Posts mit dem Label Hauskirche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hauskirche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Hauskirchen in China wachsen weiter

Vor Kälte zitternd, aber fröhlich beendet der Chor der Shouwang-Hauskirche den ersten Gottesdienst unter freiem Himmel.

(Quelle:epd) In einem Park im Westen Pekings singen Männer und Frauen in dichtem Schneetreiben das Halleluja. Als der letzte Ton verklingt, brechen die rund 500 Gemeindemitglieder, die um sie herumstehen, in Jubel aus. Zwei Tage zuvor war der Mietvertrag ihres Versammlungsraums nicht verlängert worden.
> Weiterlesen...

Samstag, 3. Oktober 2009

Nachdenkeswertes aus der Hauskirche

Gestern hatten wir einen Überraschungsgast in der Hauskirche. Ich kannte ihn noch aus der "Torontozeit" in unserer ehemaligen Gemeinde und Bibelschule. (1994/95)
Er war seit dieser Zeit in den wildesten charismatischen Gemeinden unterwegs gewesen und hatte einige Jahre in Amerika in der Vineyard-Bewegung verbracht. Nach Jahren des "Soakens", Lachens, umherrollens auf dem Gemeindeteppich und der immer wieder neuen Erfüllung mit dem heiligen Geist meinte dieser Überraschungsgast:
Nur durch Gebet und unter der Kraft des heiligen Geistes am Boden liegen wurde nicht eins meiner tiefen Probleme gelöst. Es machte mich eher depressiv.
Die meisten meiner Probleme besserten sich durch die Gespräche mit meinen weltlichen Freunden, Psychotherapie und dadurch, daß ich selber angefangen habe an diesen Problemen zu arbeiten!
Interessantes Statement. Es macht nachdenklich. Allerdings war das Jahr 2009 nach seinen Angaben auch das bisher übelste Jahr seines bisherigen Glaubenslebens gewesen und selbst der Gedanke "Existiert Gott überhaupt?" war ihm des öfteren gekommen. Er hatte diese Frage im Gebet direkt an Gott gestellt.
Darf man so etwas fragen? Als Christ? In der Gemeinde?
Ich würde mich freuen, wenn dieser Gast nun öfter zur Hauskirche käme, denn er ist ein ausgesprochen netter Mensch :-)

Donnerstag, 21. Mai 2009

Ich war so frech

Ich war so frech, daß Layout mal wieder zu ändern ;-)
Die Layouts kommen und gehen bei mir so mit den verschiedenen Lebensphasen. Aus "Don Ralfos Labyrinth" wurde das "ignited Labyrinth". Und nu isses wieder einfacher geworden. Die Farbe ist weg und das Foto vom Labyrinth auch.
Habe ich endlich den Ausgang aus dem Labyrinth entdeckt? "Herr, Du weißt es!"
Jedenfalls ist heute ein denkwürdiger Tag, weil ich mein Erstgespräch mit dem Diakon des Expo-Wals hatte. Ich werde dort in Zukunft "Walhelfer" sein und den Beamer bedienen. Mir gefällt es in den Gottesdiensten dort sehr gut und ich möchte gern mithelfen. Seit vielen Jahren mein erstes Engagement in einem christlichen Verein mit Struktur und Hierarchie, der "unglaublichen Kirche". Nun ist doch wahr geworden, was Richard befürchtet hatte: Der Wal hat den Propheten Ralle geschluckt!
Na gut - ich werde weiter zum Hauskreis gehen, denn da sind ja meine besten Freunde. Allerdings sind einige davon nun auch schon Mitarbeiter im Wal. Passt anscheinend gut zusammen.
Warum ich wieder Hauskreis sage und nicht mehr Hauskirche? In der Kirche wird gebetet, gesungen und das Wort Gottes verkündet - bei uns aber nicht!
Ja ja, ich weiß schon: Wir gehen nicht zur Kirche - Wir SIND Kirche!

Ps. Uuups! Habe eben noch mal bei Günter Jott geguckt und festgestellt, daß er das gleiche Layout erwählt hat - nur verkehrt rum!

Dienstag, 10. Februar 2009

Mein kleiner frommer Schaden


Ich bin nicht Gottesdienst - tauglich.
Hammer Artikel von Kerstin Hack, deren Bücher und Impulshefte ich hiermit sehr empfehle.
Habe zwar nur 1 Impulsheft und ein paar Artikel gelesen, war aber jedesmal schwer begeistert!
Dieser Artikel über ihren "kleinen frommen Schaden" stammt aus dem gleichnamigen Buch.
er ist nicht nur humorvoll und witzig, sondern wirklich tiefergehend - wie scheinbar alles, was sie schreibt.

Dienstag, 9. September 2008

Einfache Gemeinde in Berlin

Am letzten Wochenende trafen wir uns zu einem Infotreffen für einfache Gemeinde in Berlin-Brandenburg. Eigentlich war es ja ein regionales Treffen, aber mich lechzte danach einige Menschen im realen Leben zu treffen, die ich bisher nur über das Internet kannte. Und das Thema Hauskirche, Hausgemeinde bzw. "einfache Gemeinde" interessiert mich natürlich von Haus aus.

Meine Erwartungen an das Treffen wurden nicht enttäuscht. Ich hatte erwartet, einige sehr interessante Menschen zu treffen und besser kennen zu lernen. Das war voll und ganz der Fall!
Darüber hinaus gab es von den Anderen noch viele wertvolle Impulse und Gedanken, die mich weiter beschäftigen werden. An so etwas hatte ich gar nicht gedacht - das andere christliche Leiter vielleicht auf ebenso wertvolle Gedanken, wie ich selbst kommen könnten, die meine Sicht der Dinge ergänzen und erweitern - einfach super. Meinen Dank an die Initiatoren und jeden, der sich eingebracht hat. Ihr wart klasse. (Oder knorke, wie der Berliner sagt)
Ich hoffe, daß unsere Hausgemeinde ein ähnliches Treffen für die Region Hannover im nächsten Jahr anschieben kann. Ich fände das genial.
Ps. Kochy hat ein nettes Kurz-Video von unserem Treffen auf Youtube hochgeladen.

Sonntag, 6. April 2008

Hauskirche - nahe bei den Menschen

Letzten Freitag hatten wir einen genialen Abend als Hauskirche. Es war zwar ein wenig eng für 11 Personen, hat aber alles gepasst. Das gemeinsame Essen war mal wieder sehr lecker, der noch unbekannte "Neue", den Verena eingeladen hatte, kümmerte sich mit Hingabe um den Vierjährigen Johannes von Verena, so daß sie das Abendessen regeln konnte.
Jürgen, der Unbekannte, kam beim Essen anscheinend sehr gut mit Jochen und Catrix ins Gespräch, was ich aus dem Augenwinkel erfreut registrierte, weil ich es wichtig finde, daß jemand Neues sich sofort akzeptiert und wohl in unserer Mitte fühlt. Wir sind ja schließlich Familie!

Jürgen outete sich bei unserer Vorstellungsrunde sofort als Mittelding zwischen Agnostiker und Atheist, bezeichnete sich aber als "Suchender".

Verena hat ein Keyboard, daß sie auch zu spielen weiß. So hatten wir eine nette Zeit des Lobpreises mit Gitarre, Tasten und einem vielstimmigen Chor.
Danach entpuppte sich unsere Jule einmal mehr als "Wundertüte" und spielte eine Sonate von Mozart auf dem Tastending.
Obwohl sie schon viele Jahre nicht mehr am Klavier gesessen hatte und einen kaputten Finger hat, hörte es sich sehr filigran an. Wir staunten alle!

Dann kam eine heiße Diskussionsrunde mit unserem suchenden Atheisten, bei der er nicht nur die bekannten Fragen, warum Gott das Böse zulässt usw. auf den Tisch brachte, sondern auch eine sehr tiefgründige Allgemeinbildung offenbarte, mit der wir kaum mithalten konnten.
So verzichteten wir diesmal aufs Bibellesen, weil die Diskussion nicht enden wollte.
Ich fand es super, wie fein einzelne von uns dem Jürgen die Argumente für den Glauben nahebrachten. Großes Lob an Alle!

Dann spielte unser Musiker Jochen am Keyboard noch einen eigenen Song über das "Ticket zum Himmel" vor, der einfach nur galaktisch war.
Ein Abend voller Leben, an dem sich einfach Jeder intensiv beteiligt hat. - So stelle ich mir Gemeindeversammlungen vor!
Ein jeder habe etwas - Einen Psalm, eine spanische Salami, eine Lehre, ein Sixpack Alsterwasser, eine Weissagung, eine Frage oder ein Problem.
Wir teilen miteinander alles, was da ist und bauen uns gegenseitig im Glauben auf.
Und wir sind nahe bei den Menschen - auch bei den Suchenden und (noch) nicht Gläubigen.
Ich bin total glücklich über unseren Haufen!

Donnerstag, 27. März 2008

Gottesdienste sollten abgeschafft werden!

Nein, ich bin immer noch ein überzeugter Christ! Nein, ich bin immer noch nicht vom Glauben abgefallen! Nein, ich liebe die Gemeinschaft mit anderen Christen immer noch!
Aber was sagt die Bibel eigentlich über den Gottesdienst? - Hier kommt eine Antwort:
Jak 1,27 Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten.
Ach was, und ich dachte immer, Gottesdienst wäre, wenn wir alle in die Kirche oder Gemeinde gehen, zusammen singen und beten und dann eine schöne Predigt vom Pastor hören.
Vielleicht noch anschließend Kaffee trinken und ein wenig quatschen oder sich segnen lassen.
So was in der Art wird doch landauf, landab mit der Vokabel "Gottesdienst" bezeichnet.
Ist es aber nicht!
Der wahre Gottesdienst findet während der gesamten Woche statt; und zwar Tag und Nacht!
Am Wochenende kommen wir dann spätestens zusammen, um uns gemeinsam vom Gottesdienst zu erholen. ;-))
Die Bibel nennt das auch gar nicht Gottesdienst, sondern
Versammlung (der Gläubigen).
1Kor 14,26 Was ist nun, Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder einen Psalm, hat eine Lehre, hat eine Offenbarung, hat eine Sprache, hat eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung. Wenn nun jemand in einer Sprache redet, zu zweien oder höchstens zu dritt und nacheinander, und einer lege aus.
Wenn aber kein Ausleger da ist, so schweige er in der Gemeinde, rede aber für sich und für Gott.
Propheten aber sollen zwei oder drei reden, und die anderen sollen urteilen.
Wenn aber einem anderen, der dasitzt, eine Offenbarung wird, so schweige der erste.
Denn ihr könnt einer nach dem anderen alle weissagen, damit alle lernen und alle getröstet werden.
Und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht der Unordnung, sondern des Friedens. Wie in allen Gemeinden der Heiligen ...
{sollen selbst Frauen nicht dauernd dazwischen quatschen, wenn gerade jemand anders etwas sagt...(Freie Übersetzung nach Don Ralfo)}
Wir gehen am Sonntag oder einem anderen Tag in ein Gebäude, daß fälschlicherweise "Kirche" oder "Gemeinde" genannt wird, um uns zu versammeln und gegenseitig im Glauben zu stärken und zu ermutigen.
Warum fälschlicherweise? Weil nicht das Gebäude die Kirche des lebendigen Gottes ist, sondern
wir selbst, die lebendigen Steine! (1.Petr.2,5)

So, und nun noch einmal zum mitsingen, glauben und bekennen:
Ich gehe nicht zu einem Gottesdienst, sondern
mein ganzes Leben ist ein Gottesdienst! Bei der Arbeit, in der Schule oder Uni, bei der Ausbildung, in der Familie, als Hausfrau oder Hausmann, in der Freizeit, in den Ferien, im Kino oder Konzert...., selbst wenn ich schlafen gehe oder auf dem Pott sitze.
Kol 3,17 Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!
Gottesdienste in der herkömmlichen Form gehören abgeschaft! Und zwar radikal.
Wenn die Gemeinde zusammenkam, hat sie meistens gemeinsam gegessen und getrunken und das Abendmahl gefeiert. Da gab es regen Austausch und Gespräche. Es hat niemand auf einer Bühne gestanden und gepredigt, während die Anderen andächtig zuhörten.
Jeder brachte etwas zur Stärkung und Auferbauung der Anderen mit: Ein Lied (Psalm), eine Lehre (die nicht so lange sein durfte, daß kein Anderer mehr zum Zuge kam), eine Prophetie oder Weissagung, ein Gebet oder Gebetsanliegen. Eine Ermahnung oder Ermutigung. Ein Erlebnis mit Gott. Platz für Fürbitte oder Heilungsgebet gab es sicherlich auch nach Bedarf. Von Heilungsgottesdiensten habe ich in der Bibel nie gelesen! Denn Heilung gehört eher in den täglichen (wirklichen) Gottesdienst - den der 24 Stunden am Tag läuft. Da soll man ja eventuell auch mal die Ältesten zum Heilungsgebet rufen.

Juchuu, ich fühle mich gut! Es tut einfach gut, mal die Wahrheit zu schreiben, auch wenn sie vielleicht vielen Christen auf den Wecker geht. ;-))


Dienstag, 9. Oktober 2007

Günter J. Matthia: Reich Gottes zu verkaufen?

Balsam für die Hauskirchenseele gibt es in diesem vorzüglichen Artikel von meinem Freund Günter J., den ich hiermit in die Top-Ten meiner Freunde aufnehme, obwohl ich ihm noch nie begegnet bin!
Tja, wo die Liebe eben hinfällt...

Günter J. Matthia: Reich Gottes zu verkaufen?

Sonntag, 30. September 2007

Beziehung - Ehekrise - Trennung - Scheidung

Unser großes Hauskirchenthema

Vielleicht haben es ja einige in unserer Hauskirche noch nicht gemerkt. Aber die Beziehung zwischen Männern und Frauen ist der große Dauerbrenner in unserer Gemeinschaft. Lange Zeit war es ein runnig Gag, dieses neckische Spielchen über die richtige Theologie und den Stellenwert der Frau in der Gemeinde und Ehe. Die Frage der Unterordnung unter den Ehemann als Oberhaupt der Familie und wie der Ehemann es wohl schaffen soll, seine Frau so zu lieben, wie Christus die Gemeinde liebt. (Nämlich bis hin zum Tod am Kreuz)Wir diskutierten darüber, was der Urtext der Bibel wirklich zu bedeuten hat und ob manchmal aus patriarchalischen Gründen falsch übersetzt wurde u.s.w.

Während der ersten Jahre unserer Gemeinde waren einige Ehen bei uns in schwierigem Fahrwasser. Wir pflegten ein sehr offenes Gespräch über unsere Beziehungs und Eheprobleme. Wir beteten füreinander. Wir gaben einander Ratschläge und Seelsorge. 2 Ehen kriegten die Kurve, eine Ehe ging zu Bruch.Die Risse waren nicht mehr zu kitten, zuviel war kaputtgegangen. Es war sehr traurig, diese Verletzungen und Schmerzen nicht heilen zu können.Es war sehr traurig zu erleben, wie der beste Rat nicht weiterhalf. Natürlich war unser Rat begrenzt und unser Gebet vielleicht manchmal schwach. Aber wir waren sehr offen zueinander, mehr als ich das jemals in einer christlichen Gemeinde erlebt hatte.

Dann kamen neue Leute hinzu. Allesamt lebten von ihrem Ehepartner getrennt oder standen vor der Scheidung.
Möchte Gott uns als Hauskirche damit etwas sagen? Sollen wir eine Art Auffangbecken für Ehegeschädigte Christen sein?

Heute morgen tönte aus dem Radio, daß mittlerweile 40% aller Ehen kaputtgehen.
Offenbar sind auch wir Christen von dieser Welle des Zeitgeistes nicht verschont geblieben. Früher dachte ich immer, Scheidung und Wiederverheiratung sei ein typisches Problem der amerikanischen Christen. Es war mir sehr suspekt, wie schnell dort Ehen geschieden wurden und offenbar mit dem Segen der (Frei) Kirche wieder geheiratet wurde. Und das machmal mehrmals hintereinander.
Ich dachte immer die Ehe unter Christen sei ein Bund mit Gott für die Ewigkeit: Bis das der Tod uns scheidet! Wozu sonst erst heiraten?
Aber offensichtlich kann die Ehebeziehung auch unter deutschen Christen manchmal so dermassen schwierig werden, daß gar nichts mehr geht. Das ist besonders tragisch, wenn Kinder beteiligt sind.
Was tun wir in unseren „tiefgläubigen“ Freikirchen, wenn das Kind nun mal in den Brunnen gefallen ist?
Meiden wir die „gottlosen“ Ehebrecher oder stossen wir sie sogar aus der Gemeinde aus?
Haben wir Rat, Hilfe und Begleitung für die Beteiligten nach so einem „Ehe-Unfall“ oder behandeln wir sie nur noch wie Aussätzige, die gerade so eben noch in der Gemeinde toleriert werden?
Schweigen wir lieber über die traurigen Vorfälle und kehren alles möglichst sauber unter den Teppich?
Ist Gott mit den gescheiterten Eheleuten etwa am Ende? Zeigen sie durch ihr Scheitern, daß sie von Gott abgefallen sind und nun nicht mehr in den Himmel kommen?
So mögen manche christlichen Saubermänner denken. Ich weiß darüber bescheid, denn ich war früher selbst mal einer davon.
Ich kann nicht daran glauben, daß der Gott der Liebe irgendjemand von sich wegstößt, der gesündigt hat oder in seinem Leben als Christ gescheitert ist.
Denk mal an das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner. (Luk.18, 10-14) Wer von Beiden wurde von Gott gerechtfertigt?

Die vielen gescheiterten Ehen in Deutschland sprechen meiner Meinung nach unter Anderem von einer steigenden Beziehungs-Unfähigkeit.
Hat die Gemeinde eine Antwort auf dieses Problem? Wie wichtig sind gesunde Beziehungen in einer Gemeinde? Sind wir als Menschen vielleicht auch in unseren schönen Freikirchen oft isoliert und vereinsamt?
„Das kommt bei uns nicht vor, wir sind eine liebevolle Gemeinde und treffen uns mindestens 3mal pro Woche“, mag vielleicht jemand sagen.
Aber wie sehen unsere „liebevollen“ Beziehungen untereinander denn wirklich aus? Sind sie nur darauf begründet, daß wir im gleichen Aktionsteam der Gemeinde oder in der gleichen Arbeitsgruppe sind?
Wie sieht es mit denen aus, die unsere beliebten Arbeitsgruppen aus irgendwelchen Gründen verlassen? Werden unsere „liebevollen“ Beziehungen noch weiterhin gepflegt, wenn Menschen Probleme bekommen und durchs Gemeinderaster fallen?
Beziehungen gehen nur dann tiefer und werden tragfähig, wenn man zusammen redet und kommuniziert. Wenn die Meinung, das Denken und Fühlen des Anderen mich überhaupt nicht interessiert, kann es keine gesunde und liebevolle Beziehung oder Freundschaft geben.
Wenn Beziehungen in einer christlichen Gemeinschaft nur auf dem gemeinsamen Glauben oder noch schlimmer: der Rechtgläubigkeit des Anderen beruhen, kann es keine echte Freundschaft und Liebe geben.
Die Kirchen und Gemeinden, die ich bisher persönlich kennengelernt habe, waren mehr oder weniger totalitäre Systeme.
Einer, oder eine kleine elitäre Gruppe hat das Sagen und der Rest hat sich gefälligst unterzuordnen! Wo kommen wir denn hin, wenn das dumme Volk mitregieren würde?
One Size fits all – Der große oder kleine Gemeindehut wird allen auf den Kopf gesetzt und hat gefälligst zu passen.
Alles was übersteht wird abgeschnitten. Was nicht passt, wird passend gemacht.
Und sonntags kommt die Predigt-Dusche, um alle Zweifelnden auf Kurs zu bringen. Die Hauskreise sind meist Spiegelbilder des Sonntagsgottesdienstes, nur etwas lockerer.
Über Zweifel, Fragen, Probleme und Sünde wird nicht geredet. Für die wird schnell gebetet und wenn das nicht hilft muss man halt in die Seelsorge und wird ein „Fall“.
Wie sollen da echte, reife und mündige Beziehungen entstehen?
Kein Wunder, daß der „Scheidungsdämon“ auch in unsere superfromme Welt der Gemeinde Einzug gehalten hat: Die Kommunikation ist eine sehr einseitige.
Von Oben (Der Kanzel) nach unten (Der Gemeindetrottel)
Wir erziehen eine Generation von Radfahrern: Nach oben buckeln und nach unten treten.
Aber das Treten machen wir natürlich voller Liebe und nennen es Ermahnung.
Jeder möchte natürlich gern nach oben, denn auf der Bühne wird man gesehen und als Mensch wahrgenommen. Aber leider ist die Kanzel zu eng für so viele.
Da müssen die Leute rauf, die den anderen am Besten stecken können, wie unmündig, passiv und lau der Rest ist.
Oh ja, das kann man gut sehr liebevoll und fromm verpacken!
Aber Kommunikation ist immer eine zweiseitige Angelegenheit, sonst funktioniert sie nicht auf Dauer. Die Leute, die immer nur gesegnet und beregnet werden, werden auf Dauer sehr unzufrieden und möchten auch gern mal etwas zu sagen haben. Vor allem möchten sie als echte Menschen wahrgenommen werden.
Wenn wir als Gemeinde irgendeine gesellschaftliche Relevanz bekommen möchten, ist das der Punkt, an dem wir arbeiten müssen: Beziehung und Kommunikation untereinander und mit Nichtgläubigen!
Raus aus dem frommen Ghetto und mit allen Menschen reden, diskutieren, feiern, spielen und austauschen. Und vor allen Dingen: Zuhören lernen und nicht predigen lernen.
Sonst sind wir vielleicht auch nur: Another Brick in the Wall!
Ein endloses Thema. Gut für Deinen Hauskreis, Deine Gemeinde oder Hauskirche. Bitte einsteigen und abfahren!
Gottes Segen an Alle
Ralf

Sonntag, 16. September 2007

Emerging Ralle

Hallo liebe Gemeinde, da bin ich wieder. Hatte wenig Zeit zum Schreiben, da Beziehungen (zu Menschen u. Gott) mir wichtiger sind, als das Schreiben.
Ich musste in der letzten Zeit haufenweise emails schreiben, um unsere emerging Hauskirche irgendwie zu koordinieren. Hauptsächlich die gemeinsamen Termine.

Der Eine kann nur Mittwoch und der Andere hauptsächlich donnerstags. Andere haben Wechselschicht und können mal so und mal so. Da wir möchten , daß möglichst viele kommen, jonglieren wir mit den Terminen und Orten, an denen wir uns treffen jede Woche so herum, daß es den meisten gut passt. Und ich habe am meisten
Zeit fürs jonglieren!
Da wir in letzter Zeit aber zahlenmäßig am wachsen sind, wird es immer schwerer, alle unter einen Hut zu bekommen.
Da wir keine Hirarchie besitzen, hoffe ich jetzt vermehrt auf die Schwarmintelligenz der emerging church (Ich habe das Buch darüber allerdings noch nicht gelesen).
Möglicherweise bin ich aber auch schon unwissend selbst in einen emergenten Prozess geraten: Ich bin seit Dezember 2006 in psychotherapeutischer Behandlung. (Depressionen) Der liebe Herr Kolb, mein Therapeut erzählte mir zu Beginn etwas von der Systemtheorie in der Psychotherapie, die davon ausgeht, daß komplexe Systeme in der Natur oder auch das
System Mensch die Fähigkeit haben, sich selbst zu organisieren, wenn sie von außen genügend richtige Anstöße (Input) dazu bekommen. In der Psychotherapie sei der beste Anstoß die Liebe (Gottes?!).
Die Therapie hilft mir und bringt mich voran. In jeder Beziehung. Es geht mir viel besser.
Mein Körpergewicht organisiert sich zum Gesunden hin. Meine Seele ist dabei, sich in Richtung Glück, Freude und Zufriedenheit zu organisieren. Viele Dinge haben sich zum Besseren gewandelt und sind noch dabei.
Jetzt versuche ich vermehrt, in andere andere Komplexe Systeme (Hauskirche, Familie, Internet) Input zu geben, auf das die anfangen, sich auch besser selbst zu organisieren.
Die Betonung liegt auf: Selbst!
Denn ich habe weder Power noch Bock drauf, noch finde ich es sinnvoll, Menschen zu manipulieren oder zu gängeln, damit sie besser drauf kommen: Sei es im Glauben oder bei ihren persönlichen Problemen etc.
Grüße vom emerging Ralle an Alle!

Dienstag, 24. Juli 2007

Hauskirche und Weltmission?

Von Richard Schutty
(von unserer Hauskirche schon liebevoll "Schrotty" oder "Schutty Geröllheimer" genannt)

Ich halte es für wichtig, dass Hausgemeinden sich auch weltmissionarisch betätigen. Mit Mission meine ich hier das Engagement in einem anderen Land, zur Verbreitung des Evangliums bzw. des Reiches Gottes (mit allem, was dazu gehört - da will ich jetzt nicht drauf eingehen.)
Es ist ja so, dass durch die Art, wie wir in der Hausgemeinde Gemeinde leben, enorm viel Geld gespart wird. Weder Sonderausgaben für Pastor oder großartiges Equipment, noch Ausgaben für angemietete oder gebaute Räumlichkeiten bzw. Häuser - und viele andere Ausgaben, die wegfallen. Dadurch wird eine Menge Geld für die Mission freigesetzt.
Es wäre schade, wenn wir das freigewordene Geld dann für uns behalten - nein wir sollten genauso prüfen und Gott fragen, wo sollen die freigewordenen Ressourcen investiert werden. Da gibt es genug Möglichkeiten.
In unseren Hausgemeinden hat Gott uns zwei Sachen anvertraut - einmal haben wir eine Missionarsfamilie, die aus unserer Mitte kommt und seit einigen Jahren im Ausland ist. Wir unterstüzen sie finanziell und auch durch viele andere Liebesbeweise.
Dann engagieren wir uns noch mit Hilfsgütern und Jüngerschaftstraining in einem anderen Land und fahren dort jedes Jahr hin. Da gibt es auch viel Möglichkeiten, sein Geld gut zu investieren. Hier sind wir auch offen, andere Geschwister aus entfernten Hausgemeinden mit einzuladen.
Wir wissen, dass in diesen zwei Projekten unser Geld gut aufgehoben ist, weil wir starke persönliche Beziehungen haben. Preis dem Herrn, dass er diese Beziehungen gestiftet hat, und wir nicht nur einfach etwas organisiert haben.
risc

Donnerstag, 5. Juli 2007

Wer ist Donna Mar?


Donna Mar ist meine allerbeste Freundin!
Sie ist auf dem Weg, es wie Gott zu machen - Mensch zu werden...
Man versuchte, sie in winzige Autos einzusperren, in denen sie sich sich quetschen sollte - aber jetzt macht sie diesen Zirkus nicht mehr mit!
Sie steigt aus und richtet sich zur ganzen Größe auf. Sie entpuppt und entfaltet sich und brüllt auch schon mal Menschen im Supermarkt an.
Geil...
Don't mess with Donna Mar, she has a really criminal mind and is comin' to get ya!

Samstag, 30. Juni 2007

Hauskirche boomt! - Wachstum von 80% -

Ja mei, dös is a Waaahnsinn!
Wir haben plötzlich 3 NEUE in unserer Hauskirche! Das macht nach Adam Riese so ungefähr genau 80% Wachstum in wenigen Wochen.
Welche etablierte Gemeinde macht uns das -bitteschön- nach?
Die leiden doch fast alle eher unter Mitgliederschwund.
Wir sind halt der aufstrebende neue Stern in der
charismatisch-evangelikal-protestantischen Gemeindegründungsbewegung in Deutschland.
Was können wir denn dafür, daß wir sooo toll sind? - Wir sind nun einmal so, wie wir sind!
Da kann man gar nix machen.
Aber weil ich nicht gut im Kopf rechnen kann, muß das mal jemand anders für mich übernehmen.
Also: Wir waren vorher in etwa 7 relativ feste Mitglieder plus ein Österreicher, der nur im Urlaub kommt und einer alleinerziehenden Mutter, die hauptsächlich nur die Emails liest und einmal im halben Jahr kommt. Hmm...ich glaube das sind dann doch höchstens 40% Wachstum, wenn man die sporadischen Besucher nicht mitzählt.
Aber es sind
GEFÜHLTE 100% Wachstum, weil die Neuen auch wieder neuen Schwung reinbringen!
Außerdem meckern wir kaum noch über andere Gemeinden, singen jetzt regelmässig 2 Lobpreislieder am abend und sind überhaupt viel frommer geworden. Macht nochmal gefühlte 20% an innerem Wachstum!
Tja, ich wünschte anderen Hauskirchen und freien Gemeinden, daß es ihnen ebenso gut ginge wie uns.
Aber das geht ja nunmal leider nicht - weil wir einfach die
BESTEN sind. Und die DEMÜTIGSTEN!
Wir sind krasse Anwärter auf den Demutspreis der freien Gemeinden 2007.
In diesem Sinne...eifert uns nach!

Samstag, 17. Februar 2007

Verfolgung in der Hauskirche

Gestern war mal wieder Hauskirche. Hauskirche ist modern und progressiv. Nicht so starr und unflexibel wie die althergebrachte Gemeinde, wo es lange, lange Zeit braucht um sich auf die neuen Strömungen des Zeitgeistes einzustellen.
Das musste ich gestern zu meinem Leidwesen am eigenen Leibe erfahren. Nachdem unser Leiter gelehrt hatte,
daß neuerdings die Frau das Oberhaupt der Familie sei, gab er meiner Frau sofort einen Baseball-Schläger zur Hand, um meinen Protest im Keim zu ersticken!
Dann holte er eine große Heckenschere, beschnitt demonstrativ seinen
gren Ficus-Strauch, der anfing, an den Schnittstellen weißlich zu bluten.
Anschließend wurde gedroht, mich am Stuhl festzuschnallen, um mir die Haare zu schneiden, da meine schönen langen Haare meiner Frau und den anderen Frauen der Gemeinde nicht gefallen.
Alles schimpfen und Flehen half nichts! Sie fesselten und knebelten mich und mit einem höhnischen und grausamen Lächeln machte sich mein bester Freund K. ans hinterhältige Werk.
Der einzig gute Mensch unserer Hauskirche, Frau P. setzte sich auf Knien für mich ein, damit ich verschont bliebe. Aber es half nichts. Die Folterknechte lachten und grölten nur um so mehr und begannen ihr grausames Werk. Dies kam dabei heraus! Sieht es nicht grausam aus? Das kommt davon, wenn man sich den Christen George W. Bush und sein Folterlager
Guantanamo-Bay zum Vorbild nimmt. Aber die Amerikanischen Christen sind nun mal am schnellsten im geistlichen Wachstum und sind auf allen Gebieten der Kirche im Rest der Welt weit voraus.
Ich kann die Hauskirchenbewegung nur davor warnen, immer auf der neuesten Welle mitzureiten! Das kann schlimme Folgen für den Einzelnen haben. Bin am überlegen, ob ich nicht doch wieder in eine "normale" Gemeinde eintrete.
Eigentlich sollte die Hauskirche
ursprünglich Schutz vor Verfolgung bieten, wegen ihrer verfolgungssicheren Struktur. Aber wer schützt uns vor der Verfolgung von innen?
Ratlos
Don
Ralfo