Sonntag, 23. Dezember 2012

In der Kirche umme Ecke

Sylle und ich waren heute in unserer evangelischen Kirche umme Ecke.
Nebst Chor und Adventsliedern gab es auch eine Taufe. Der Kleine und seine Schwester waren schon etwas älter und der erste wollte nicht mit Wasser benetzt werden und hat immer wieder NEIN gesagt. Auch den Segen der Pastorin (mit Handauflegung) wollter er nicht. Die Pastorin musste sich ganz schön Mühe geben :-)

Und ich dachte bei mir: Sind wir nicht oft genauso? Gott möchte uns Gutes tun und unser Leben segnen, aber wir sind skeptisch und wollen lieber nicht, weil uns dieser Gott unheimlich ist ;-)

Ich fragte mich auch warum Jesus gesagt hat: Ihr müßt umkehren und sein wie die Kinder wenn ihr in Gottes Reich hineinwollt.
Kinder haben doch meist ihren eigenen Kopp und wehren sich erstmal gegen alle gutgemeinten Warnungen vor dem Feuer oder dem überqueren der Strasse ohne auf die Autos zu achten!
Sie misachten doch grundsätzlich alle Mahnungen welche die Eltern aussprechen um sie zu schützen und müssen mit gaaanz langem Atem mühevoll erzogen werden...

Kommentare:

Charly hat gesagt…

Da stellt sich aber auch eine andere, eigentlich wesentliche Frage: Warum wird da Jemand getauft, der sich laut und deutlich dagegen ausspricht? Weil die Eltern die Entscheidungsgewalt haben, richtig? Und was soll diese Taufe bringen? Nichts, richtig? Es sei denn, man glaubt, man könne mit einer (Zwangs)Taufe eine Eintrittskarte in das Reich Gottes kaufen - was aber Unsinn ist.
Dieses Kind scheint mir lautstark das verkündet zu haben, was so viele Babys bei ihrer Taufe einfach noch nicht zu sagen in der Lage sind.
Tut mir ja leid, aber bei mir kommt diese Geschichte erst einmal ganz anders an, wie bei dir. ;-)

Donralfo hat gesagt…

Weißt Du Charly,
ich bin bei diesen theologischen Fragen sehr milde geworden und ich glaube auch nicht daß sich da wirklich für dich eine Frage stellt, denn du weißt ja schon die biblisch korrekte Antwort - und natürlich hast du grundsätzlich recht.

Anonym hat gesagt…

Als ausgereifte und erfolgreiche Persönlichkeit stört der Gedanke an einen persönlichen Gott. Als Kind akzeptiert man Gott viel schneller und entwickelt auch keine komplizierten Zweifel. Darum also: "Werdet wie die Kinder!" Es bedeutet natürlich nicht, dass nun nichts mehr geprüft und hinterfragt werden darf. Ich sehe hier bei vielen bewußten Christen große Mängel. Daher auch die vielen unsinnigen und gefährlichen Lehren, die sich sehr ausgebreitet haben.
Matthias Sesselmann

Charly hat gesagt…

Mir geht es hier garnicht um biblische Korrektheit. Mir geht es darum, dass Jemand, der durchaus seinen Willen vernehmlich kundzutun wusste, zwangsweise getauft wurde. Hatte die Pastorin nicht Charakter genug, dieses klare NEIN auch als solches zu werten und zu achten? Sie sollte wissen, wenn Taufe nicht mit Glauben verbunden ist, dann wird Jemand lediglich nass gemacht.
Ich vermute, wäre ich dort anwesend gewesen, ich hätte mal laut nachgefragt, was das da nun soll, wenn der Junge nun partout nicht will.

Anonym hat gesagt…

Zur Frage der Kindertaufe: Charly hat natürlich recht! Die Auseinandersetzung unter festgefahrenen Kontrahenten bringt jedoch meist wenig. Ich weise lieber auf die entscheidenden Punkte hin. Wichtig ist natürlich, dass Jesus Christus nicht sinnbildlich verstanden wird. Die Volkskirchen tun sich damit oft schwer. Die Frankfurter Basiserklärung der Ev. Allianz von 1956 empfahl, nur über wichtige theologische Fragen zu steiten. Übrigens liegt der Beginn der offiziellen Geschichtsschreibung ungefähr im Jahre 200 nach Christi. Im Jahre 230 nach Christi ist vermerkt, das Bischof Hippolyt im Weströmischen Reich die Kindertaufe durchführte. Die Urgemeinde war da wohl schon lange Geschichte. Aber wir wollten ja altersmilde werden...
Matthias Sesselmann

Anonym hat gesagt…

Noch etwas Persönliches:
Hallo Ralf, da wir gerade noch den 24. 12. haben, es gibt ein Jubileum! Vor 40 Jahren kam ich zum Glauben, die Teestube Jesus-Treff hatte gerade erst den Betrieb begonnen. Unser gemeinsamer Bekannter Jürgen spielte für mich damals eine wichtige Rolle. Es wurden viele Aspekte durchdiskutiert, Jesus Chrisus als Sohn Gottes erkannt und natürlich auch anerkannt. Jürgen und ich entschlossen uns mit anderen zur Erwachsenentaufe, durchgeführt durch Ecclesia-Reiseprediger Bruder Baars in Alfeld. Jener Bruder mußte beim Anblick von Jürgen und mir in Taufgewändern wohl ziemlich schlucken, denn wir wirkten damals optisch eher wie der Guru Mahareshi Yogi! Daher wurden wir auch ein bißchen länger unter Wasser gedrückt, damit die Sache auch greift. In den Tod getauft? Nicht im Wortsinne natürlich. Der Rest ist Geschichte. Ich bin sehr froh, dass ich damals zu Jesus Christus finden konnte.
Matthias Sesselmann