Samstag, 5. Januar 2013

Gute Vorsätze

Wenn ich mir früher gute Vorsätze gefasst habe konnte ich sie in den seltensten Fällen einhalten. Deshalb fasse ich  einfach kaum noch gute Vorsätze, es sei denn Gott hat mir klar und eindeutig ins Gewissen geredet - was auch nur sehr selten der Fall war. Denn wenn Gott mich zur Umkehr oder Änderung meiner Gewohnheiten ruft, dann gibt er mir auch immer die Kraft und Freude dazu. Ich glaube auch daß es sinnlos ist aus eigener Kraft zu Gott umzukehren - es geht nur wenn Gott mich deutlich und verständlich dazu aufruft.
Wenn ich aus eigener Kraft und Frömmigkeit zu Gottes Wegen und Prinzipien umkehren könnte, wer bekäme dann eigentlich die Ehre dafür? Selbstverständlich ich selbst und nicht Gott!
Es war und ist schon immer die Gnade und Güte Gottes gewesen die mich gerufen hat seine Wege zu gehen und seine Gebote zu halten - und seine Gebote sind nur gut für mich. Denn sein Hauptgebot ist ja Liebe aus reinem Herzen, guten Gewissen und unverfälschtem Vertrauen auf Gott. (1.Tim.1,5)
Römer 2, 4  Oder verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut, nicht wissend, daß die Güte Gottes dich zur Buße leitet? (Elberfelder 1905)
Bei mir gab es allerdings im Oktober und November andere Gründe meinen Lebensstil und meine Gewohnheiten zu ändern: Die pure Not und das Leiden der Krankheit!

Im Oktober erlitt ich einen Bandscheibenvorfall mit schier unerträglichen Schmerzen, so daß mir hören und sehen verging. Anschließend erlitt ich eine Facialislähmung mit kurzem Krankenhausaufenthalt und anschließender Kortisontherapie.
Durch das Kortison widerum wurde mein Magen geschädigt und mein ganzer Stoffwechsel geriet durcheinander so daß ich ins Krankenhaus musste. Es war ein furchtbare und schier unendliche Zeit des Leidens für mich. Unkontrollierbare Ängste und Panik regierten mich und bestimmten mein Denken und Handeln.
Sorgen und Furcht sind ja weder gottgefällige Dinge noch sollten sie dauerhaft unser Handeln bestimmen, aber sie haben dennoch manchmal etwas Gutes an sich.
Wenn man allzu sorglos mit seinem Geld umgeht kommt man früher oder später in ernste Schwierigkeiten. Wenn man furchtlos über die Hauptstraße geht ohne auf den Verkehr zu achten ist man möglicherweise bald ziemlich platt hinterher!

Und da ich als Krankenpfleger ziemlich gut weiß, was Übergewicht und mangelnde Bewegung an Krankheiten auslösen kann und in meinem Falle auch tatsächlich ausgelöst hat, wusste ich schon seit Jahren, daß es dringend geboten war mein Leben, meine Essgewohnheiten und meine Bewegungsarmut zu ändern. Ich hatte aber nie die Kraft dauerhaft etwas an meinen Angewohnheiten zu ändern. Immer wieder hatte ich Anläufe gemacht - und immer wieder aufgegeben.
Die Folgen: Eine Koronare Herzkrankheit mit großer Herz-Bypass Op, Depressionen, Diabetes, Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Nieren- und Magenprobleme. Dazu angegriffene Gelenke.

Ich verstand meinen letzten Krankenhausaufenthalt als letzte Warnung meines Körpers bitte so nicht weiter mit ihm umzugehen wenn ich noch meine Enkel aufwachsen sehen will. Und so fasste ich gezwungener Maßen und unter dem Eindruck todkranker Patienten im Krankenhaus den Entschluß weniger und vernünftiger zu essen. Mit Fitnesssport hatte ich schon vor 2-3 Jahren angefangen - allerdings verbrachte ich ansonsten den Rest der Zeit häufig im Fernsehsessel oder Chefsessel vor dem PC. Nun musste ich zwangsläufig jeden Tag ein wenig nach draußen um Spazieren zu gehen, denn meine Muskulatur war von dem vielen Liegen der letzten Wochen stark zurück gegangen und erschlafft. Ich musste schon fast wieder neu laufen lernen.

Und dann kamen die Erfolge und Ermutigungen: Zuerst stellte ich fest, daß ich schon einige Kilo abgenommen hatte. Als ich regelmäßig spazieren ging merkte ich daß das Laufen mir viel leichter fiel als früher. Kein Wunder wenn man 10 Kilo abgenommen hat!
Dann näherte ich mich der 15 Kilo Marke und das alles innerhalb von knapp 3 Monaten. Nun mussten Medikamente reduziert werden, die ich nicht mehr brauchte, weil mein Blutzucker sich drastisch verbessert hatte und mein Blutdruck wurde ebenfalls besser. Wenn ich so weitermache kann ich das Insulin bald komplett weglassen, die Werte sind meist im gesunden Bereich mittlerweile. Es geht voran! Und das Ermutigt mich sehr.

Meine Psyche ist noch durch die durchgemachten Schwierigkeiten sehr mitgenommen und erholt sich nur langsam. Und auch die Ausfälle in meinem linken Bein durch den Bandscheibenvorfall (Taubheitsgefühle und Schwäche beim Treppensteigen) machen mir weiterhin Sorgen. Ich finde es außerdem problematisch durch Angst und Furcht vor weiterer Krankheit motiviert zu werden anstatt durch die Güte Gottes. Aber andererseits hoffe und glaube ich auch daß es letztlich Gott ist der mir Kraft gibt vernünftig zu essen und mich ausreichend zu bewegen. 


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