Sonntag, 6. Dezember 2009

Der Auftrag zu heilen

Mt 10,8 Heilet Kranke, weckt Tote auf, reiniget Aussätzige, treibet Dämonen aus! Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebet es!

Lk 10,8 Und in welche Stadt irgend ihr eintretet, und sie nehmen euch auf, da esset, was euch vorgesetzt wird, und heilet die Kranken in ihr und sprechet zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.

Wann immer Jesus seine Jünger losgeschickt hat um sein Kommen anzukündigen, gab er ihnen den Auftrag in seinem Namen die Menschen auch zu heilen, denen sie vom Reich Gottes erzählten.
Im sogenannten Missionsbefehl steht dieser Auftrag mehr im Passiv: Mk 16,18 Schwachen (Kranken) werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.

Aber das Verkünden der guten Nachricht der Rettung durch Jesus sollte immer mit der Heilung und Befreiung aus Gebundenheiten einhergehen. Darin sind sich die meisten Christen wohl einig.
Wir als Christen, die an die Wirksamkeit der Gaben des heiligen Geistes glauben sind uns sicher auch darin einig, daß diese Heilungen auf übernatürliche Weise geschehen sollten - durch die Kraft des Wortes Gottes und des heiligen Geistes.
Und so machten wir uns auf die Suche nach der Vollmacht diese Taten auch zu tun und unseren Heilungsauftrag auszufüllen - mit mehr oder weniger Erfolg.
Viele zerbrachen und zerbrechen sich noch heute den Kopf darüber warum es mit der übernatürlichen Heilung meistens nicht so recht klappen will. Es gibt gute Bücher zum Thema und wohl tausende Predigtcassetten oder CDs.

Trotzdem erlebte ich in meinem Umfeld nie wirklich krasse übernatürliche Spontanheilungen.
Meistens waren es eher langsame Heilungsprozesse. In unseren Kreisen stellte ich allerdings auch bald fest, daß wir zumeist wirklich "nur" für die Leute beteten, die Hände auflegten und ihnen die Heilung im Namen des Herrn zusprachen. Wenn es nicht funktionierte waren wir manchmal enttäuscht oder wir blieben auch hartnäckig "dran" (Mit Fasten und verschärftem Gebet) Der Fokus war aber immer auf dem übernatürlichen Ereignis, daß wir herbeisehnten, hofften und glaubten. Die Zuwendung zu den Belasteten, Kranken oder Dämonisierten bestand hauptsächlich aus Gebet und Händeauflegen im Gottesdienst oder Hauskreis.

Wenn nun aber Gott (aus welchem Grund auch immer) nicht übernatürlich bei den Kranken eingreift, wenn durch unsere Hände nicht die gleiche Vollmacht sichtbar wird wie bei Jesus und den Aposteln - entbindet das uns etwa von dem Auftrag zu heilen?
Neulich las ich bei Bento oder Storch, daß wir nicht für die Kranken zu Gott beten sollen - sondern wir sollen sie heilen! Amen dazu! Es ist unsere Aufgabe. (Ist mir jetzt wurscht, daß auch Wort und Geist das lehrt) Und selbstverständlich glaube ich auch weiterhin, daß Gott manchmal übernatürlich eingreift. Ich habe es selbst erlebt!
Aber Gott hat doch auch eine völlig natürliche Heilung in seine Geschöpfe eingebaut. Das sehen wir z.B. an unserem Immunsystem und der Wundheilung. Er meint es gut mit allen Menschen und es verstößt bestimmt nicht gegen seinen Willen, wenn wir Leute eben auf natürlichem Wege heilen.
Das kann auf ganz einfache Weise geschehen: Durch Nächstenliebe und praktische Hilfe. Wir können Leute zum Arzt oder Krankenhaus bringen, Medikamente kaufen, Behördengänge für sie erledigen und sie im Gespräch ermutigen. Zuhören ist ein großartiges Heilmittel bei psychischer Krankheit. Für Behinderte Menschen können wir Arme und Beine sein.
Ich finde es durchaus lieblos, wenn sich Gemeinden und charismatische Prediger nur aufs Händeauflegen beschränken, aber ansonsten keine Zeit für ihre kranken Mitglieder haben.
Jeder Christ hat den Auftrag zu heilen und ein Zeuge der Liebe und Wahrheit Gottes zu sein. 
Das Übernatürliche muß Gott erledigen. Wir sind für das Natürliche zuständig. Oder sind wir etwa Magier und Zauberer? Haben Wir etwa übernatürliche Kräfte? Nee!
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