Mittwoch, 18. März 2009

Kommunikation

Als ich vor einigen Wochen wieder mal in Hannover war, fiel mir auf dem Weg in die City in einem Fußgängertunnel diese Graffiti auf. Ich musste spontan lachen, weil es vordergründig sehr witzig ist.

Stell dir vor, Du hast DIE Message für alle! -
Aber keiner kann damit was anfangen.

Hintergründig geben diese beiden Sätze der Graffiti natürlich jede Menge Denkanstöße.

- Ist der Zusatz nur eine dumme Bemerkung? Vielleicht war der Schreiber ja ein kleiner Witzbold. Ein heimlicher Comedyfan, immer auf der Suche seine Witze öffentlich darzustellen.
- Hat der Schreiber die Botschaft gar nicht verstanden? Weil er gar nicht weiß wer Jesus ist? Schließlich wird die Unwissenheit ja immer größer.
- Ist der Schreiber ein offensiver Gottesleugner? Die Freigeister werden ja auch zunehmend aktiver! In England und Spanien gibt es schon Werbung auf öffentlichen Bussen mit der Botschaft: "Wahrscheinlich gibt es keinen Gott - Entspann Dich!"
- Ist der Erstschreiber so mit der Wiederkunft Jesu beschäftigt, dass für ihn die Antwort total irrelevant ist?
- Ist der Antwortende so mit Jobsuche beschäftigt, dass er gar nicht auf die Botschaft eingehen kann?

Ich muss dabei an Unterrichtsstunden zum Thema "Kommunikation" denken. Nach Friedemann Schulz von Thun gibt es ein interessantes Modell, bei dem jede Botschaft, die ich von mir gebe immer vier Aspekte beinhaltet. Die Sachebene, auf der ich etwas mitteile. Die Selbstkundgabe, bei der ich etwas von mir persönlich offenbare. Eine Beziehungsebene, auf der ich dem anderen ( bewusst oder unbewusst) mitteile, was ich von ihm halte. Und als viertes die Appellebene, wo ich (ebenfalls bewusst oder unbewusst) mitteile, was ich erreichen möchte. Und diese Ebenen sind bei jeder Botschaft oder bei jedem Botschafter unterschiedlich ausgeprägt.
Das können wir natürlich auf unsere beiden Graffitisten anwenden. Wir können es aber auch als Anstoß nehmen über unsere Botschaften nachzudenken. Bleiben wir bei unseren Botschaften auf der Appellebene hängen und scheren uns einen Dreck um die Beziehungsebene? Bleiben wir als "Schriftgelehrte" so auf der Sachebene hängen, dass wir unsere Selbstoffenbarung vernachlässigen und unser Gegenüber zu Tode langweilen? Drückt unsere Selbstoffenbarung aus, dass unser Gegenüber auf der Beziehungsebene ziemlich allein dasteht?
Mir gab es einen neuen Impuls über meine Botschaften nachzudenken. Wie ergeht es Euch?
Euer det4jc
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