Montag, 6. Januar 2014

Don Ralfo und die Musik

Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde die Musik mein Gott. Ich kann das korrekte Datum nicht nennen...
War es mit meiner erste Single "Oh well" von Fleetwood Mac, welche mir völlig unter die Haut ging?
Oder etwas später als ich (leicht angesoffen) zu Deep Purples "Speed King" wie wild in meinem Zimmer zu tanzen begann?
Jedenfalls war es bald eine Art religiöser Frevel für mich eine LP (damals gab es nur Vinyl) einfach nur halb abzuspielen, oder gar nur einen einzigen Song zu spielen.
Damals in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern des letzten Jahrtausends gab es ohnehin fast nur Konzeptalben für mich, die man zusammenhängend hören musste - es gab noch so etwas wie "Botschaften" in der Musik, die ich verzweifelt herauszuhören versuchte weil mein Englisch leider nicht ausreichte... aber irgendwie setzte sich das bischen was ich verstand immer zu einer Art Botschaft für mich zusammen die mein Lebensgefühl prägte.


Undenkbar war auch zu einem Termin aufzubrechen, wenn die LP nicht bis zum letzten Lied fertig gehört und gebührend zelebriert wurde - mit Luftgitarre, Luftschlagzeug oder Schweineorgel und der entsprechenden Mimik dazu.
Als wir ein eigenes Auto besaßen (da war meine Sylle schon permanent dabei) gab es bald auch Kassettenabspielgeräte und es wurde nicht ausgestiegen bis zumindest der derzeitig laufende Song
zu Ende gespielt hatte. Wenn im Radio etwas entsprechendes kam natürlich ebenso.

Und dann kam das Jahr 1977, in dem sich schlagartig alles änderte. Ich war schon einige Zeit von einem gewissen "Jesus" verfolgt worden, der versuchte mich einzufangen.
Zuerst hatte ich mich noch ziemlich erfolgreich gegen ihn gewehrt - er ging mir mit seinen Absolutheitsansprüchen gehörig auf den Wecker - und seine Leute, sein Bodenpersonal, welche sich als seine Jünger bezeichneten waren teilweise schon sehr schräg und seltsam drauf.
Dummerweise begegneten wir ihnen ab einem gewissen Zeitpunkt nahezu an jeder Ecke der Stadt, vor der Disko, bei der Arbeit und auch im engsten Freundeskreis.

Als meine Sylle sich dann auch noch von ihnen einfangen und "umpolen" ließ, dachte ich daran jeden Kontakt zu den Jesus-Leuten völlig abzubrechen und mir komplett neue Freunde zu suchen.
Allerdings hing zu diesem Zeitpunkt schon ein Angelhaken von diesem Jesus direkt in meinem Herzen weil ich anfing rational unerklärliche Erlebnisse mit seinem heiligen Geist zu haben immer wenn über ihn gesprochen wurde.
Wie soll ich das nur erklären? Worte können es nicht fassen - aber dein Herz weiß es wenn Gott direkt zu ihm spricht, auch wenn der Verstand noch am Diskutieren und Lamentieren ist!
Und Emotionen wie Glück, innerer Friede oder das Gefühl von Liebe und angenommen-sein waren auch dabei...

Hoppla! Ich bemerke gerade daß sich da eine ziemlich lange Geschichte schreiben will...
vielleicht sollte ich sie etwas unterteilen und portionieren?
Ok. Dann mache ich das so und schreibe Teil 2 und vielleicht 3 etwas später, wenn ich dazu komme...
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