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Freitag, 4. Mai 2012

Dunkle Tage

Gedanken vom "Glimmenden Docht" (Ruth) aus dem Depressionsforum.



Immer, wenn so wie jetzt, meine Tage dunkel sind, sitze ich in diesem Turm.
Alle Türen sind fest verschlossen, kein Trost, kein Licht, kein Liebesbeweis, kein Geschenk, nichts Positives erreicht mich.
Nichts dringt von außen durch die dicken Mauern,
und hier drinnen tobt der Kampf um meinen Glauben.

Alles stelle ich in Frage, jedes Bibelwort ist Mahnung, nicht Auferbauung, jedes Gebet ein Schrei nach Befreiung.
Ich bin nur mit mir beschäftigt,
und an den Mauern rings um mich her sind alle meine Fehler, Sünden, Macken, Versäumnisse und falschen Motive aufgereiht,
damit ich sie bloß nicht vergesse!

Ich hocke am Boden, zusammengekrümmt, weinend,
ohne Hoffnung, wie ein kleines, total verängstigtes Kind.

Und wenn es ganz schlimm kommt, stehe ich oben auf dem Turm
und mein Quälgeist rät mir, doch zu springen,
dann sei ich endlich erlöst, frei von dem Turm,
und bei Jesus.

Aber wie immer lügt er! Das weiss ich sicher: wenn ich auf ihn höre,
werde ich nicht dort sein, wo ich sein will!

Also halte ich durch, irgendwie,
und ganz sicher mit Jesu Hilfe, weil meine Kraft dazu nicht reicht.

Es wird wieder Tage geben, die gut sind,
die mich Gottes Güte sehen lassen,
so dass ich überfließe vor Dankbarkeit,
und die mir ab und zu einen Hüpfer in meinem Herzen schenken,
der mich daran erinnert, wie Freude sich anfühlt.

Herr, ich danke Dir, dass Du dableibst!
Amen

Samstag, 11. September 2010

Es war einmal ein Mann...

...der war sehr sehr klug und passte eigentlich gar nicht in seine Zeit - er war ihr weit vorraus.
Dieser Mann hatte eine Idee: Alles im Universum ist doch auf Schwingungen aufgebaut. Das Licht, der Schall - selbst die Atome befinden sich ausnahmslos in einem unterschiedlichen Schwingungszustand.
Die Luft ist voller Radio und Fernsehwellen - alles Schwingungen in unterschiedlicher Hertz-Zahl und auf unterschiedlichen Ebenen.
Man braucht nur einen geeigneten Empfänger, Verstärker und - ach ja - eine Art Übersetzer dieser Schwingungen, damit aus dem Radio eine Musik ertönt oder Bilder auf dem Fernsehschirm erscheinen.
Meine Kollegen haben ja nun schon seit langer Zeit das Hintergrundrauschen des Universums erforscht und festgestellt, daß es nur der Nachhall des Urknalls ist, aus dem alles hervorgegangen ist, dachte er bei sich.
So dachte er und erschuf einen Apparat. Einen Empfänger, Verstärker und Übersetzer des Signals. ES war zwar schon wahrnehmbar, aber die bisherigen Instrumente reichten nicht aus um das Signal völlig zu entschlüsseln. Die Frequenz und das Übertragungsband stimmten einfach nicht. Er brauchte einen Empfänger für eine ganz andere Dimension - und klug wie er war kam er auf die richtige Idee um das Signal in menschliche Sprache und Form zu transferieren.
Er drehte den Lautsprecher an und rieb sich erstaunt und völlig perplex die Augen. Sein Körper fing an zu zittern, die Tränen schossen ihm aus den Augen. Er hörte durch eine unergründlich tiefe und gleichzeitig hohe alles durchdingende Stimme den Satz: ES WERDE LICHT!

Freitag, 27. August 2010

Allein

Allein in der Nacht.
Der Himmel weint in der Dunkelheit. Ebenso wie ich.
Dunkele Tannen heben sich schwarz am Horizont vom Himmel ab, während in der Ferne der Schnellweg rauscht.
Der Regen plätschert, tropft und rauscht.
Ab und zu ein metallisches Geräusch - die Regentropfen spielen mit dem Metallsessel.
Allein oder All-Ein?
Ich sitze hier allein bin aber dennoch ein Teil des gesamten Universums, bin verbunden mit allen Menschen die mich beeinflussen und die auch ich beeinflusse.
Ich spreche mit Gott und offenbare ihm meine tiefsten Gefühle und Gedanken. Ehrlich bis aufs Messer.
Gott ist still und schweigt - aber er ist da und hört zu.

Dienstag, 10. August 2010

Der Herbst ist ein freundlicher Mann

In unserem Haus sind immer noch die Handwerker am Gange. Heute bekommen wir eine neue Wohnungstür, deshalb steht alles offen und ich habe die Wohnzimmertür hinter mir geschlossen, mich auf die bequeme Couch gelegt und die Balkontür weit geöffnet. Die Kapuze habe ich mir übers Gesicht gezogen um den allgemeinen Rückzug zu symbolisieren.
Ein kühler aber freundlicher Luftzug weht von draußen herein und ich rieche....rieche: Den Herbst!
Es ist schwer zu definieren aber die Luft riecht irgendwie anders als im Sommer obwohl die Sonne am Himmel strahlt und die Tage nicht merklich kürzer sind bisher.
Auch der Klang der Sonne ist ein Anderer. Sie ist irgendwie sanfter und netter als sonst. Wie soll ich die Stimmung beschreiben?
Gestern früh ging ich an einer frischen Horde Schulkinder vorbei, welche mit gepackten Koffern und Taschen auf den Reisebus warteten. Sind denn immmer noch Ferien? dachte ich mir. Die gehen gerade scheinbar auf Urlaubsreise.
Dann wandert mein Blick nach oben an der dicken, zerklüfteten Rinde eines alten Baumes empor. Er hängt voller fetter frisch-grüner, stacheliger Kastanien.
Nett, nett denke ich bei mir - Kinder aller Zeiten lieben schon immer Kastanien und sammel sie gern auf. Warum diese Bäume nur so oft in der Nähe von Schulen stehen? Vielleicht haben die Grünplaner der Stadt bewusst oder unbewusst etwas Schönes für die Kinder tun wollen - in Erinnerung ihrer eigenen Kindheit?
Der Herbst ist ein freundlicher Mann - denke ich mir. Er bringt uns so viele schöne Früchte an den Bäumen. Auf unserem Hinterhof lugen zart und grün die ersten vollen Äfpel durch das noch dichte grüne Laub - eine erste Mahnung an den Herbst. Eine Vorahnung der Veränderung, ein leiser Schrecken weil dann irgendwann die graue und feuchtkalte Zeit kommt - unaufhaltsam. Nur nicht dran denken, sondern lieber an den freundlichen Herrn Herbst mit seiner großzügigen Versorgernatur - er kommt mit dicken Früchten....

Foto: Homo_Sapiens (Flickr.com)

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Ist der Abend kalt und naß...

Der Abend ist dunkel, kalt und naß. Don Ralfo fährt fröhlich pfeifend mit seinem Drahtesel durch den Abend. Es ist die Melodie der Vorabendserie "Rosenheim Cops", die eben im TV begonnen hat.
Es muß mir unverschämt gut gehen, denkt Don Ralfo, denn in der Abendstille klingt das Pfeifen doppelt laut und unverschämt. Die flauschige Windjacke hält ihn gut warm.
An der Sparkasse zieht er sich ein wenig Geld aus dem Automaten und fährt dann weiter zum Supermarkt. Er kauft sich Magerquark, Paprikaschoten und Zuccini fürs nächste Mittagessen.
Er hat aufgehört zu pfeifen, weil er angestrengt darüber nachdenkt, wie man aus der nass-kalt-fröhlich-pfeifenden Fahrradfahrt im Dunkeln ein "Haiku" machen kann.
Das ist ein dreizeiliges japanisches Gedicht mit 5-7-5 Silben. Es gelingt ihm aber nicht, denn ein Haiku ist gar nicht so einfach.

Mittwoch, 26. August 2009

Flirt mit der Vergangenheit für 1 Cent

Gestern kam so einiges mit der Post. darunter auch dieses Buch, welches ich für 1 Cent bei Amazon gekauft hatte. Kein Witz - so etwas gibt es wirklich! Die Portokosten von 3 Euro waren das Teure daran.
Dieses Buch ist knapp 2 Jahre Jünger als ich, vielleicht auch weniger. Erscheinungsdatum war 1956 und so riecht es auch.
Es ist in Leinen gebunden und exakt das gleiche Kinderbuch, daß ich damals besaß. Darauf hatte ich extra geachtet, denn ich erinnerte mich noch an den Leineneinband.
Die Qualität damals war augenscheinlich eine andere als heutzutage, wo die Bücher schon manchmal nach einmaliger Lektüre auseinander fallen.
Kennst Du den Geruch alter Bücher? Der Geruch dieses Buches ließ mich sofort in die Stimmung der fünfziger und frühen 60er abtauchen. Es ist das Buch, daß ich als Kind zigmal und immer wieder gelesen habe. Der Schriftzug auf der Vorderseite inspirierte meine Phantasie damals ungemein. Er erinnerte mich an eine Kaffeetasse, vielleicht von der damaligen Reklame für Machwitz-Kaffee her. (Die mit den drei Mohrenköpfen)
Warum kauft sich ein alter Mann von 54 Jahren ein Märchenbuch, noch dazu eins, daß er in und auswendig kennt?
Ich wollte unbedingt noch einmal die eine Geschichte darin lesen. Die von der Stadt auf dem Meeresgrund, die der kleine Nils Holgersson erlösen sollte und nicht konnte. Überhaupt ist dieses Märchen voller Trauriger Geschichten, die eigentlich zu viel für meine kleine Seele waren. Kein Vergleich mit den billigen Zeichentrickserien oder Filmen. Die haben auch nicht ein Stäubchen von der Magie dieses Buchs. Vielleicht werde ich es mal meinen Enkeln vorlesen, wenn sie alt genug dafür sind. Ich hätte große Lust dazu.

Donnerstag, 25. Juni 2009

Lyrische Prosa

Der Strom meiner Gedanken fließt und fließt und fließt. Unaufhörlich produziere ich Ideen und Gedanken der merkwürdigsten Art.
Manche komisch, manche skurril und manche fromm.
Gedanken der Liebe, Hoffnung, Kritik und der Ablehnung - aber kein Hass. Gedanken über den Sinn des Lebens und über andere Menschen, über Politik, Religion und Kunst. Und über mich selbst.
Doch denke ich wirklich selbst...oder werde ich nur gedacht?
Dazu eine gruselige kleine Geschichte aus meiner Tastatur >>>

Sonntag, 1. Februar 2009

Bells of Bemerode

Die Kirchenglocken prügeln mich aus dem Schlaf - dafür sind sie wohl erdacht worden. Ich habe mein Fenster im Schlafzimmer nachts geöffnet - wegen der frischen Luft. Und die Kirche ist sehr nah, rechts neben dem Friedhof - eine seltsame Affinität.
Ich überlege, ob ich noch zum Gottesdienst gehen soll. Nein, keine Lust, aber ich höre den Glocken zu. Sie singen. Ja wirklich! Sie singen.
Wenn zwei mächtige Glocken in verschiedener Tonhöhe gleichzeitig schlagen, gibt es einen reichhaltigen Fluß von Zwischentönen - orgelgleich, die im Hintergund der schweren Schläge die schönsten Melodien erzeugen. Es sind die Obertöne der Glocken, die so singen und schwingen.
Ich denke an "Hells Bells" von ACDC und denke, man sollte mal einen Song über "Heavens Bells" erfinden. Irgdendeine alte hannöversche Rockband hatte mal den Titel "Bells of Bothfeld" in ihrem Repertoire. Der war wirklich schön. Guter Gitarrist, dessen Gitarre wie eine Glocke klang. Sahnemäßiger Sound.
Ich stehe jetzt wohl doch langsam auf, denn ich bin mehr wach als noch im Schlaf.
Als ich die Gardine aufmache und das Fenster schließe, blendet mich ein helles Weiß von draußen. Dächer, Rasen und Wege sind mit einer Decke aus feinstem weißen Puderzucker bedeckt. Ja ist denn Weihnachten? Wie ist die Welt so schön heute?
Und die Glocken singen immer noch.

Dienstag, 30. September 2008

Seelenhungersnot

Dieser Rap ist denen gewidmet, die dabei sind, Gott den Rücken zu kehren. Nicht weil sie den Glauben an ihn verloren hätten, sondern weil ihnen die Kraft fehlt, seinen vermeintlichen Ansprüchen gerecht zu werden.

Seelenhungersnot

Bin aus meinem Boot gestiegen
dir zu folgen auf dem Meer
ich ließ alles stehn und liegen
lief dir einfach hinterher
ich gab alles für dich auf
und nahm jeden Weg in Kauf
nur um diesen Durst zu stillen
der mich quält von Jugend auf

Doch ich krieg meine Seele nicht satt
sie will sich einfach nicht begnügen lassen
ich kriege meine Seele nicht satt
da ist ein Sehnen
und das lässt sich nicht in Worte fassen
und wenn ich dann in all
die andern Augen sehe
dann fühl ich keine Nähe
und ich merk
dass ich selber nicht
den Schmerz in mir verstehe

Was soll ich denn noch tun
hab doch schon so lang verzichtet
hab für dich und deinen Willen
jeden eignen Wunsch vernichtet
und nun sitz ich hier und denke
hat sich alles denn gelohnt
habe mich für dich geschunden
doch du hast mich nicht geschont

Und ich krieg meine Seele nicht satt
sie will sich einfach nicht begnügen lassen
ich kriege meine Seele nicht satt
da ist ein Sehnen
und das lässt sich nicht in Worte fassen
und wenn ich dann in all
die andern Augen sehe
dann fühl ich keine Nähe
und ich merk
dass ich selber nicht
den Schmerz in mir verstehe

Egal wo ich auch bin
selbst inmitten der Gemeinde
wo ich so gerne Freunde fänd
seh ich nur immer Feinde
sie fordern, treiben, drängen mich
und ich geb´ immer mehr
ja ich tu alles für das Lob
nach dem ich mich verzehr

Doch ich krieg meine Seele nicht satt
sie will sich einfach nicht begnügen lassen
ja ich krieg meine Seele nicht satt
da ist ein Sehnen
und das lässt sich nicht in Worte fassen
und wenn ich dann in all
die andern Augen sehe
dann fühl ich keine Nähe
und ich merk
dass ich selber nicht
den Schmerz in mir verstehe

Nun steh ich also hier
bin am Ende angekommen
frage mich ob das das Leben ist
das du für mich ersonnen
hattest du das hier vor Augen
als du starbst für meine Seele
dass ich mich nun für dich quäle
deine Ziele nicht verfehle
das ich demütig und wehmütig
nun meine Sünden zähle..

Nein ich will mich nicht begnügen
will die Hoffnung nicht begraben
es muss das echte Leben geben
und das will ich haben
werf das Joch von meiner Schulter
kämpf nicht mehr um meinen Wert
so ein Dienen ohne Liebe
ist doch durch und durch verkehrt

Und ich frag mich, kann es sein
dass ich schon lange deine Stimme
die mich in deine Nähe ruft
aus Furcht zum Schweigen bringe
und wieder hör ich dich
halte an und halte still
weil ich keine Kraft mehr habe
nicht mehr kann und nicht mehr will
muss endlich Liebe spüren
die im Innern mich berührt
meine Seele aus der Hungersnot
auf frische Weiden führt.
gib mir Leben, ich will leben
führe mich heraus ans Licht
du hast doch dein Herz gegeben
damit meines nicht zerbricht

V.K.

Samstag, 27. September 2008

'S wird Herbsteszeit

Freunde, es wird so langsam Herbst. Ich möchte mich noch gern am Sommer festkrallen, aber die Zeit schreitet unerbittlich voran. Besser ich stelle mich auf die Jahreszeit ein, als nach Gestern zu schauen, auf die Tage ungetrübten Glücks.
Die Schatten werden länger, die Luft kälter und es regnet häufiger. Die Blätter färben sich langsam und werden bald fallen.
Der Herbst hat sehr schöne Seiten. Bald wird es sich zeigen, ob ich wieder in eine gedämpfte Trauerstimmung verfalle, oder gar in Monate der Dunkelheit abtauche. Man kann ja nicht immer obenauf sein, oder? Oder doch?

Hebbel, Christian Friedrich (1813-1863)
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!

Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Dienstag, 16. September 2008

Der verlorene Sohn

Ich glaube nicht, dass der Vater des verlorenen Sohnes souverän war - und huldvoll - und den guten Ausgang schon ahnte.
Liebe ist niemals souverän, sie ist sich selber ausgeliefert. Sie ist hilflos.

Trennung

Wie gern hätte ich dir
Einen Apfel gereicht zum Abschied
Dort unter der Tür
Hätte dir lächelnd die Schultern glatt gestrichen
Und dir Glück gewünscht auf deinem Weg
mein Sohn
doch du warst schon fort
ehe meine Hand dich erreichte

wie gern hätte ich dir
noch in die Augen gesagt
wovon mein Herz überfloss
doch deine Eile
ließ meinen Segensgruß verstummen
und deine liebe Gestalt
verschwamm in der Ferne

wie gern hätte ich noch gehört
ein letztes Mal, vertraut und nah
Vater
mein Vater
Doch ohne ein Wort
Wandtest du dich fort

ach, zerrissen ist mein Herz
und wie schwer wiegt die Last
so bange ist mir
um dich

mein Sohn, mein Sohn
warum hast du mich verlassen

V.K.

Freitag, 4. Juli 2008

Die Schattenspieler


Am Ende der Welt an einem weißen Strand leben die Schattenspieler. Während die Sonne immerfort brennt und ihre unbarmherzigen Strahlen voller Wucht auf den Rand der Erdscheibe schleudert, spielen sie ihr Spiel mit den Schatten.
Der Wind steht hart wie ein Brett auf dem Strand der Entscheidung - die Schattenspieler lenken alle Entscheidungen der Mächtigen auf dieser Welt - ungesehen und unbemerkt. Sie allein ziehen die Fäden der Geschichte - die Könige der Welt sind nichts als Marionetten. Sie leben in Pomp und Gloria, tanzen ihre Tänze, trinken und lachen und halten sich für unendlich wichtig.
Niedrige Menschen kriechen schleimig vor ihnen, um eines Tages selbst auf dem Thron der Nichtigkeit zu sitzen um zu befehlen, zu töten und ihre Fleischeslust auszuleben.
Doch das Angesicht der Mächtigen und Könige ist fahl und krank, das überhebliche Lächeln wirkt bemüht und ausdruckslos - der Tod frisst heimlich schon in ihren Gedärmen.
Ihr Prunk geht dahin - verrostet und verfault, von Motten zerfressen.
Und die Schattenspieler spielen ihr Spiel. Immerfort und fort. Endlos.

Dienstag, 29. April 2008

Verabredung mit dem Fährmann

Jeder von uns hat eine Verabredung mit ihm, dem Fährmann, ob er es nun weiß oder nicht. Der Fährmann wird uns ans andere Ufer bringen, denn er hat den Auftrag dazu. Das Ticket ist schon bezahlt. Jemand Anders hat es ohne unser Wissen gekauft, schon als wir geboren wurden.
Unser Name ist in seiner Liste, der Liste des Fährmanns. Und nur er kennt das Datum unserer Fahrt. Es geht über unbekannte Gewässer an ein unbekanntes Ufer.
Doch wir haben einen gewissen Einfluss auf das Ziel der Fahrt, wenn wir den Chef des Fährmanns kennen. Mit dem sollten wir es nicht verderben, denn es gibt nur diese eine Fahrt - und kein Zurück!
Wir haben ein One-Way-Ticket. Und Du bist der einzige Fahrgast auf dieser Reise, es gibt keine Gruppenreisen.
Du - und der Fährmann - ganz allein. Und der Fährmann redet nicht, er steuert nur das Boot. Wenn die Fahrt angetreten wird, kann man über das Ziel nicht mehr diskutieren oder lamentieren - die Route steht fest und kann nicht mehr geändert werden.

Besser Du redest schon jetzt mit dem höchsten Chef, der die Reisen plant, denn wenn der Fährmann kommt, um Dich abzuholen, ist es zu spät dafür.
Ps 90,12 Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. (Lutherbibel v. 1912)

Samstag, 26. April 2008

Auf einer grünen Blumenwiese

Auf einer grünen Blumenwiese steht Freund Hein und winkt mir zu. Ich tue so als würde ich ihn nicht kennen und schaue in eine andere Richtung.
Der Himmel ist blau und strahlend, die Vögel zwitschern und freuen sich des Lebens. Die Sonne strahlt. Am Himmel sind ein paar nette weiße Wolken. In der Nähe murmelt ein Fluss.
Freund Hein steht immer noch da und winkt mir zu. Das Sonnenlicht spiegelt sich in seiner scharfen Sense. Er ist der Schnitter Tod. Will er zu mir?
Nein, nein, Du hast noch Zeit, bedeutet er mir mit einer Geste. Er spricht niemals, ist stumm, doch Du weißt trotzdem, was er sagt. Er hat so seine eigene Art zu reden.



Ein Mann liegt im Todeskampf, mitten auf der grünen Wiese. Er nimmt die bunten Blumen nicht mehr wahr, nicht den Gesang der Vögel.

Obwohl seine Lieben um ihn versammelt sind, kämpft er allein - chancenlos.
Er will leben, möchte noch bleiben, versucht den Tod aus sich herauszuwürgen. Ungläubig schaut er, kann es nicht fassen, daß ER gemeint ist - er wird doch noch gebraucht - hat eine liebe Frau und vier Kinder, die ihn lieben.
Doch Freund Hein kennt kein Erbarmen, er hat schließlich einen Auftrag. Seine Hand schließt sich fest um das Handgelenk des Sterbenden - er nimmt die scharfe Sense mit der anderen Hand und schneidet den Lebensfaden durch.
Hilfloses Entsetzen durchfährt Frau und Kinder. Die Beter werden stumm. Freund Hein trägt den Toten zu seinem Boot und rudert schnell mit ihm über den Fluss - außer Sichtweite.
Und wir alle bleiben zurück - sind stumm - erschüttert.
Jeder weint für sich allein. Einsam.


The wall on which the prophets wrote
Is cracking at the seams.
Upon the instruments of death
The sunlight brightly gleams.
When every man is torn apart
With nightmares and with dreams,
Will no one lay the laurel wreath
As silence drowns the screams.

Between the iron gates of fate,
The seeds of time were sown,
And watered by the deeds of those
Who know and who are known;
Knowledge is a deadly friend
When no one sets the rules.
The fate of all mankind I see
Is in the hands of fools.

Confusion will be my epitaph.
As I crawl a cracked and broken path
If we make it we can all sit back
And laugh.
But I fear tomorrow Ill be crying,
Yes I fear tomorrow Ill be crying.
King Crimson - Epitaph

Dienstag, 4. März 2008

Ein Psalm - von Ralle. Zur Leier gesungen.

Ich bin wütend!
Wütend auf mich und wütend auf Gott.
Wütend auf mich, weil ich mich nicht ändern kann.
Wütend auf Gott, weil er mich nicht heilt und ich weiter an mir leiden muß.

Wozu dieses sinnlose Leid?

Wozu die ständige Hoffnung auf ein Morgen, wenn sich doch nichts ändert?

Ich wünschte ich könnte schlafen - ewig schlafen - doch ich muß noch Meilen gehn, bevor ich ruhen kann.
Gibt es ein Himmelreich? Dann komme bald, Herr Jesus.

Warum diese ständige Verzweiflung? Immer wiederkehrende Belanglosigkeiten.
Gibt es eine zukünftige Hölle, oder bin ich da schon längst?

Ich bin wie Tantalus, der den Stein immerfort bergauf rollt, aber nie die Spitze des Berges erreicht. Und immer wieder entgleitet er und rollt bergab.
Ich kann nicht mehr und mag nicht mehr.
Macht mir keine neue Hoffnung, die doch nur wieder enttäuscht wird.

Die schlimmste Hölle wäre, wenn es zu den Höllenstrafen gehörte, an einen Erlöser zu glauben, der mich aus der Hölle rettet, um mich dann in das ewige Feuer zurückzuwerfen.
Immer und immer wieder.
Hoffnung auf Erlösung - die dann enttäuscht wird zu ständig tiefer gehender Pein im Sumpf des Verderbens.

Das kann kein Gott der Liebe sein, der sich so etwas ersann!
Nein so etwas gibt es nicht.
Das ewig Böse ist undenkbar und unvorstellbar.
Kein Gott der Liebe würde so etwas zulassen. - Wo ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht erlischt.

Montag, 25. Februar 2008

Sternenkind

Gelangweilt kaute der 12jährige Junge auf seinem Bleistift. Seine Augen waren in eine imaginäre Ferne gerichtet, deren Richtung nur zufällig der Richtung der großen Schiefertafel entsprach.
Kratzend malte der Lehrer Jahreszahlen an die Tafel und sprach seinen Monolog mit näselnder Stimme: 1075 Sachsenkrieg, 1077 Bußgang nach Canossa, 1084 Heinrich IV. wird in Rom als Kaiser gekrönt…
Die Tafel mit den Jahreszahlen verschwamm vor Ralfs Augen, während die monotone Stimme des Lehrers in weite Ferne rückte und einschläfernd vor sich hin leierte. „Wenn doch nur jemand käme und mich mitnähme“, seufzte der Junge still in sich hinein. Er träumte sich auf eine einsame Insel im großen Ozean. Die Gesellschaft von Menschen würde ihm dort nicht fehlen. Er würde wie Robinson in einer gemütlichen Höhle wohnen und tagsüber am weißen Strand liegen und faulenzen. Ab und zu hinein in die schäumende Brandung zum Abkühlen und eine Weile schwimmen und tauchen. Ein Delphin wäre sein Freund, der ihn jeden Tag besuchen würde und ihm Fische vorbeibrächte, die er dann über dem Lagefeuer braten würde. Der Strand wäre voller Kokospalmen, an denen er empor klettern würde, um sich leckere Kokosnüsse zu holen und ab und zu würde er die Insel durchwandern und erforschen. So wie Robinson hätte er eine Ziege, die ihm Milch gäbe und wäre gut Freund mit allen Tieren auf der Insel.
Menschen würde er nicht vermissen, nein überhaupt nicht. Die beachteten den pickeligen, schüchternen Jungen ja sowieso nicht. Die Mädchen seiner Klasse gaben ihm den Spottnamen „Furzmann“, indem sie seinen Nachnamen verballhornten und riefen: „Hau ab, Du stinkst“, falls er sich zu sehr in ihrer Nähe aufhielt. Seine Eltern waren dauernd am streiten und der Vater verprügelte Ralf regelmäßig mit dem Rohrstock, wenn er mit schlechten Noten von der Schule kam. Lob gab es keins. Wenn Ralf ausnahmsweise mal eine gute Note heimbrachte, war das selbstverständlich, aber für schlechte Leistungen gab es furchtbaren Ärger und Geschimpfe.
„Na wieder mal am träumen?“, durchbrach eine schneidend sarkastische Stimme den Wachtraum des Jungen, während die ganze Klasse laut johlte. Das große Lineal des Lehrers krachte klatschend auf den Tisch, um Ralf zu wecken, der erschrocken und beschämt aufschaute. Er wurde knallrot, als er die abschätzigen Blicke der Mädchen bemerkte, die auf ihm ruhten. Seine Kumpels feixten hinter dem Rücken des Lehrers, während dieser seinen allseits gehassten Spruch aufsagte: „Stehenbleiben!“ Herr Thomas schüttelte langsam den Kopf, während Ralf zögerlich aufstand um die nächsten zehn Minuten öffentlich am Pranger zu stehen. „Sind wir jetzt dann wach?“, näselte die Stimme des Lehrers dicht vor seinem Gesicht. „Also dann noch mal von vorn: „Warum und zu wem ging Heinrich nach Canossa?“
Der Junge druckste leise herum, wusste aber mit der Frage überhaupt nichts anzufangen. „Wenn doch nur jemand käme und mich mitnähme“, dachte Ralf erneut, und wäre am liebsten sofort im Boden versunken. Er fühlte sich einsam.

Der Schultag verging schleppend. Die Sonne prallte unbarmherzig durchs Fenster, so dass die verwaschenen, gelblichen Vorhänge teilweise geschlossen wurden, um ein halbwegs normales arbeiten zu ermöglichen. In der nächsten Stunde gab es glücklicherweise ein Diktat in Deutsch bei der netten Frau Erfurt, was Ralf viel lieber mochte, als die langweilige Geschichtsstunde bei Herrn Thomas. Beim Diktat wurde er wenigstens nicht mit peinlichen Fragen behelligt oder auch noch an die Tafel gerufen, um etwas vorzurechnen, was regelmäßig in die Hose ging und zu allgemeiner Heiterkeit führte. Außerdem durfte man nach dem Diktat schon etwas eher in die große Pause gehen.
Uff, geschafft. Die Klasse pinselte schnell den letzten Satz ins Diktatheft, jeder gab sein Heft am Pult der Lehrerin ab und stürmte ins Freie.

Nach Schulschluss trabte Ralf langsam nach hause. Die Sonne brannte ihm sehr heiß auf den Rücken und er hatte Durst. Zuhause trank er erstmal schnell einen großen Becher Buttermilch, den er rasch wieder auffüllte. Gott sei Dank fragte niemand nach seinen Hausaufgaben, so dass er nach dem Essen in sein Zimmer verschwand, um in seine eigene kleine Welt abzutauchen.
Die Welt des Jungen bestand aus einer großen Menge Büchern, die er verschlang. Sie war angefüllt mit den Abenteuern von Robinson Crusoe, Winnetou und Old Shatterhand, Käptn’ Ahab und dem weißen Wal und vielen Sagen und Legenden. Wenn er las, vergaß er alles um sich herum und auch regelmäßig seine Hausaufgaben, was ihm allerhand Ärger in der Schule einbrachte.
Oft musste er vor der Stunde oder in den kleinen Pausen mit rasender Geschwindigkeit noch schnell etwas in seine Hefte klieren, was er bei seinen Freunden abschrieb.
Besonders die Kontrollen der Hausaufgaben von Herrn Müller waren sehr gefürchtet. Er ging von Einem zum Anderen und vergaß niemals Jemanden. Wer seine Hausaufgaben nicht vorzeigen konnte, bekam regelmäßig eine harte Kopfnuß mit den Fingerknöchelchen verabreicht, so dass das nächstgelegene Ohr noch eine Viertelstunde lang klingelte. Fast genausoschlimm war die Misbilligung des Lehrers, der wegen seiner väterlichen Art trotz diesen harten Sanktionen von den meisten Schülern sehr verehrt wurde.
Doch daran dachte Ralf jetzt nicht. Davon war er meilenweit entfernt. Genauer gesagt: 20.000 Meilen unter dem Meer bei Kapitän Nemo an Bord der „Nautilus“. Wie gerne hätte er die Geheimnisse der Tiefsee in Wirklichkeit auf diese Weise erkundet, fern von dem grauen Einerlei der Schule und des zerrissenen Elternhauses. „Wie gerne wäre ich wirklich dabei gewesen“ träumte er vor sich hin. „Ach wenn doch jemand käme und mich mitnähme“, seufzte er wieder einmal.

Sonntag, 18. November 2007

Depressivas Schönheit

Die Insel Depressiva ist ein großes Mysterium. Gestern fuhr ich in meinem Auto überland. Das Wetter war ungemütlich, dunkel und miesepetrig.
Nieselregen und vermatschte Strassen, alles düster und traurig.
In einem schönen großen Fachwerkhaus auf dem Lande kehrte ich ein.
Ein freundlicher weiser Mann redete mit mir, während ich es mir auf einem bequemen Sofa gemütlich machte.
Es war ein großer Raum mit dicken Holzbalken direkt unter dem Dach.
Ich erzählte ihm von meiner heimlichen Verschleppung nach Depressiva.
Da flüsterte er mir einen geheimen Trick ins Ohr, wie ich mein Los erträglicher machen könne.
Mir wurde ganz warm ums Herz und ich schöpfte neue Hoffnung. Der Trick war ganz einfach: Zu Gott gehen und mir neue Kraft von ihm holen. Mich selbst akzeptieren und mich nicht selbst wegen meiner Kraftlosigkeit beschimpfen!
Dankbar fuhr ich nach Hause.
Die ganze Inselwelt hatte sich plötzlich verwandelt. Ich nahm die verschiedenen Schattierungen des "Grau in Grau" ganz intensiv wahr. Wunderschöne Bäume ohne Blätter standen am Wegesrand, die Äste wunderlich verschlungen und verknotet.
Ich glitt still durch die Landschaft, die ein großer Künstler wundersam verzaubert hatte.
Es wurde immer dunkler, aber das gelbe Licht der Autos malte verschiedene dunkle Farben an die Wände der alten Häuser und auf die Büsche und Bäume der Strasse.
Durch die diesige Luft bemerkte ich riesige Windräder, die sich langsam drehten - still und stumm.
Man hörte nur das Geräusch der nassen Reifen auf der Strasse.
Die Bauernhäuser schliefen so tief und friedlich ihren Schlaf des Vergessens. Kein Leben rührte sich hinter ihren Mauern.
Gott ist ein großer Künstler.
Wenn er das Land in Abenddämmerung taucht, wird Alles still. Nur die Schatten werden lebendig und fangen an ihre Geschichten zu erzählen.
Das Leid war vollkommen vergessen. Eine Ahnung von neuem Licht durchzog mich sanft.
Gott ist ein großer Künstler.

Freitag, 16. November 2007

Absturz von der Lobpreisleiter

Neulich nacht hat man mich abgeholt während ich schlief. Irgendjemand ist der Meinung, daß ich besser zur Insel Depressiva passe, als zur Insel Musica.
Als ich die Augen aufschlug, war alles wie immer. Sonnenschein im Garten, die Vögel zwitscherten, aber irgend etwas stimmte nicht an dem Bild. Etwas war falsch daran.
Ich schüttelte den Gedanken ab und machte "business as usual"
Aber alles lief nicht mehr so richtig rund.
Dann bemerkte ich neulich, daß mein Garten aus Wänden von Pappe mit aufgedruckten Fotos von Bäumen und Büschen bestand. Die Vogelstimmen kamen von einem endlos-Tonband.
Man hatte mich hereingelegt. Ich war wieder auf "Depressiva"
Vergessen - die lauen Sommernächte auf "Musica"
Vergessen - der feurige Wein.
"Jetzt gehts wieder anders rum", grölte der Einpeitscher von fern, jetzt wird das Leben wieder grau gemacht, so wie es sich um diese Jahreszeit gehört!
Sein hysterisches Lachen verhallte in der Ferne und ich stand da. Allein.
"Listen to this, and I'll tell you 'bout the heartache. I'll tell you 'bout the heartache and the loss of God. I'll tell you 'bout the hopeless night The meager food for souls forgot, I'll tell you 'bout the maiden with wrought iron soul"

Jim Morrison (The Wasp)

Dienstag, 21. August 2007

*To record only water for ten days!*

Bei uns pladdert es heute den ganzen Tag. Rainy day, dream away...., geht es mir durch den Kopf. Ich habe auf der Terrasse einen großen Blumenkübel, den ich in den Strahl der tropfenden Regenrinne gestellt habe. Der ist innerhalb kurzer Zeit voll mit Regenwasser.
Ich höre dem Geräusch des Regens zu und denke, man sollte dieses Geräusch mal aufnehmen.
Der Regen fällt ja nicht einfach: Er kleckst und patscht in den Blumenkübel und auf die Steinfliesen der Terrasse. Fällt er auf einen Plastikuntersetzer, ist der Sound wieder ganz anders.
Fällt er auf den Rasen, macht er ein dumpfes, samtiges Geräusch.
To record only water for ten days heißt ein Album von John Frusciante, dem Gitarristen der Red Hot Chili Peppers. Ich kann mir das mühelos vorstellen: Zehn Tage lang nur die Geräusche von Wasser aufzunehmen. Das plätschern, trommeln und pladdern des Regens, die Geräusche der Brandung am Strand oder an einer Felsenküste, das glucksende Murmeln eines fließenden Baches oder Flusses.
Das Tosen eines großen Wasserfalls.
Wasser ist schon ein erstaunliches Element. Regen ist Segen und Dürre ist Fluch, geht es mir durch den Kopf. Das habe ich mal auf der Bibelschule gelernt.
Ohne Wasser gibt es kein Leben. Die Wüste ist tot, weil es dort kein Wasser gibt. Alles, was dort überleben will, muß sehr sparsam und klug mit dem wenigen Wasser umgehen, daß man zur Verfügung hat.
Regen ist schon ein Segen. Gott muß uns mögen!
Ich lausche auf den tropfenden Regen und bete zu Gott: In Deinem Wort ist vom Wasser des Lebens die Rede, daß Jesus uns gegeben hat. Und von dem mächtigen Strom des Lebens und der Heilung, der von Gottes Thron ausgeht.
Ich kann ihn hören, denn er fließt geradewegs durch mein Herz. Ich werde ganz still innerlich und bin sehr sehr glücklich, daß ich diesen wunderbaren Gott kennen darf.
Ich sage ihm viele Dinge, die ganz privat sind und frage ihn viele Dinge.
Ich denke an Siddharta, der sein Lebensglück gefunden hat, indem er Fährmann an einem Fluß wurde und lernte, dem großen Strom zuzuhören.
Ich möchte Gott auch ganz nah sein und diesem Strom des Lebens zuhören, der von Gottes Thron fließt. Viel zu oft habe ich versucht Dinge für Gott zu tun und auf die Beine zu stellen, anstatt ihm einfach nah zu sein und ihm zuzuhören.
Entsteht nicht dadurch viel Unheil und Übel in der Welt, daß wir so selten die Zeit und Geduld haben, jemand einfach mal zuzuhören?
Haben wir Christen es schon gelernt Gott zuzuhören?
Keine Zeit dafür?
Wirklich?
Der Strom Gottes fließt und fließt beständig. Jeden Tag und jede Nacht. Nicht nur einen Regentag lang.
Er wartet auf dich und mich. Er will uns Geheimnisse mitteilen, die so tief sind, daß Worte sie nicht auszudrücken vermögen. Er will uns heilen.
Er will uns trösten.
Er ist sehr zärtlich. Und wunderschön. Und....

Freitag, 6. Juli 2007

Aufgang nach Anderland


Gestern fand, ja fand ich plötzlich den Aufgang nach Anderland!
Ich suchte ihn am Ende der Welt, doch er war direkt vor meiner Haustür.
So nah - und doch so fern...