Dienstag, 10. Juli 2012

Was mir beim Bibellesen so auffällt

Manchmal habe ich den Eindruck beim Lesen der Bibel, daß mir mehr Aussagen derselben ein Rätsel sind, als daß ich sie kapiere.
Zum Beispiel las ich heute:
Lk 17,3 Habt acht auf euch selbst: Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht, und wenn er es bereut, so vergib ihm. Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigt und siebenmal zu dir umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben (Revidierte Elberfelder 1985)
Ohne groß nachzudenken und nachzuschlagen bin ich der Meinung daß Jesus an den meisten Parallelstellen eine bedingungslose Vegebung von uns erwartet.
Und hier steht nun plötzlich: " wenn er sein Fehlverhalten bereut", soll ich meinem Bruder vergeben.
Ich kenne nun sehr wenige Menschen, die ihre Sünden überhaupt bereuen.
An dieser Stelle geht es offensichtlich nur um Glaubensgeschwister, die mir gegenüber sündigen, daß schränkt den Personenkreis schon mal stark ein.
Erst einmal weise ich schon sehr selten überhaupt jemanden zurecht, aber wenn ich das vielleicht mal getan habe, dann kann ich mich nicht entsinnen, daß einmal jemand sein Fehlverhalten bereut hätte. Eher erntet man ein "Beleidigt sein" und Empörung als ein Bereuen.
Bedeutet das dann nun daß ich diesen Personen nicht vergeben soll? Steht diese Stelle im Widerspruch zu anderen Stellen im neuen Testament, wo eine bedingungslose Vergebung erwartet wird?
Es ist mir ein Rätsel.



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