hauskreis 2 Artikel aus diesem netten, anregenden "Quadro" gelesen.
Ich kann dieses Heft nur jedem weiter empfehlen, was ich auch in unserer Hauskirche schon getan habe. Die Bücherstube read+meet habe ich natürlich auch darauf aufmerksam gemacht, die es daraufhin bestellt und vorrätig haben.
Obwohl Kerstin Hack, die christliche Verlegerin dieses Büchleins ein sehr netter Mensch ist und selber gute Bücher schreibt, habe ich es nicht ihr zuliebe empfohlen, sondern weil ich überzeugt von dem Inhalt und der Wichtigkeit dieses Themas bin. Viele anstrengende Konflikte zwischen Männern und Frauen, bei der Arbeit oder in Freundschaften und Gemeinden ließen sich vermeiden oder lindern, wenn wir nicht so oft an einander vorbei reden- und lernen würden, wie man so kommuniziert, daß es der Andere auch versteht.
Kommunikation ist für jede Art von Beziehung elementar wichtig - In der Ehe oder Freundschaft, in der Familie und Kindererziehung, bei der Arbeit, im Verein oder der Gemeinde. Ja sogar in der Beziehung zu Gott und im Gebet!

Wir haben uns als Hauskirche vorgenommen, daß ganze Büchlein durchzulesen und zu diskutieren. Ich muß sagen: Es ist sehr sehr spannend!
Unsere Rhabarberbarbara zwingt ihren Ehemann mittlerweile dazu, mit ihr gemeinsam ab und an ein Kapitel durchzugehen. Ob das wohl gutgeht? ;-)

Ein Beispiel für eheliche Kommunikation, die gewaltig in die Hose geht, habe ich kürzlich auf Youtube entdeckt.

Sonntag, 28. Juni 2009

Lieschen Müller kauft sich einen Ehemann

Der investigative Reporter Günter Jott berichtet über einen neuen Trend aus der Hauptstadt, der eventuell dem großen Kaufhaussterben entgegenwirken könnte,wenn..., ja wenn die Frauen mitspielen!

Berlin ist ja schon immer dafür bekannt, die Nase vorne zu haben. Wenn es etwas Neues auf der Welt gibt, dann zuerst in Berlin. Da muss der Rest der Welt schauen, wie er damit zurecht kommt.

Nun hat vor einigen Wochen ein neues Kaufhaus seine Pforten geöffnet. Es nennt sich »Männerkaufhaus«. Auf sechs Etagen werden Ehemänner verkauft - der richtige Ort für heiratsfähige und -willige Damen also. Seit der Eröffnung ist das Kaufhaus ständig überfüllt. > Weiterlesen...

Montag, 8. Juni 2009

Charismatische Bewegung und Fälschungen

Ich bin Todd Bentley nicht böse. Ich mag ihn eigentlich immer noch. Allerdings stelle ich zur Zeit alles in Frage, was ich letztes Jahr durch ihn erlebt habe. Manch einer meiner Leser mag sich ja noch an das frische Feuer erinnern, daß meinem Blog den Beinamen "ignited" gegeben hat.
Ich hatte ein wunderschönes Halbjahr 2008, nachdem ich subjektiv gesehen überwältigende Erlebnisse mit dem heiligen Geist gemacht hatte. Mir ging es emotional und depressionstechnisch gesehen blendend - bis der dunkele Herbst kam.
Umzug - Veränderung - dunkele Jahreszeit, und schon war alles wie verflogen und verflüchtigt, die Depression war wieder da.
Moment mal, ich dachte und glaubte wirklich komplett und endgültig geheilt worden zu sein!
Pustekuchen! War wohl nix.
Doch trotz Todd Bentleys Sünde und Schwierigkeiten glaubte ich weiterhin, von Gott angerührt worden zu sein. Warum nur stand ich plötzlich wieder vor meinen altbekannten Problemen?
Im neuen Testament gibt es keine überzeugenden Bibelstellen für eine "verlorene" Heilung.
Die Kranken wurden nicht aufgefordert, ihre Heilung ständig und immer wieder zu proklamieren und ihren Glauben aufzubauen, damit sie gesund würden oder geheilt blieben.
Wenn Jesus oder die Apostel heilten waren die Menschen hinterher bleibend gesund!
So berichtet es zumindest die Bibel. Die zehn Aussätzigen, die durch Jesus geheilt wurden blieben auch gesund, nicht nur der Eine, der zurückkam um Jesus zu danken. (Luk.17ff)
Zumindest wird davon nichts in der Bibel berichtet.
Was ich in der charismatischen Bewegung über ca. 30 Jahre erlebt habe waren meist nur große "Heilungsblasen", die fast immer zerplatzten, wenn man sie auch nur ein wenig anpiekte.
Wir amüsierten uns oft über den Begriff "evangelastisch", wenn wieder mal ein Evangelist die Gemeinde besuchte, von Zeichen und Wundern, Erweckungen und massenhaften Bekehrungen berichtete, die sich anschließend als größtenteils "heiße Luft" erwiesen.
Die gesalbten Damen und Herren schmückten halt ihre Erlebnisse mit Gott gern ein wenig aus und neigten sehr häufig zum Übertreiben. - Wir schoben es oft auf die amerikanische Mentalität.
Ich war barmherzig mit den Leuten, die es sehr "elastisch" mit der Wahrheit nahmen, denn ich neigte beim Predigen selbst oft zum Übertreiben. Man will ja schließlich die Leute zum Glauben ermutigen!
Doch die Übertreibung ist unwahrhaftig und im Grunde eine Lüge und kein Kavaliersdelikt.
Übertreibung ist Betrug an der Wahrheit!
Ich glaubte im letzen Jahr tatsächlich an die Echtheit der vielen Heilungen und Totenauferweckungen in Lakeland durch den Dienst von Todd Bentley, seiner Mitarbeiter und den vielen Zeugen der Erweckung.
Erst in diesem Jahr, einem Jahr der Ernüchterung für mich, fand ich Berichte im Internet über die angeblich Geheilten, die kurz nach ihrer als bestätigt von der Bühne verlesenen "Heilung" gestorben waren. Berichte von Angehörigen und Unabhängigen Beobachtern.
Selbstverständlich gibt es Medien, die verzerrt über alles Christliche berichten und auch Christen, die allem Unbekannten gegenüber ablehnend sind und auch tatsächliche Wunder nicht wahrhaben wollen. Aber man sollte die Kritik von solchen Menschen nicht sofort als unqualifiziert abtun, ohne sie zu überprüfen.
Wir sollten die Wahrheit über Alles stellen, auch wenn sie unbequem ist, denn wir sind der Wahrheit verpflichtet.
Offensichtlich gelang es Todd Bentley und seinem Mitarbeiterstab nicht, die Realität der Wunder und Heilungen tatsächlich zu überprüfen und zu sichern, obwohl sie es so laut hinausposaunten. Und das ist Lüge!
Hier ein Bericht von ABC-News mit dem Interview von Todd aus dem hervorgeht, daß er nicht ein EINZIGES seiner Heilungswunder medizinisch glaubwürdig belegen konnte. Ich frage mich, was die sogenannten überprüfenden Ärzte in der Revival eigentlich getrieben haben?

Montag, 18. Mai 2009

Depressionstest

Krankheitseinsicht ist überhaupt erst die Basis für eine erfolgversprechende Therapie.
Ohne die Anerkennung meiner Symptome als ernsthafte psychische Störung, gibt es weder für Seelsorger noch Therapeuten eine Arbeitsgrundlage. Jahrelang habe ich meine Depressionskrankheit geleugnet, obwohl mich verschiedene Hausärzte mehrfach darauf angesprochen hatten. "Ich bin ein Mann des Glaubens", sagte ich mir innerlich dabei. "Die wollen mich doch nur vom Glauben abbringen, auf den ich alle meine Hoffnung setze. Schließlich bin ich Ältester, Bibellehrer und Lobpreisleiter! Was wäre das denn ein Zeugnis für die Kraft und Hilfe Gottes, wenn ich ärztliche Hilfe in Anspruch nähme? Ich wäre als Prediger dann doch völlig unglaubwürdig"
So oder ähnlich predigte mir mein innerer Kritiker Jahrzehntelang!
> Weiterlesen...

Sonntag, 19. April 2009

Wie kann ich mich ändern?

Gefunden bei Kerstin

Ein Dialog

"Wie kann ich mich verändern?"
"Du bist du selbst, deshalb kannst du dich ebensowenig verändern, wie du deinen eigenen Füßen davonlaufen kannst."
"Gibt es also nichts, was ich tun kann?"
"Doch, du kannst dies begreifen und akzeptieren."
"Wie werde ich mich ändern, wenn ich mich selbst akzeptiere?"
"Wie willst du dich ändern, wenn du dich nicht akzeptierst? Was du nicht akzeptierst, änderst du nicht, du schaffst es nur, es zu unterdrücken."
Von Anthony de Mello

Am 10:46 AM, sagte Roland Kopp-Wichmann...

Im Prinzip schon richtig. Doch um etwas bei sich zu akzeptieren, muss man es erst genau kennen.
Aus meiner Erfahrung als Trainer und Therapeut haben die meisten Menschen nur Theorien über sich. Die meisten kennen sich zu wenig.

Mittwoch, 18. März 2009

Kommunikation

Als ich vor einigen Wochen wieder mal in Hannover war, fiel mir auf dem Weg in die City in einem Fußgängertunnel diese Graffiti auf. Ich musste spontan lachen, weil es vordergründig sehr witzig ist.

Stell dir vor, Du hast DIE Message für alle! -
Aber keiner kann damit was anfangen.

Hintergründig geben diese beiden Sätze der Graffiti natürlich jede Menge Denkanstöße.

- Ist der Zusatz nur eine dumme Bemerkung? Vielleicht war der Schreiber ja ein kleiner Witzbold. Ein heimlicher Comedyfan, immer auf der Suche seine Witze öffentlich darzustellen.
- Hat der Schreiber die Botschaft gar nicht verstanden? Weil er gar nicht weiß wer Jesus ist? Schließlich wird die Unwissenheit ja immer größer.
- Ist der Schreiber ein offensiver Gottesleugner? Die Freigeister werden ja auch zunehmend aktiver! In England und Spanien gibt es schon Werbung auf öffentlichen Bussen mit der Botschaft: "Wahrscheinlich gibt es keinen Gott - Entspann Dich!"
- Ist der Erstschreiber so mit der Wiederkunft Jesu beschäftigt, dass für ihn die Antwort total irrelevant ist?
- Ist der Antwortende so mit Jobsuche beschäftigt, dass er gar nicht auf die Botschaft eingehen kann?

Ich muss dabei an Unterrichtsstunden zum Thema "Kommunikation" denken. Nach Friedemann Schulz von Thun gibt es ein interessantes Modell, bei dem jede Botschaft, die ich von mir gebe immer vier Aspekte beinhaltet. Die Sachebene, auf der ich etwas mitteile. Die Selbstkundgabe, bei der ich etwas von mir persönlich offenbare. Eine Beziehungsebene, auf der ich dem anderen ( bewusst oder unbewusst) mitteile, was ich von ihm halte. Und als viertes die Appellebene, wo ich (ebenfalls bewusst oder unbewusst) mitteile, was ich erreichen möchte. Und diese Ebenen sind bei jeder Botschaft oder bei jedem Botschafter unterschiedlich ausgeprägt.
Das können wir natürlich auf unsere beiden Graffitisten anwenden. Wir können es aber auch als Anstoß nehmen über unsere Botschaften nachzudenken. Bleiben wir bei unseren Botschaften auf der Appellebene hängen und scheren uns einen Dreck um die Beziehungsebene? Bleiben wir als "Schriftgelehrte" so auf der Sachebene hängen, dass wir unsere Selbstoffenbarung vernachlässigen und unser Gegenüber zu Tode langweilen? Drückt unsere Selbstoffenbarung aus, dass unser Gegenüber auf der Beziehungsebene ziemlich allein dasteht?
Mir gab es einen neuen Impuls über meine Botschaften nachzudenken. Wie ergeht es Euch?
Euer det4jc

Sonntag, 15. Februar 2009

12 Gebote für die Ehefrau

Geschrieben von einer Frau!

Meine Ehefrau protestierte allerdings lauthals, als ich ihr diesen Artikel aus unserer "HAZ" vorlas ;-)


1.Versuchen Sie nicht unausgesetzt, Ihrem Mann seine Gewohnheiten auszutreiben, es sei denn, es sind sehr schlechte. Nehmen Sie ihn so, wie er ist, und lassen ihn in Frieden.

2. Klagen Sie nicht, weil er eine andere Vorstellung von Arbeit hat als Sie. Wenn er sich in irgendetwas „hineinkniet“, so lassen Sie ihn nach seiner Façon gewähren und seien es zufrieden.

3. Versuchen Sie nicht, ihm seine Steckenpferde abzugewöhnen, weil seine Sachen immer herumliegen oder weil dabei Unordnung entsteht. Lassen Sie ihn in seinen eigenen Räumen nach Herzenslust „schludern“ – räumen Sie ihm genügend Platz für seine Liebhabereien ein, und er wird sie auch nicht in die Wohnzimmer tragen; streng genommen ist ihm dies sogar lieber; denn so sind seine Schätze vor frevelhaften Händen sicher.

4. Zögern Sie nicht, dafür zu sorgen, dass er ein eigenes Zimmerchen hat. Er meint es doch wirklich nur gut, und viele seiner Sorgen sind wie weggeblasen, wenn er die Möglichkeit hat, sich eine Weile zurückzuziehen. Wenn er nicht im Hause ist, gehört das Zimmer ganz Ihnen.

5. Verbieten Sie ihm nicht das Rauchen im Salon, sonst wird er sich darin auch nicht niederlassen.

6. Lassen Sie ihm in jeder Hinsicht seine Freiheit.

7. Erheben Sie keinen Anspruch darauf, die gesamte Korrespondenz Ihres Mannes zu lesen. Wahrscheinlich würde er nicht das Geringste dagegen haben, dass Sie es täten, wenn Sie nicht so sehr darauf pochten.

8. Erlauben Sie Ihrem Mann nicht selbstverständlich, Ihre gesamte Korrespondenz zu lesen. Jeder sollte des anderen Privatsphäre achten.

9. Dämpfen Sie Ihren Mann nicht, wenn er in Hochstimmung ist. Lassen Sie ihn ruhig aus voller Kehle im Badezimmer singen oder auf der Treppe schiefe Melodien pfeifen, und seien Sie dankbar, dass Sie einen frohgelaunten Mann im Hause haben.

10. Dulden Sie nicht, dass Ihr Mann auf dem Teppich im Salon seine Bleistifte anspitzt. Es wird ihn kaum glücklicher machen, und sowohl der Teppich als auch die Stimmung des Hausmädchens werden darunter leiden. Er tut es nicht aus Trotz; es ist nur seine Unachtsamkeit, und ein paar kleine Hinweise werden ihn dazu anleiten, den Kamin oder den Abfalleimer zu benützen. Aber schimpfen Sie darum nicht mit ihm; seien Sie gütig. Die meisten Männer sind in dieser Hinsicht nur große Kinder.

11. Bewahren Sie einen kühlen Kopf, wenn Ihr Mann zur erwarteten Zeit nicht erscheint. Er ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von einem Automobil überfahren, noch auf dem Heimweg ausgeraubt und umgebracht worden, noch liegt er mit verstauchtem Fuß in irgendeiner Brache, noch steckt er in sonst einer furchterregenden Klemme, wie Sie es sich in Ihrer Phantasie ausmalen. Vermutlich hat er sich nur am Kiosk die Abendzeitung gekauft und deshalb seinen Zug verpasst. Begrüßen Sie ihn daher nicht völlig aufgelöst, wenn er doch eintrifft.

12. Glauben Sie nicht, es sei unter Ihrer Würde, Ihrem Mann die Hausschuhe bereitzustellen. Vor allem an einem kalten Abend hängt sein Wohlbefinden zu einem großen Teil davon ab, dass die Sohlen mollig warm sind.

Dies ist ein Auszug aus: „Das kleine Buch der Ehesünden – für SIE“ von Blanche Ebbutt. Erschienen 1913, aber immer noch aktuell. » Ein Nachdruck ist jetzt bei Bloomsbury, Berlin (94 Seiten, 4,90 Euro) erschienen.

Freitag, 16. Januar 2009

Depressionswellen

Man denkt so landläufig: "Wellen gibts nur im Meer oder auf dem See. Vielleicht noch in Flüssen."
Aber im Grunde ist das ganze Universum eine einzige Wellenbewegung.
Es gibt Lichtwellen, Gravitationswellen und Radiowellen.
Der zielgerichtete Laserstrahl, der scheinbar immer gleichstark punktgenau auf ein klar definiertes Ziel gerichtet ist und seine ganze Energie dorthin abgibt, ist eine künstliche Erfindung des Menschen und kommt in der Natur so nicht vor. (Und selbst der Laserstrahl hat eine Wellenlänge)
Die Natur bewegt sich in Wellen - vom kleinsten Atom bis hin zum Licht der gößten Sterne. Wo immer eine Energie oder Kraft von A nach B transportiert wird geschieht das nicht gradlinig, sondern in Wellenform. Es gibt Wellentäler und Wellenberge - mal kommt mehr Masse oder Energie am Zielpunkt an und mal weniger. Und das mit verschiedener Geschwindigkeit. Die Taktfrequenz ist sehr unterschiedlich. Der Rhythmus ist oft nicht geradlinig sondern sehr unterschiedlich.
Auch die Amplitude, die Höhe der Wellenberge und Täler ist oft sehr unterschiedlich.
Himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt
ist ein Bild für den manisch-depressiven Menschen, der in seiner manischen Phase scheinbar Bäume ausreissen kann und in der depressiven Phase nur noch am Boden liegt und gar nichts mehr zustande bringt.
Bei manchen Menschen ist die Amplitude des Lebens einfach dramatisch viel höher als bei anderen, die ein meist gleichmässiges "Auf und Ab" erleben und im Leben gemütlich dahintreiben. Keine großen Wellen - alles plätschert so dahin.

Als mir Gott in letzen Frühjahr in einer starken Weise unaufgeforderet begegnete, dachte ich mal wieder, daß mich
nichts und niemand von der Riesewelle herunterholen würde, auf der ich gerade surfte. Ein halbes jahr lang. ich dachte Gott hätte mich endgültig von meiner Depressionskrankheit geheilt. Er hatte mir das so nicht gesagt, aber ich hatte es mir so gedacht und erträumt.
Und dann kam die trübe Jahreszeit - mal wieder. Der Wellenberg war dahin und ich glitt unmerklich tiefer und tiefer in ein Wellental hinein. Die Welle brach sich und ich stürzte in die mächtigen Fluten der brechenden Welle, die mich unter sich begruben und mit mir machten was sie wollten. Ich wusste nicht mehr wo oben und unten ist.
Ich bin mir nicht sicher, wo ich im Moment bin, aber scheinbar kommt der rettende Strand näher. Es wird eine Zeit der Ruhe geben und dann wieder eine neue Welle. So geht das immer und immer wieder und ich werde nicht so recht klug daraus.

Surfbrett ganz beiseite legen und den Wellen aus dem Wege gehen? Geht nicht.
Wellen sind Naturgesetz. Lernen besser zu surfen und den Rhythmus der Wellen studieren? Vielleicht. Keine Ahnung.
Nach dem Winter kommt der Frühling, dann der Sommer, Herbst und dann ist wieder Winter. So ist das nun mal. Auf und ab. Auf und ab.


Bild: watch4U (Flickr.com)

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Kinder sind ein Geschenk

Ps. 127,3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

Als ich als Kind einmal meinen Vater fragte, was der Sinn des Lebens sei, antwortete er mir mit einer Gegenfrage: "Was ist der Sinn von einem Apfelbaum?" Auf meine Ratlosigkeit hin antwortete er mir: "Früchte hervorbringen!"

"Kann es denn so einfach sein?", fragte ich mich damals. Aber warum nur soll ich mich vermehren? Um des Vermehrens willen? Um den Fortbestand der Art zu gewährleisten? Muss es nicht noch einen tieferen Sinn geben?

Jedenfalls vergaß ich diesen Satz meines Vaters mein ganzes Leben nie. Nun bin ich selbst Vater von vier erwachsenen Kindern, die mich viel Kraft und Nerven gekostet haben. Nicht alles ist glatt gegangen in unser aller Leben; aber niemals habe ich meine Entscheidung für die Ehe und unsere gemeinsame Entscheidung für Kinder bereut - im Gegenteil. Meine KInder, deren Freunde und Lebenspartner machen mein Leben reich. Wir lieben uns als Familie: Die KInder unter sich, wir Eltern lieben jedes Kind und unsere Kinder lieben uns als Eltern. Wir halten zusammen, stützen und helfen uns gegenseitig und haben einen regen Gedankenaustausch auf jeder Ebene. Ich könnte mir ein Leben ohne Familie nicht mehr vorstellen. Was wären wir einsam und arm ohne einander!

Kinder sind eine Gabe des HERRN! Das kann und möchte ich doppelt unterstreichen. Sie sind das wunderbarste Geschenk, daß Gott uns Menschen machen kann - was kann mehr Wert auf der Welt sein als ein Mensch?

Geld? Gold? Diamanten? Luxus? Macht? Ausleben unserer Triebe?

Geld schießt Tore, sagt man gern in der Fußball Bundesliga, aber selbst dieser Spruch ist nicht immer wahr, wie man am derzeitigen Tabellenstand des FC Bayern München sehen kann :-) Und noch viel weniger kann Geld Liebe, menschliche Nähe und Wärme kaufen. Und das hemmungslose Ausleben unserer Triebe bringt uns vielleicht Aids oder den Tripper, aber keine Geborgenheit in unserem Leben. Ein jeder Mensch sehnt sich nach Sicherheit und Geborgenheit in einer verlässlichen Partnerschaft mit einem anderen Menschen. Niemand wird gern betrogen oder geht leichten Herzens darüber hinweg, wenn sein fester Freund(in) oder Lebenspartner(in) mit jemand anders intim wird. Manche mögen vielleicht im Laufe der Zeit abstumpfen, weil sie sich Treue in einer Beziehung überhaupt nicht mehr vorstellen können, aber von Natur aus möchten wir unseren Lebenspartner mit niemandem teilen. All diese Schwärmereien von "offener Ehe", Dreierbeziehungen oder ähnlichem Nonsens können unser eigentliches Verlangen nach fester, vertrauensvoller Bindung niemals ersetzen, sie sind nur ein Notbehelf um seelische Störungen und Beziehungsunfähigkeit zu kaschieren.

An Kleinkindern kann man hervorragend beobachten, wie wichtig feste Bezugspersonen für Kinder sind und wie schwer sie sich von ihnen trennen. Kinder sind von Natur aus die lupenreinsten Spießer die es gibt. Sie wollen feste Ordnungen und Rituale und sie wollen Eltern, die sich nicht trennen, sondern immer für sie da sind! Aber wir sind seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ja so furchtbar schlau geworden und haben tolle neue Konzepte entwickelt, die Ehe und Familie ersetzen sollen. Und Kinderfeindlich sind wir geworden. nein, das gibt niemand zu - ich und KInderfeindlich? Aber ab zwei Babys in der Familie gilt man schon als anrüchig oder asozial. Eine Frau, die gern zu hause bleiben und Mutter sein möchte, anstatt zu arbeiten, wird als Heimchen am Herd verspottet. Ein Vater, der solches tut, dagegen als Held verehrt. - Welch ein Blödsinn!

Die Früchte eines Apfelbaums schmecken gut, wenn er gut gepflegt und behandelt wird. Ebenso ist es mit Kindern. Wenn man sie als Lebensaufgabe und Lebenssinn betrachtet, viel Liebe, Aufmerksamkeit und Zeit in sie investiert. Ein Apfelbaum kann nicht glücklich werden, wenn jemand versucht ein Motorrad aus ihm zu machen. Er ist von Natur aus dazu bestimmt Äpfel zu tragen.

Aber wir Menschen haben uns immer mehr von unserer wahren Natur entfremdet und suchen unser Glück in immer phantastischeren Kicks und Abenteuern. Doch das wahre Abenteuer liegt darin, unsere eigentliche Bestimmung, unsere wahre Natur zu finden. So einfach und doch scheinbar so schwer. Möge Gott uns dabei helfen!

Foto: Reinhold Stansich (Flickr.com)