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Sonntag, 12. Januar 2014

Don Ralfo und die Musik - Teil 3

Zimmer 20 und die Lobpreismusik.

Zu der Zeit als ich zu Jesus fand arbeitete ich als Zivildienstleistender Im Annastift auf der Frauenstation im Wohnheim für Schwerstbehinderte.
Einige der behinderten Frauen waren lebendige und engagierte Christen, die mich schon lange auf dem Kiecker hatten und für mich beteten.
Sie wohnten zusammen in Zimmer 20 und hießen Ilona, Siggi, Helga und Heike.
Immer wenn ich dieses Zimmer versorgen musste, bemerkte ich daß die Atmosphäre hier irgendwie anders war als in den restlichen Zimmern - ich kam oft zutiefst deprimiert und voller schlechter Gefühle und Gedanken morgens hinein und wurde durch das fröhliche Wesen und die Lust am Leben die die Bewohnerinnen versprühten angesteckt, so daß es mir danach viel besser ging und ich selber gut gelaunt und fröhlich wurde.

Samstag, 30. November 2013

Was ich immer schon mal tun wollte..

Manchmal sitze ich im Bus oder der Straßenbahn, schaue mir die Leute an und denke: "Wie traurig und einsam so viele Menschen doch sind."

Sie sind in sich gekehrt, niemand schaut sich direkt an oder lächelt gar. Fast könnte man meinen die ganze Straßenbahn (Die Menschen darin, nicht die Bahn) oder sogar ganz Deutschland ist von einer kollektiven Depression befallen.
Warum unterhält sich niemand außer den Schulkindern oder sowieso Bekannten? Warum starren die Leute nur mit leerem Blick in der Gegend herum, vermeiden sich gegenseitig anzusehen oder spielen mit dem Smartphone? Manche sind auch in ein Buch vertieft.
Ähnlich ist es in den Wartezimmern der Ärzte, von denen ich im Lauf der letzten Jahre eine ganze Menge kennengelernt habe: Die Wartezeit dauert elend lange, man sagt "Guten Morgen" und "Auf Wiedersehen" aber keiner kommt auf die Idee sich vielleicht mal mit dem Nachbarn zu unterhalten um das Warten kurzweiliger und angenehmer zu gestalten.

Sonntag, 13. Januar 2013

Engelbesuch

Früher als voll-power-Charismatiker hatte ich Sehnsucht nach sehr spektakulären und übernatürlichen Begegnungen mit Engeln. Heutzutage bin ich da wesentlich bescheidener geworden. Mir würde auch ein Engelbesuch ohne großartige Lichterscheinungen, Heilungen und Wundern ausreichen - so lange es mich in meiner Beziehung zu Gott ermutigt.

Als ich neulich im Krankenhaus lag und es mir sehr übel ging betete ich still zu Gott: Es wäre total genial wenn Du mir heute einen Engel vorbeischicken würdest der an meinem Bett steht und über mir Wache hält oder meine Hand hält damit ich mich nicht so fürchte. Ich habe solche Sehnsucht nach Deiner heilenden Gegenwart lieber Vater im Himmel.
Dieser Gedanke hatte einfach etwas Tröstliches an sich und wenn ich etwas erwartete, dann einfach eine Art unsichtbarer Gegenwart an meinem Krankenbett.

Der Tag verging langsam und mehr schlecht als recht als es nachmittags an der Tür klopfte. Eine mittelalte Dame von so ca. 50 - 60 Jahren kam herein, sagte daß sie vom Seelsorgedienst des Krankenhauses käme und fragte ob sie irgendetwas für uns Patienten tun könnte.
Da meine Bettnachbarn nicht antworteten, weil sie entweder zu krank waren oder ihnen nichts einfiel, meldete ich mich: "Wenn ich in der Lage wäre zu lesen würde ich sie bitten mir eine Zeitung zu besorgen, aber ich habe zur Zeit Probleme mich auf die kleine Schrift zu konzentrieren. Irgendetwas mit meinen Augen stimmt auch nicht, denn selbst mit Lesebrille funktioniert das nicht richtig  - ich bin einfach zu schwach".
"Soll ich ihnen vielleicht vorlesen"? schlug sie vor. "Ich habe das zwar schon seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht, weiß auch gar nicht ob ich das gut kann, aber einen Versuch würde ich machen wenn sie möchten"! "Das wäre ja genial", erwiderte ich ungläubig. "Ich habe da vorhin auf dem Gang eine Hannoversche Allgemeine von heute liegen sehen, konnte mich aber nicht darauf konzentrieren. Vielleicht geht das ja mit dem Vorlesen".

Die Dame ging hinaus und kam mit der herrenlosen Zeitung wieder. Sie setzte sich an mein Bett und fragte mich freundlich was mich denn interessieren würde. "Die Sportseite mit allem was da über Hannover 96 drinsteht", gab ich zurück. Denn ich bin Fan und es ärgerte mich daß ich nichts von den wichtigen Europaleague-Spielen mitbekam. So fing die Dame an mir die Überschriften vorzulesen und ich wählte aus was sie vorlesen sollte, während ich mich im Bett entspannte.
Tränen rannen mir die Wangen herunter als sie anfing eifrig zu lesen. Vielleicht weniger weil meine Mannschaft so gut oder schlecht war sondern viel mehr weil ich begann zu erkennen, daß dies der Engel war, den Gott mir geschickt hatte...

 Viel Ausdauer hatte ich nicht und als der Engel mit den Sportseiten fertig wurde war ich schon erschöpft nur vom Zuhören. Wir unterhielten uns noch eine Weile und als sie ging war ich sehr glücklich und ermutigt! Engel sind ja dem Wortsinn nach nur Boten Gottes und es können himmlische Wesen oder auch ganz einfache Menschen sein...

Sonntag, 23. Dezember 2012

In der Kirche umme Ecke

Sylle und ich waren heute in unserer evangelischen Kirche umme Ecke.
Nebst Chor und Adventsliedern gab es auch eine Taufe. Der Kleine und seine Schwester waren schon etwas älter und der erste wollte nicht mit Wasser benetzt werden und hat immer wieder NEIN gesagt. Auch den Segen der Pastorin (mit Handauflegung) wollter er nicht. Die Pastorin musste sich ganz schön Mühe geben :-)

Und ich dachte bei mir: Sind wir nicht oft genauso? Gott möchte uns Gutes tun und unser Leben segnen, aber wir sind skeptisch und wollen lieber nicht, weil uns dieser Gott unheimlich ist ;-)

Ich fragte mich auch warum Jesus gesagt hat: Ihr müßt umkehren und sein wie die Kinder wenn ihr in Gottes Reich hineinwollt.
Kinder haben doch meist ihren eigenen Kopp und wehren sich erstmal gegen alle gutgemeinten Warnungen vor dem Feuer oder dem überqueren der Strasse ohne auf die Autos zu achten!
Sie misachten doch grundsätzlich alle Mahnungen welche die Eltern aussprechen um sie zu schützen und müssen mit gaaanz langem Atem mühevoll erzogen werden...

Samstag, 11. August 2012

Die Macht der Gewohnheit

Es war einmal in den achziger Jahren. Wir waren wie immer sonntags in unsere neu gegründete Gemeinde gefahren.
Ich stand mit der Gitarre auf der Bühne und leitete den Lobpreis, womöglich hatte ich auch die Predigt.
Es muß ein sehr schöner Gottesdienst gewesen sein denn ich war danach noch sehr mit großer Freude an Gott erfüllt und stand auch noch am Büchertisch der Gemeinde und verkaufte ein paar Bücher während ich mich nebenbei mit einigen Leuten unterhielt.
Mein Frau war mit unseren Kindern und der Kinderstunde beschäftigt gewesen und drückte nicht aufs Tempo bei der Abfahrt nach Hause. Wir waren völlig entspannt.
Wie üblich mussten wir unseren behinderten Mitbewohner Heiko und unseren Freund Horst, der als Spastiker auf den Rollstuhl angewiesen war von der Gemeinschaft loseisen um die ganze Bagage  in unseren VW-Bus einzuladen, denn wir aßen gewöhlich sonntags nach dem Gottesdienst bei uns einen schönen Braten und spielten danach manchmal Skat, während die Kinder im Fernsehen Biene Maja gucken durften.
Alles wie üblich und völlig entspannt - ohne jede Eile - denn wir wollten den Sonntag ja so richtig genießen.

Zu hause angekommen kümmerte ich mich um die Kocherei und wir aßen gemütlich zusammen.
Eigentlich könnten wir nach dem Essen noch ein Glas Rotwein genießen, dachte ich und entkorkte die Flasche.
Während ich die ersten Schlucke genaß kam mir der Gedanke, als ob ich irgend etwas Wichtiges vergessen hätte, an das ich mich unbedigt erinnern wollte: "Hast du da nicht etwas ganz Dringendes vergessen?" fragte ich mich und kam zuerst nicht auf die Lösung. Immer wieder ging dieser Gedanke mir im Kopf herum.

Dann hatte ich auf einmal die Erleuchtung was es gewesen war: Ich hätte nach dem Gottesdienst eigentlich sofort zur Arbeit fahren müssen, denn ich hatte Spätdienst im Krankenhaus und hätte schon seit zwei Stunden dort sein müssen. Mein Chef und Stationsleiter stand nun völlig allein auf der Station - ohne seinen Schüler der Krankenpflege, der über dem üblichen sonntäglichen Ritual völlig den Blick für die Realität verloren hatte! :-) Und meine liebe Frau offenbar auch.

Ich hetzte sofort atemlos mit dem VW-Bus zum Krankenhaus und war völlig "durch den Wind".
Zum Glück war mein Chef sehr nett und warf mir mein Versäumnis nicht vor. Auch er ging völlig entspannt mit der Situation um und machte mich keinesfalls zur Sau, obwohl er mir die Geschichte nicht wirklich abnahm - lustig war sie allemal und ich brachte ihn mit meiner zerknischten Entschuldigung zum Lachen. Und wir hatten sogar ein Gespräch über den Glauben an Gott...

Mittwoch, 9. November 2011

Herzkasper-Buch ist fertig

Nun ist mein zweites Buch endlich fertig geschrieben. Ermutigt durch einige mails eines Leidensgenossen, dem meine Geschichte ein wenig weiter geholfen hat rang ich mich durch endlich die Abschlusskapitel zu schreiben.
Keine Ahnung was damit weiter passieren soll.
Ob ich den "Herzkasper" abermals bei BOD in Buchform veröffentlichen soll wie mein erstes Buch oder ihn einfach so nackt wie er ist auf meiner Webseite belasse?
Jedenfalls graut mir davor die Geschichte einem Verlag anzubieten - kommt mir zu stressig und hoffnungslos vor.
Vorschläge?
Bei BOD würde das Buch auch nur ein "Büchlein" von ca 90 Seiten im Format 19x12 cm werden.
Jedenfalls habe ich im Laufe der Jahre schon einige mails mit Feedbacks zu meiner Geschichte erhalten. Hauptsächlich von Personen, die selbst von Herzkrankheit betroffen waren oder deren Angehörige vor einer Bypass Operation standen. Einige konnte ich beruhigen, ermutigen oder Fragen beantworten. Oder Tipps weitergeben. Ist ja auch schon mal was.

Sonntag, 3. Juli 2011

Jammern oder glücklich sein auf jedem Niveau?

Gestern sah ich Nick Vujicic auf ERF im Fernsehen und war zu Tränen gerührt. Und ich schämte mich, weil ich mich so oft hängen lasse, mit dem Schicksal hadere und dem Selbstmitleid ergebe.
Nick hat weder Arme noch Beine und hätte allen Grund sein Leben mit jammern und Klagen zu verbringen. Aber durch die Hilfe Gottes und die Liebe seiner Familie ist er zu einem Vorbild an Lebensmut, Selbstannahme und Hoffnung geworden.
Er lässt sich nicht dauerhaft hängen sondern ist dankbar für die Dinge die er noch schafft und kann. Und der nutzt die Ressourcen die er noch hat und baut sie sogar noch aus.
Wer glaubt schon, daß ein Mensch ohne Arme und Beine ohne fremde Hilfe aufstehen kann, wenn er am Boden liegt? Nick kann es. indem er sich mit dem Kopf auf seine dicke Bibel stützt und er nützt den kleinen Stummel von Fuß den er an einer Seite hat zum schreiben an der PC-Tastatur. Er ist dankbar für seinen kleinen Stummelfuß und klagt nicht über die fehlenden Beine und Arme. Er rasiert sich sogar selber und lässt sich nichts von Pflegern oder Familie abnehmen, was er selber irgendwie schafft!

Ein unglaublich positiver Mensch, der andere ermutigt die sich hängen lassen.
Ein Beweis dafür, daß man selbst schlimmsten Schicksalschlägen eine positive Seite abgewinnen kann und das es möglich ist in jeder Situation zufrieden und glücklich zu sein.
Ebenso kann man in jeder Situation unglücklich sein und ohne Ende jammern. Wir deutschen sind Weltmeister darin und ich selbst bin zeitweise einer der Besten in dieser Disziplin!
Und hier kommt zur deutschen Ehrenrettung ein gewisser Samuel Koch ins Spiel. Der Kandidat, der bei "Wetten Das?" diesen furchtbaren Unfall hatte und seitdem vom Hals abwärts gelähmt ist. Ein Sportler und Bewegungsmensch. Im Interview mit Peter Hahne meint der, daß Selbstmitleid nicht sein Ding wäre. Er hat Hoffnung für die Zukunft und gibt nicht auf. Er freut sich über jede kleine Besserung seines Zustands und ist dankbar für seine Ärzte, Therapeuten und Familie.
Hier das volle Interview mit ihm:



Donnerstag, 16. Juni 2011

Bablozecki

Bild: Wikipedia/gemeinfrei
Wer oder was ist Bablozecki?
Neulich traf ich mich mit einer Runde älterer Herren zum Speisen in einem netten Restaurant. Ich war ein klein wenig erschreckt darüber wie Menschen weit jenseits der 50 vom Virus der Nostalgie befallen sind. Ich will mich selbst ja davon nicht ausnehmen - aber wenn es den Anschein hat, daß man schon mehr in der Vergangenheit lebt als im Hier und Jetzt, dann... ja dann wird man langsam wirklich alt, meine ich.

Gestern fiel mir grundlos ein Name aus entfernter Vergangenheit ein: Bablozecki.
Mir fallen ziemlich häufig Geschichten, Namen und Ereignisse aus der Vergangenheit ein. Warum auch immer.
Bablozecki war der Name eines Rohrstocks. Und zwar eines ganz bestimmten. Es war der Rohrstock des Dorfschullehrers meines verstorbenen Vaters mit dem er pflegte den jeweiligen Po eines über sein Knie gelegten Schülers mit Liebe und Andacht zu versohlen.
Ab und an gab es mit Bablozecki auch etwas auf die ungewaschenen Pfoten der unartigen Dorfkinder.
Bei welchen Gelegenheiten das genau war, weiß ich nicht mehr, aber der Name hat sich mir eingeprägt. Vielleicht auch aus dem Grund, weil mein Vater sich später selber so einen Rohrstock zulegte mit dem er seinen Kindern "Mores lehrte" wenn sie ihre kleinen Verbrechen begingen. Der Rohrstock war jedenfalls sehr gefürchtet, nicht nur der Bablozecki meines Vaters sondern auch der namenlose Rohrstock bei uns zu hause.

Ich erinnere mich ihn einmal erfolglos versteckt zu haben, nachdem ich eine Missetat begangen hatte. Mein Vater brüllte dermaßen furchterregend wo der Stock sei, daß ich ihm das Versteck ziemlich schnell verriet um nicht noch in größere Schwierigkeiten zu geraten als sowieso schon.
Einmal bekam ich den Po versohlt, weil ich im Schlafzimmer Fußball gespielt hatte und der Ball versehentlich durch die Fensterscheibe auf den Balkon fiel. Es war ja nur ein leichter Kunststoffball, aber damals gab es noch Einfachverglasung und die Scheiben waren dünn.
Außerdem gab es Dunkelhaft - wir hatten ein tiefschwarzes Rollo im Schlafzimmer, welches zugezogen wurde und ich musste zur Strafe schon mittags ins Bett.

Das andere Mal, an das ich mich erinnere war als ich auf dem selben Balkon ein Spielzeugauto von mir mit Silberbronze verschönern wollte. Ich hatte meinen Vater beobachtet, wie er mit dieser Farbe unser verfärbtes und verrußtes Ofenrohr wieder auf Vordermann gebracht hatte und fand Silberbronze einfach genial. Also nahm ich einen Pinsel und malte los - ich hatte sogar eine Zeitung unter das Auto gelegt. Aber dann fiel der Topf aus unerklärlichen Gründen um und ergoß sich auf Tisch, Linoleumfußboden und sogar aufs Schlüsselbund meines Vaters. Dummerweise stapfte ich auch noch mit den Füßen durch die entstandene Pfütze auf dem Boden und verteilte die sehr ergiebige Bronze auch noch auf den Wohnzimmerteppich als ich hektisch einen Scheuerlappen zum säubern des Malheurs holen wollte.
Mein Vater war in der Waschküche im Keller gewesen und als ich ihn die Treppe heraufkommen hörte versteckte ich mich schnell im Badezimmer um dem gefürchteten cholerischen Wutausbruch zu entgehen. Er hatte schon Verdacht geschöpft, weil ich ihm das mit Silber verzierte Schlüsselbund vom Balkon heruntergeworfen hatte.
Der Dialog an der verschlossenen Badezimmertür endete für mich mich hoffnungsvoll. Mein Vater schien sich nach 15 Minuten langsam zu beruhigen, hörte auf zu schreien und gab zur Antwort, daß er mir "vielleicht" nicht den Hintern versohlen würde wenn ich freiwillig herauskäme. Dieses "Vielleicht" erschien mir zwar trügerisch aber was für eine Wahl hatte ich denn?
Sobald ich  herauskam wartete der gefürchtete Rohrstock auf mich und mein Vater reagierte seine Wut an meinem Hinterteil ab.

So ein Rohrstock zieht wirklich unwahrscheinlich und fügt empfindlichen Schmerz zu. Sofakissen in der Hose hätten geholfen, wenn sie nicht sofort bemerkt worden wären. Es gab kein Entrinnen vor Bablozecki.

Sonntag, 10. April 2011

Teestube Jesus Treff Hannover 1976

Ein Dokumentarischer Streifzug durch die Jugendarbeit der Intermission mit Szenen aus der Teestube, dem Haus der Gnade, Come In und dem Büro der Intermission in der Kestnerstraße. Mit Zeugnissen der damaligen Mitarbeiter der Teestubenarbeit.
Hoffentlich werde ich für die Veröffentlichung nicht gelyncht, denn aus heutiger Sicht könnte so manches ein wenig kurios bis unfreiwillig komisch wirken...


Dienstag, 22. Februar 2011

Der "Hunderthoyer"

Ein Freund aus seligen "Muckertagen" gab ihm meine Adresse und Telefonummer, denn er hatte Schwierigkeiten mit dem PC und ich könne ihm helfen, dem "Hunderthoyer".
Der ist ein Künstler, welcher bei mir "umme Ecke" wohnt und mit Acrylfarbe experimentiert.
Ein Kontakt kam erstmal nicht zustande, aber die Schwierigkeiten mit dem PC häuften sich beim Künstler. Er hatte mittlerweile seine ganze Homepage zerschossen, so daß man die meisten seiner Bilder, Skupturen und Aktionen gar nicht mehr zu sehen waren - nur noch Text und viele fehlende Bilder. Kurzum: Ein jämmerliches Bild!
So kam ich denn nun vor kurzem doch noch in Aktion und flickte seine Homepage wieder zusammen. Und wir haben uns auch getroffen und Kaffee getrunken. Nun ist fast alles wieder gut und wir planen noch ein paar zusätzliche Seiten einzubauen.

Samstag, 8. Januar 2011

Tessa †

Zytanien Hauptbühne   Foto: Ruben Förthmann
Ich traf Tessa nur zwei mal im Leben. Und doch hat sie sich in mein Herz eingebrannt. Das erste mal war 2003 oder 04  als ich die freie Republik Zytanien kennenlernte. Dort leben ein paar Hippies, Punks und Ausgeflippte in einer alten Ziegelei. Und die veranstalten jedes Jahr ein Kultfestival mit ca 2000 Besuchern.
Ich hatte meine Töchter und ihren Punkerfreund Hoschi im Auto und war schon sehr gespannt auf die Bands und das Festival-Feeling.
Am Eingang des Geländes trafen wir Tessa und meine Tochter stellte mich als Vater vor. Meike kannte Tessa von der Punker-Szene, aber sie sah überhaupt nicht punkig aus. Sie war noch recht jung und wirkte sehr nett und aufgeschlossen auf mich und ich war froh von ihr nicht als der bürgerliche Spießer sondern als Mensch wahrgenommen zu werden.

Mittwoch, 3. November 2010

Bezahlung in Naturalien

Die nette Bloggerin "Frau Punk" bezieht ja nun seit einiger Zeit ein "Bloggergehalt", weil ihre Arbeit in der christlichen Szene als unterstützungswürdig angesehen wurde. Find ich gut!
Neulich fand ein alter Freund aus meinen ehemaligen Gemeinden (Jawohl Mehrzahl) meine Arbeit als so ne Art Internetmissionar auch unterstützenswürdig und brachte einen großzügigen Gutschein zum Essen bei hannovers ältestem Griechen (also das Restaurant, nicht die Person) mit, welchen meine Frau und ich gestern im "Camp" verprassten...
Wir waren danach allerdings so pappsatt, daß wir noch einen relativ großen Betrag überbehielten, welchen wir dann als üppiges Trinkgeld spendeten. Der Kellner, ein älterer Kerl welcher kaum die Zähne beim Sprechen auseinander bekam schaute uns relativ perplex an und mumelte ein Dankeschön in seinen nicht vorhandenen Bart. Ein großes Fragezeichen erschien fast sichtbar über seinem Kopf.
Das Essen war wirklich sehr lecker und überhaupt nicht so nullachtfuffzehn griechisch - also völlig ohne Weisskrautsalat und stattdessen mit knackigen jungen Böhnchen als Beilage zum Grillteller. So richtiges Gemüse mit Pilzen und Pfiff.
Ich habe es sehr genossen meine liebe Frau von meiner Hände (Tipp)Arbeit mal einladen zu können, da ich ansonsten nur ne Minirente beziehe. Ich fühlte mich jedenfalls sehr wertgeschätzt dadurch und die Naturalien waren fast besser als Geld, welches doch nur im allgemeinen Sumpf des Bankkontos versickert wäre.
Jedenfalls meinen Dank an den edelen Spender und den Herrn Jesus! :-)

Dienstag, 7. September 2010

Juhuu ich hab ne Bibel auf'm Handy

Ich bin ja eher konservativ, was Handys angeht. Eigentlich will ich nur SMSen und selten telefonieren. Alles andere hielt ich für "Schnickschnack" und außerdem viel zu teuer.
Da meine Frau aber bei Handys eher fortschrittlich gesonnen ist und auch immer gern eins in Reserve für verlorene Handys unserer (erwachsenen!) Kinder und deren Freunde hat gab es mal wieder für billig Geld neue Handys für uns mit allem Schnickschnack.
Wir zahlen einmal 8.50 € pro Monat für den Handyvertrag und erhielten dafür 2 erstklassige Nokia-Handys zum Preis von eigentlich 150 € das Stück. (Für uns kostenlos!) Und dafür haben wir nun endlich mal ein Navi - auf dem Handy! Wir brauchen diese Verkehrsverführungsmaschinen eher selten, aber manchmal ärgert man sich schon, wenn man keins hat.
Die Kamera ist auch akzeptabel und unsere Marina bekommt viel Zuspruch auf Facebook für ihr neues Foto von MEINEM Handy. Als Mp3-Player und Radio kann man es auch gut gebrauchen.
Aber jetzt habe ich den absoluten Clou entdeckt. Die Bibel fürs Handy. Kostenlos. Und zwar 3 verschiedene moderne Versionen: Revidierte Elberfelder, Einheitsübersetzung und "Hoffnung für Alle". Inclusive Losungen, Kalender, PipaPo und haste nich gesehn!
Sieht ungefähr so aus. Nie wieder Bibelschleppen zum Hauskreis oder Gemeinde!! :-) Und dann noch zum Nulltarif. Dem Herrn und Com.Bib sei dank. Installation ist auch nicht schwer. Man muss sich nur ein bischen reinfrickeln.
Hier der Link zur "heißen Ware!"

Montag, 30. August 2010

Gespräch an der Theke

In diesem Gotteshaus gibt es eine gemütliche Theke, wo man sich vor dem Gottesdienst ein wenig entspannt und mit Freunden quatscht.
Die Bedienung, Frau F. serviert mir netterweise einen Kaffee, meine Frau ist etwas schüchtern und lehnt den Kaffee erstmal ab.
Eine blonde Dame mittleren Alters namens E. gesellt sich zu uns und quatscht uns an. Sie fragt nach dem Woher und Wohin und ist selber zu Gast hier. Sie betont, daß sie öfter ein "kritischer Gast" im Gottesdienst sei.
Ich bin gerade dabei eine SMS von einem alten Freund zu beantworten und entschuldige mich daß ich dadurch etwas abgelenkt bin. Frau E, meint: Keine Hektik aufkommen lassen - man sollte das Leben möglichst "entschleunigen". Sie ist gut drauf. Ich erwidere: "Mein Leben ist schon dermaßen entschleunigt, daß es mir oft auf den Wecker geht. Ich bin Frührentner und habe sehr viel Zeit!"
"Ach was", entgegnet Frau E., "ich auch - wegen Sockenschuß!"
"Sockenschuß?" antworte ich, "den habe ich auch" und grinse E, dabei an.
Ich höre zwangsweise mit der SMS auf, denn E. hat ein einnehmendes Wesen und meine Frau ist sichtlich abgenervt und froh daß ich das Gespräch übernehme.
E. hatte vor fünf Jahren eine Psychose und kann seitdem nicht mehr arbeiten. Sie kennt sich aus mit den freien Gemeinden in Hannover und kennt mein Gesicht wohl von früher. Warum ziehe ich diese Art von Leuten eigentlich immer so an?
Vielleicht weil sie den Schicksalsgenossen in mir erkennen? Oder weil ich einfach ein dankbares Opfer zum zutexten bin?
Gottseidank sei die Psychose nach ihrem Klinikaufenthalt nicht mehr wiedergekommen, erzählt E. und ich antworte, daß sie froh sein kann, daß es nicht chronisch geworden ist.
Manchmal habe sie jedoch noch Panikattacken und Angstzustände. "Das kenne ich auch seit diesem Jahr", entgegne ich, und flunkere sie damit nicht an.
Ob ich denn auch Psychiatrieerfahrung hätte? - "Nicht von innen, nur als Besucher" antworte ich und erzähle von meiner Mutter, die nach einem Suizidversuch einige Monate in der Psychiatrie verbrachte als ich 12 Jahre alt war.
E. arbeitet an einer Zeitschrift für Psychiatrieerfahrene mit, von der ich seit 2005 auch ein Exemplar besitze. Ich war damals wegen meiner Herz-Op im gleichen Krankenhaus, dessen Psychiatrie diese Zeitschrift trägt. Die Zeitschrift heißt "Kaleidoskop" und hat mich sehr beeindruckt. Wegen der ehrlichen und schonungslosen Texte und den verstörenden Bildern der Kranken.
Frau E. ist immer noch krank. Das merkt man an der fröhlichen Distanzlosigkeit mit der sie mich in Beschlag nimmt. Ich mag sie, obwohl sie meiner Frau auf den Wecker geht.
Während des Gottesdienstes dankt Frau E. dem heiligen Geist laut für seine erfrischende Nähe und Gegenwart, die "wie ein sanfter Regen auf die Pflanzen" in ebensolcher Weise auch uns Menschen erfrischt und den Durst löscht.
Ich empfinde den Gottesdienst ebenso.
Auf dem Nachhauseweg raunt meine Frau mir zu: "Diese Art von Leuten wird wohl von allen freien Gemeinden angezogen" und ich stimme ihr zu. So ist das wohl.

Freitag, 23. April 2010

Schlachtfeld Wohnung

Da brauchst Du Nerven wie Stahlseile. Seit mitte März hämmert, bohrt und schraubt es in unserem Haus. Und es kreischt die Riesen-Betonfräse und Flex. Am schlimmsten finde ich noch den Vorschlaghammer, der mit großem Bums und Gedröhne spürbar in den Magen fährt. Man kann ihm nicht entkommen, dem Lärm. Selbst die guten Ohropax-Ohrenstöpsel helfen nur begrenzt. Und so ein Mehrfamilienhaus ist ein ungewöhnlich guter Resonanzkörper. Man hört die Arbeiten bei den Nachbarn fast ebenso gut wie die in der eigenen Wohnung.
Zuerst haben sie sämtliche Balkons abgehauen und abgeflext. (Kreisch) Gestern wurden sämtliche Fenster in der Wohnung ausgetauscht. Wir mussten flüchten und kamen erst abends wieder, weil kein Raum mehr in der Hütte war. Alles mit Plastikfolien abgedeckt. Der Weg zum Kühlschrank und Herd versperrt. Eingepfercht in meine kleine Räuberhöhle warten Sylle und ich auf eine günstige Gelegenheit um zu entkommen.
Ich bin ein sehr friedfertiger Mensch, aber in letzter Zeit kann ich mich kaum gegen Gewaltphantasien wehren, wenn ich den großen Bums des Vorschlaghammers oder das Kreischen der Flex und den großen Bohrer höre. Ich stelle mir zum Beispiel vor, wie ich dem Kerl am Hammer im gleichen Rhytmus wie derselbige mit der Faust in die Fresse haue. Im August sollen wir dannn neue Balkone stehen haben.
 Hoffentlich gibt es einen Komplett verregneten und kalten Sommer!!!

Donnerstag, 25. Februar 2010

Man sieht sich immer zweimal im Leben...

Und manchmal sogar dreimal!
Eine Neuauflage gemeinsamen künstlerischen Schaffens erlebte gestern die kleine Versammlung im Expo-Wal. Klavierist Jochen und meine Wenigkeit standen nach einer Unterbrechung von 25 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne des Expo-Wal innerhalb der Band: 1.Wal.
Und mit Marina, die auch mitsang, stand ich auch schon früher öfter zusammen im Lobpreisteam auf der Bühne unserer damaligen Gemeinde. Es hat mir einfach Spaß gemacht.
Merke: Das Foto ist von damals und ich bin der bärtige Herr mit der Gitarre! :-)

Mittwoch, 9. Dezember 2009

40 Jahre nach der sexuellen Revolution...


Don Ralfo hat ja einen gesundheitlichen Aufschwung und geht mittlerweile dreimal die Woche ins Fitnessstudio, wenn er es denn schafft. :-)
Und dort war er nach dem Training gestern anschließend mal wieder in der angeschlossenen Sauna um sich zu entspannen und das Immunsystem anzuregen. (Man fühlt sich wirklich sehr gut danach)
Männer und Frauen haben dort jeweils eine eigene Sauna, die aber mit einer unverschlossenen Durchgangstür versehen sind. Ich habe noch keinen Herrn durch diese Tür in die Damenabteilung gehen sehen aber allerdings bemerkt, daß einige Damen (Aus welchem Grund auch immer) die Sauna der Herren benutzen. Bisher allerdings immer in Begleitung eines ihnen offensichtlich bekannten Herrn.
Gestern lag dort ein muskelbepackter Jüngling, der mir schon öfter in der Umkleide aufgefallen war nach dem Saunagang auf seinem Handtuch. Vor ihm saß auf der Fensterbank eine hübsche Blondine mit sehr langem glatten Haar und starrte ihn unverwandt an, während sie sich über wichtige Dinge wie: Das aufpeppen der Muskeln an Armen und Beinen unterhielten. Er meinte, daß er noch mehr Muskeln dort aufbauen sollte um die Anderen Kerle platt machen zu können. (Offenbar als Bodybuilder)
Don Ralfo nannte den Kerl in Gedanken nach kurzer Zeit nur noch "Muskelschwuchtel".
Die Blondine war mit einem Riesenhandtuch in Bettlakengröße komplett eingehüllt und auch der Jüngling hatte schamhaft ein Handtuch um die Taille gewickelt. Das ist hier so allgemeine Sitte.
Ich hatte mich schon gewundert, daß sämtliche Herren auf den Relaxliegen ihre Familienjuwelen ständig verhüllt hatten, während ich mir zu Anfang nichts dabei dachte mein Handtuch nur unter mir auszubreiten und nicht um die Hüften gewickelt - bis die erste verhüllte Dame bei uns in der Sauna auftauchte!
Bei uns sind sie alle verhüllt - selbst beim Schwitzen liegen die wenigsten unverhüllt da sondern sitzen mit dem Handtuch eingewickelt.
Und das 40 Jahre nach Woodstock und den ersten Aufklärungsfilmen von Oswalt Kolle. Der würde sich wahrscheinlich im Grabe umdrehen (wenn er schon tot wäre) über diesen verschämten Umgang mit der Nacktheit! Die Schamhaftigkeit nimmt offenbar wieder zu und die sexuelle Konterrevolution ist in vollem Gange.
Die Medien scheffeln weiterhin Kohle mit freizügig dargestellter Nacktheit und Sexualität und gaukeln uns eine scheinbare Freizügigkeit in der Gesellschaft vor, während das natürliche Schamgefühl der Meisten möglicherweise unverändert ist.
Die sexuellen Revoluzzer der 68er Jahre sind gescheitert. Die Deutschen sind weiterhin ganz normal prüde  in ihren Schamgrenzen geblieben und haben sich von der Ideologie der sexuellen Befreiung nicht infizieren lassen.

Foto: Mr.Thomas (Flickr.com)

Montag, 2. November 2009

Lektion in Fürbitte

Mt 5,44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und betet für die, die euch beleidigen und verfolgen...
1977 bekehrte ich mich und gab mein Leben Jesus. In dieser Zeit war ich Zivildienstleistender im Annastift und wohnte in einem kleinen Zimmer auf dem Flur direkt über der Station, auf der ich als Krankenpflegehelfer arbeitete.
Das hatte viele Vorteile, denn die lange Anfahrt mit Bus und Bahn oder dem Auto entfiel und man konnte natürlich dementsprechend länger schlafen.
Das ist bei einem Arbeitsbeginn von 6:00 Uhr morgens doch recht angenehm. Als ich noch außerhalb wohnte, musste ich zumeist schon um 4:30 Uhr aufstehen, um pünktlich zu sein.
Wenn ich nun mal abends zu lange gemacht hatte, ließ ich das Duschen sein und stand erst um fünf vor sechs auf, wenn es mir passte. Den Kaffee gab es dann ja auf Station!

Der "Pflegerflur" hatte allerdings auch Nachteile. Zum Beispiel konnte man die quäkende Klingel der behinderten Heimbewohner eine Etage tiefer hören und hatte manchmal das Gefühl aufgefordert zu sein zur Klingel zu gehen, um nach den Bedürfnissen der Patienten zu fragen.
Dafür hat die Klingel ja den entsprechend nervigen Ton! Man sollte es sich beim Kaffetrinken in der Personalküche nicht zu gemütlich machen und rasch aufstehen, wenn ein Heimbewohner Wünsche hatte.
Ein anderer gravierender Nachteil bestand in der Tatsache, daß ein Pfleger der eigentlich außerhalb wohnte sich die 90 Mark für das Zimmer schräg gegenüber leisten konnte, um ein Notquartier zu haben, falls er einmal nach dem Spätdienst keinen Bock hatte nach Hause zu fahren. Der Spätdienst war damals erst um 22:00 Uhr vorbei, und wenn er am nächsten Morgen Frühdienst hatte, der um 6:00 Uhr begann, lohnte es sich nicht wirklich noch nach Hause zu fahren.

Eines Tages hatte Günther (derPfleger gegenüber) nach dem Spätdienst die Idee, noch mit ein paar Kollegen einen kleinen Umtrunk zu halten. Er hatte ein Kofferradio oder Plattenspieler im Zimmer, der mit der guten Laune der Kollegen immer Lauter wurde. So gegen 24:00 Uhr klopfte ich an die Tür und bat die Leute, das Radio etwas leiser zu drehen, da ich am nächsten Tag Frühschicht hatte. Man drehte das Radio für fünf Minuten leise - dafür wurde aber das Gelächter und die Unterhaltung immer lauter.
Ich konnte nicht einschlafen und die Jungs und Mädels machten so bis etwa 3:30 Uhr nachts weiter, was bedeutete, daß ich ziemlich gerädert zum Frühdienst erschien.
Na ja, man vergibt ja als Christ, das hatte ich schon gelernt und das tat ich dann auch.
Allerdings häuften sich nun die Gelegenheiten zum Vergeben ziemlich drastisch, denn die Kollegen hatten Gefallen am geselligen Beisammensein mit Umtrunk und Musik gefunden.
Direkt neben Günthers Zimmer, wo manchmal Nacht für Nacht die Partys stattfanden wohnte noch ein anderer Christ, zu dem ich einen freundschaftlichen Draht hatte.
Wir gingen ab 24:00 Uhr abwechselnd an Günthers Tür und baten mehr oder weniger dringlich um Ruhe. Leider meistens völlig ohne Erfolg.
Die Heimbewohner unter uns holten des Öfteren die Hauptnachtwache, um für Ruhe zu sorgen, die den Feiernden Bescheid sagte. Es war danach für 10 Minuten leise und ging dann wieder los.
Die Kollegen hatten einfach kein Einsehen oder Mitleid mit dem Rest des Hauses.
Mittlerweile hatte ich ein Buch über "Waffen im Kampf gegen die Mächte der Finsternis" gelesen und fing an den Dämonen des Alkohols, der Musik und der Unverschämtheit gegenüber zu gebieten im Namen Jesu den Pflegerflur zu verlassen. Ich band auch alle Mächte der Unreinheit und Sexualität und was mir sonst noch so alles einfiel.
Kein Dämon hörte auf mich! Der Lautstärkepegel blieb unverändert und meine Nächte waren kurz. Ich bat Gott auf Knien, daß er den Leuten doch bitte Einhalt gebieten solle - doch scheinbar interessierte sich Gott nicht für mein Problem. Ich versuchte nachts die Bibel zu lesen und hörte leise Musik. Andreas mein Mitchrist drehte eines nachts seine Lautsprecherboxen direkt auf die angrenzende Wand und drehte Orgelmusik von Bach auf volle Lautstärke - er war ein Klassik-Fan. Auch das nützte nichts, so das wir beide ziemlich verzweifelt und stinksauer auf die rücksichtslosen Kollegen wurden.
Eines abends, als die Party nebenan mal wieder in vollem Gang war beschlossen Andreas und ich unsere Gebetspower zusammen zu tun um die Verheißung des gemeinsamen Gebets in Anspruch zu nehmen:
Mt 18,19 Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden über irgend eine Sache, um welche sie auch bitten mögen, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist.
Andreas fing an, unsere Nachbarn zu segnen und ihnen im Gebet Gutes zu wünschen. Er betete für Gottes Segen auf den Familien unserer Kollegen. Ich war etwas erstaunt über seine Art zu beten, die völlig ohne Befehle an die Dämonen auskam und tat es ihm gleich. Schließlich war es ja wichtig, daß man im Gebet übereinstimmt, um die Verheißung zu erlangen.
Über dem Segnen vergaßen wir völlig, Gott zu bitten, dem bösen Treiben doch ein Ende zu machen. Wir beteten überhaupt nicht für irgendeine Erlösung oder Hilfe und beteten auch nicht gegen unsere Zimmernachbarn sondern vergaben ihnen gemeinsam und baten den Herrn ihnen das Böse nicht anzurechnen.
Danach ging ich friedlich und freudig in mein Zimmer zurück und lächelte in mich hinein. Ich zündete mir eine Kerze an und las noch ein Kapitel in der Bibel und einen Psalm. Dann machte ich das Licht aus und schloß meine Augen zum Schlaf.
Kaum hatte ich das getan, öffnete sich gegenüber die Tür und der Erste verabschiedete sich für diesmal. Die Anderen wollten ihn zuerst nicht gehen lassen, aber er setzte sich durch. Innerhalb kurzer Zeit hatten die Anderen wohl auch die Lust verloren, gingen nach Hause und es wurde still. Es war kurz nach 24:00 Uhr.
Seitdem hörten die lauten Partys schlagartig auf! Und ich hatte eine Lektion in Fürbitte gelernt.
Es heißt nämlich FÜR-Bitte und nicht GEGEN-Bitte. Wir sollen den Leuten im Gebet nichts Schlechtes wünschen, sondern Gutes. Ich hatte vorher innerlich die Menschen verflucht und nicht gesegnet.
Röm 12,14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht.
1Petr 3,9 und vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, daß ihr Segen ererbet.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Don Ralfo bewegt sich...

"Bewegung ist Leben", sagte die alte Frau im Hauseingang zu mir als sie bemerkte, daß ich statt des Fahrstuhls die Treppe nahm, um zu meiner Patientin im Haus zu gelangen.
Ich dachte später daß ich wohl eine Begegnung mit einem Engel gehabt haben muß und ihre Worte gingen mir nicht mehr aus dem Kopf.
Bewegung ist Leben und Leben ist auch Bewegung! Stillstand ist Tod. Im Tod bewegt sich überhaupt nichts mehr...

Trotzdem benutzte ich später immer wieder fast ausschließlich den Fahrstuhl, wenn er denn in einem Haus vorhanden war. Und mein Bauch wuchs entsprechend kugelförmig.
Es ist schwer, seine Angewohnheiten zu ändern, auch wenn sie krankmachend sind. Lieber verdrängte ich meine Gesundheitsprobleme und dachte: "Der Herr Jesus wirds schon irgendwie richten", trank aber weiterhin mein Bier und aß meine Kartoffelchips dazu.
Obwohl ich genau wußte, wie unvernünftig ich lebte, konnte ich doch nicht von diesem Lebensstil loslassen und verfluchte mich innerlich dafür.
Mein Körper gab mir eines Tages die Quittung und ich verbrachte das Jahr 2005 mehr in Krankenhäusern als zu Hause. Meine Hauptbeschäftigung in diesem Jahr: Arztbesuche.

Danach machte ich noch ein paar Versuche mit Herzsport, Heimtrainer und Fahrradfahren, kam aber nicht wirklich in Schwung und saß mehr auf meinem Hintern als mir lieb war.
Doch seit kurzem entdecke ich die Freude an der Bewegung wieder neu und bin mehrmals in der Woche mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Und das oft mehr als eine Stunde.
Hier kommen ein paar Bilder aus meinem Wald vor der Haustür, dem Seelhorst. Klickst Du die Bilder an - werden sie riesengroß!



Im Wald da sind die Räuber!

Hängt da 'ne Seele im Baum? Ist es der Horst?

Montag, 3. August 2009

Ein sehr intensives Wochenende

Am Freitag das Fährmannsfest mit Ten Years After für 'nen Fünfer. Das Konzert war außerordentlich intensiv und ich spürte so richtig das Leben.
Gestern Ruhetag und heute um 15:00 Uhr Bloggertreffen im Lindener Café Übü bei dem ich sehr interessante und nette Menschen kennen lernte: Den Nachtwächter, den Dwarslöper, Frontbumpersticker und Svolli (Hochniveau). Allesamt redliche und intelligente Hannöversche Blogger. Es war sehr anregend.
Danach noch mal zum Fährmannsfest um etwas Progressive Rock zu hören, der sich dann aber mehr als "chillout" oder "ambient" Mucke entpuppte. Der reine Etikettenschwindel.
Erfreulicher Weise liefen mir aber Harald und Elfi Nagel über den Weg (ehemalige Mucker- und Gemeindekollegen). Da die Musik nix taugte, war ich froh über noch mehr anregende Gespräche.
Als ich mich dann verabschiedete saß plötzlich wie aus dem Boden gewachsen eine alte Schulkameradin neben Harald und ich kam nicht weg, sondern mußte mit ihr quatschen, obwohl schon der Regen drohte. (Ich war mit Motorroller unterwegs)

Dann endlich zu hause fühlte ich mich sehr erschöpft, aber total lebendig innerlich.