Sonntag, 30. September 2007

Endlich! Die Wahrheit über die Schöfpungsgeschichte.

Aber bitte nicht allzu ernst nehmen.

Beziehung - Ehekrise - Trennung - Scheidung

Unser großes Hauskirchenthema

Vielleicht haben es ja einige in unserer Hauskirche noch nicht gemerkt. Aber die Beziehung zwischen Männern und Frauen ist der große Dauerbrenner in unserer Gemeinschaft. Lange Zeit war es ein runnig Gag, dieses neckische Spielchen über die richtige Theologie und den Stellenwert der Frau in der Gemeinde und Ehe. Die Frage der Unterordnung unter den Ehemann als Oberhaupt der Familie und wie der Ehemann es wohl schaffen soll, seine Frau so zu lieben, wie Christus die Gemeinde liebt. (Nämlich bis hin zum Tod am Kreuz)Wir diskutierten darüber, was der Urtext der Bibel wirklich zu bedeuten hat und ob manchmal aus patriarchalischen Gründen falsch übersetzt wurde u.s.w.

Während der ersten Jahre unserer Gemeinde waren einige Ehen bei uns in schwierigem Fahrwasser. Wir pflegten ein sehr offenes Gespräch über unsere Beziehungs und Eheprobleme. Wir beteten füreinander. Wir gaben einander Ratschläge und Seelsorge. 2 Ehen kriegten die Kurve, eine Ehe ging zu Bruch.Die Risse waren nicht mehr zu kitten, zuviel war kaputtgegangen. Es war sehr traurig, diese Verletzungen und Schmerzen nicht heilen zu können.Es war sehr traurig zu erleben, wie der beste Rat nicht weiterhalf. Natürlich war unser Rat begrenzt und unser Gebet vielleicht manchmal schwach. Aber wir waren sehr offen zueinander, mehr als ich das jemals in einer christlichen Gemeinde erlebt hatte.

Dann kamen neue Leute hinzu. Allesamt lebten von ihrem Ehepartner getrennt oder standen vor der Scheidung.
Möchte Gott uns als Hauskirche damit etwas sagen? Sollen wir eine Art Auffangbecken für Ehegeschädigte Christen sein?

Heute morgen tönte aus dem Radio, daß mittlerweile 40% aller Ehen kaputtgehen.
Offenbar sind auch wir Christen von dieser Welle des Zeitgeistes nicht verschont geblieben. Früher dachte ich immer, Scheidung und Wiederverheiratung sei ein typisches Problem der amerikanischen Christen. Es war mir sehr suspekt, wie schnell dort Ehen geschieden wurden und offenbar mit dem Segen der (Frei) Kirche wieder geheiratet wurde. Und das machmal mehrmals hintereinander.
Ich dachte immer die Ehe unter Christen sei ein Bund mit Gott für die Ewigkeit: Bis das der Tod uns scheidet! Wozu sonst erst heiraten?
Aber offensichtlich kann die Ehebeziehung auch unter deutschen Christen manchmal so dermassen schwierig werden, daß gar nichts mehr geht. Das ist besonders tragisch, wenn Kinder beteiligt sind.
Was tun wir in unseren „tiefgläubigen“ Freikirchen, wenn das Kind nun mal in den Brunnen gefallen ist?
Meiden wir die „gottlosen“ Ehebrecher oder stossen wir sie sogar aus der Gemeinde aus?
Haben wir Rat, Hilfe und Begleitung für die Beteiligten nach so einem „Ehe-Unfall“ oder behandeln wir sie nur noch wie Aussätzige, die gerade so eben noch in der Gemeinde toleriert werden?
Schweigen wir lieber über die traurigen Vorfälle und kehren alles möglichst sauber unter den Teppich?
Ist Gott mit den gescheiterten Eheleuten etwa am Ende? Zeigen sie durch ihr Scheitern, daß sie von Gott abgefallen sind und nun nicht mehr in den Himmel kommen?
So mögen manche christlichen Saubermänner denken. Ich weiß darüber bescheid, denn ich war früher selbst mal einer davon.
Ich kann nicht daran glauben, daß der Gott der Liebe irgendjemand von sich wegstößt, der gesündigt hat oder in seinem Leben als Christ gescheitert ist.
Denk mal an das Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner. (Luk.18, 10-14) Wer von Beiden wurde von Gott gerechtfertigt?

Die vielen gescheiterten Ehen in Deutschland sprechen meiner Meinung nach unter Anderem von einer steigenden Beziehungs-Unfähigkeit.
Hat die Gemeinde eine Antwort auf dieses Problem? Wie wichtig sind gesunde Beziehungen in einer Gemeinde? Sind wir als Menschen vielleicht auch in unseren schönen Freikirchen oft isoliert und vereinsamt?
„Das kommt bei uns nicht vor, wir sind eine liebevolle Gemeinde und treffen uns mindestens 3mal pro Woche“, mag vielleicht jemand sagen.
Aber wie sehen unsere „liebevollen“ Beziehungen untereinander denn wirklich aus? Sind sie nur darauf begründet, daß wir im gleichen Aktionsteam der Gemeinde oder in der gleichen Arbeitsgruppe sind?
Wie sieht es mit denen aus, die unsere beliebten Arbeitsgruppen aus irgendwelchen Gründen verlassen? Werden unsere „liebevollen“ Beziehungen noch weiterhin gepflegt, wenn Menschen Probleme bekommen und durchs Gemeinderaster fallen?
Beziehungen gehen nur dann tiefer und werden tragfähig, wenn man zusammen redet und kommuniziert. Wenn die Meinung, das Denken und Fühlen des Anderen mich überhaupt nicht interessiert, kann es keine gesunde und liebevolle Beziehung oder Freundschaft geben.
Wenn Beziehungen in einer christlichen Gemeinschaft nur auf dem gemeinsamen Glauben oder noch schlimmer: der Rechtgläubigkeit des Anderen beruhen, kann es keine echte Freundschaft und Liebe geben.
Die Kirchen und Gemeinden, die ich bisher persönlich kennengelernt habe, waren mehr oder weniger totalitäre Systeme.
Einer, oder eine kleine elitäre Gruppe hat das Sagen und der Rest hat sich gefälligst unterzuordnen! Wo kommen wir denn hin, wenn das dumme Volk mitregieren würde?
One Size fits all – Der große oder kleine Gemeindehut wird allen auf den Kopf gesetzt und hat gefälligst zu passen.
Alles was übersteht wird abgeschnitten. Was nicht passt, wird passend gemacht.
Und sonntags kommt die Predigt-Dusche, um alle Zweifelnden auf Kurs zu bringen. Die Hauskreise sind meist Spiegelbilder des Sonntagsgottesdienstes, nur etwas lockerer.
Über Zweifel, Fragen, Probleme und Sünde wird nicht geredet. Für die wird schnell gebetet und wenn das nicht hilft muss man halt in die Seelsorge und wird ein „Fall“.
Wie sollen da echte, reife und mündige Beziehungen entstehen?
Kein Wunder, daß der „Scheidungsdämon“ auch in unsere superfromme Welt der Gemeinde Einzug gehalten hat: Die Kommunikation ist eine sehr einseitige.
Von Oben (Der Kanzel) nach unten (Der Gemeindetrottel)
Wir erziehen eine Generation von Radfahrern: Nach oben buckeln und nach unten treten.
Aber das Treten machen wir natürlich voller Liebe und nennen es Ermahnung.
Jeder möchte natürlich gern nach oben, denn auf der Bühne wird man gesehen und als Mensch wahrgenommen. Aber leider ist die Kanzel zu eng für so viele.
Da müssen die Leute rauf, die den anderen am Besten stecken können, wie unmündig, passiv und lau der Rest ist.
Oh ja, das kann man gut sehr liebevoll und fromm verpacken!
Aber Kommunikation ist immer eine zweiseitige Angelegenheit, sonst funktioniert sie nicht auf Dauer. Die Leute, die immer nur gesegnet und beregnet werden, werden auf Dauer sehr unzufrieden und möchten auch gern mal etwas zu sagen haben. Vor allem möchten sie als echte Menschen wahrgenommen werden.
Wenn wir als Gemeinde irgendeine gesellschaftliche Relevanz bekommen möchten, ist das der Punkt, an dem wir arbeiten müssen: Beziehung und Kommunikation untereinander und mit Nichtgläubigen!
Raus aus dem frommen Ghetto und mit allen Menschen reden, diskutieren, feiern, spielen und austauschen. Und vor allen Dingen: Zuhören lernen und nicht predigen lernen.
Sonst sind wir vielleicht auch nur: Another Brick in the Wall!
Ein endloses Thema. Gut für Deinen Hauskreis, Deine Gemeinde oder Hauskirche. Bitte einsteigen und abfahren!
Gottes Segen an Alle
Ralf

Donnerstag, 27. September 2007

Der Wartezimmer-Dämon

Ich bin ein amtierender Herzkasper. Deshalb brauche ich regelmäßig Medikamente.
Leider hat mein Hausarzt mal wieder Urlaub und ich muß zu seiner Vertretung gehen.
Schreck lass nach, da wartet man stundenlang im Wartezimmer, während ich bei meinem Scholbi nur anrufen muss und sofort das Rezept rausholen kann.
Tja, da muß ich wohl oder übel in den sauren Apfel beißen. Ich hasse langes Sitzen in Wartezimmern!
Man kommt rein und sagt: "Guten Tag." Alle murmeln halbaut zurück: "Tag" Oder Hrwm oder irgend eine andere unverständliche Silbe. Denn jeder ist hier still mit sich selbst beschäftigt.
Ich setze mich leise. Am Tresen hatte ich mir 2 Maom-Bollos geklaut, die ich nun auspacke.
Beim Geräusch des Bonbonpapiers zucken einige Leute nervös zusammen, denn die heilige Stille wird durchbrochen. Ich fühle mich sofort schuldig und überlege, ob es wohl gestattet ist laut zu atmen?
Die Athmoshäre im Wartezimmer ist eindeutig dämonisch aufgeladen. Es kriebelt und kribbelt so komisch in der Luft. Man denkt über seine unheilbare Krankheit oder über die Krankschreibung nach. Und das sehr konzentriert und intensiv.
Bloß keinen Blick nach links oder rechts wagen. Und ja kein lautes Wort zu seinem Nachbarn!
Die eiserne Stille ist gefälligst einzuhalten, sagt der Wartezimmerdämon höhnisch und unsichtbar in den Raum hinein.
Alle haben ihn verstanden und gehorchen willenlos. Er ist hier nunmal der Chef!
In mir rebelliert es leise. Ich mahle mir aus kackfrech und laut etwas in den Raum hineinzusagen: "Langweilig und still hier, wenn Keiner was sagt, oder?"
Eigentlich habe ich nichts zu verlieren und wer sollte mir hier schon etwas antun, denke ich so vor mich hin, aber ich bleibe dennoch still und stumm und ärgere mich über den Wartezimmer-Dämon.
Das Rezept ist fertig. Lächelnd und freundlich bringt mir die Sprechstundenhilfe den begehrten Zettel herein und ich bin froh und glücklich, daß es so schnell ging.
Als ich draussen auf mein Moped steige denke ich: "Was bist Du doch für eine feige Sau!"
Der Wartezimmer-Dämon blickt mir triumpfierend und höhnisch hinterher als ich Gas gebe und diesen Ort in feiger Flucht verlasse...

Mittwoch, 26. September 2007

Armageddon


Vor ein paar Tagen gab es im ZDF eine interessante Sendung über die Folgen eines Asteroiden-Einschlags auf der Erde mit dem Titel: "Armageddon"
Vor vielen tausend Jahren gab es wohl schon einmal so etwas in der Nähe Mexicos. Man vermutet, daß die Saurier dadurch ausgestorben sind.
Die Folgen so eines Einschlags wären dramatisch. Eine gigantische Flutwelle, die sich weltweit ausbreitet und die großen Küstenstädte verschlingt. Man vermutet in der Nähe der Einschlagsstelle im Meer etwa 100 Meter Höhe der Welle und auf dem Land immer noch 50 Meter.
Das erinnerte mich sofort an einige Träume, die ich kurz vor und nach meiner Bekehrung zu Jesus hatte.
Die hatten auch mit Berghohen Flutwellen zu tun, vor denen es kein Entrinnen gab. Ich träumte mehrmals vom Ende der Welt - von "Armageddon".
Dann wurde ich an mehrere Bibelverse erinnert:

"Offbarung 8,10 Und der dritte Engel posaunte: und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Ströme und auf die Wasserquellen. Und der Name des Sternes heißt Wermut; und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele der Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter gemacht waren."

Der große Tsunami ist aber längst nicht alles, was passieren würde, wenn ein großer Asteroid die Erde träfe. Die Athmosphäre würde sich in kürzester Zeit dramatisch aufheizen und eine gewaltige weltweite Feuersbrunst wäre die Folge. Es wurde von Temperaturen von mehreren Hundert Grad C° gesprochen, die sowohl den Regenwald in Afrika abfackeln würden als auch die großen Städte in Amerika oder Europa.
Ein Horrorszenario. Wieder kamen mir Bibelverse in den Sinn:

2Petr 3,5ff Denn denen, die dies behaupten, ist verborgen, daß von jeher Himmel waren und eine Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte, durch das Wort Gottes, durch welche die damalige Welt, vom Wasser überschwemmt, unterging. Die jetzigen Himmel und die Erde aber sind durch dasselbe Wort aufbewahrt und für das Feuer aufgehoben zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen.

Untergang durch Feuer. Auch im alten Testament gibt es eine Stelle, die mir einfiel:

Mal 3,19 Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen; da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der künftige Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweige lassen.

Ehrlich gesagt habe ich überhaupt keine Angst vor dem Weltuntergang. Ich finde es auch Schwachsinn, irgendwelche Termine zu prophezeien oder auszurechnen. Ich lebe im Hier und Jetzt und halte es mit Martin Luther der mal gesagt haben soll, er würde ein Apfelbäumchen pflanzen wenn er wüsste daß morgen die Welt untergeht. (Oder so ählich)
Es ist wahrscheinlich, daß irgendwann einmal ein Asteroid die Erde trifft, denn das gab es schon öfter. Kleine und Große.
Ich glaube daran, daß Gott Menschen zukünftige Dinge enthüllen kann und daß die biblischen Propheten solche Dinge gesehen haben und davon berichteten.
Die Übereinstimmung von alten Bibeltexten mit Aussagen von heutigen Wissenschaftlern ist allerdings schon ein wenig gruselig.
Denn was wusste der olle Petrus oder Johannes denn schon von Astronomie und den Folgen eines Asteroideneinschlags?

THE KING WILL COME!

Dienstag, 25. September 2007

Jesus war ein Rocker

Jesus war ein Rocker. Und zwar beinhart.
Er hat die Massen gerockt wie ein Superstar oder wie die beste Hard-Rock-Heavy-Metal Band der Erde.
Und dazu war nicht mal ein Mike oder Verstärker nötig. Seine Stimme reichte völlig aus.
Einmal lieh er sich ein Boot von Petrus und ließ sich einfach ein paar Meter auf dem See hinausrudern, damit die Akustik besser war und die Massen ihn besser sehen konnten. Dann legte er los.
Seine Worte waren vollmächtig. Echt. Er wusste, wovon er redete. Er kannte den persönlich, von dem er erzählte: Gott. Es war ja sein Vater.
Die Menschen waren schockiert und bewegt. Manchen liefen die Tränen runter. Mache gerieten in Begeisterung oder Exstase. Er ließ niemand kalt.
Die Einen wollten ihn steinigen und die Anderen wollten ihn zum König machen, aber er sagte: "Mädels, ihr versteht mich nicht, ihr wisst überhaupt nicht mit wem ihr es hier zu tun habt!"
Ich bin das Licht der Welt, daß jeden Menschen erleuchtet. Ich war schon vor Grundlegung der Welt da und werde noch da sein, wenn dieser alte Globus wie 'ne Landkarte zusammengefaltet wird! Ich war schon der König der Welt, lange bevor die mächtige Titanic an einem Eisberg zerschellt ist. Und ich werde immer noch König sein, wenn keiner mehr über die Mächtigen dieser Welt redet."
Einige der Superfrommen seiner Zeit wollten ihn mundtot machen. Sie stellten ihm schlaue und verzwickte Fragen, um ihn aufs Glatteis zu führen.
Er fuhr sie an: "Ihr Schlangen - Ihr Heuchler!"
Jesus war ein Rocker. Beinhart.
An ihm kommt keiner vorbei, nicht mal Stan Libuda.
Oh Well...


Sonntag, 23. September 2007

Erste Reaktionen auf mein Buch

Sehr geehrter Herr Förthmann,

neugierig geworden, haben meine Frau und ich uns Ihr Buch "Die Gabe der Geisterunterscheidung" gekauft. Ich habe es gestern durchgelesen und mich sehr darüber gefreut, welche wertvollen Einblicke in die geistige Welt Ihnen Gott einmal gegeben hatte. Das Buch ist ja auch eher eine Autobiographie als ein Lehrbuch. Der Inhalt ist im wesentlichen nicht zu beanstanden, und ich war darüber begeistert, wie Jesus durch Sie gewirkt hat, und Sie von der dämonischen Rockmusik gelöst hat. Gespannt habe ich nach Lesen des Buches Ihre Internetseite donralfo besucht. Erschüttert nahm ich zur Kenntnis, wie Satan Sie von Jesus weggezogen hat, und Sie mit Kritik- und weltlichem Geist erfüllt hat. Ich kenne Sie noch von früher aus der Anastasis, und Sie hatten gute Lobpreismusik, die wirklich aus dem Herzen kam, gemacht. Die Taktik des Feindes, Gläubige aus den Gemeinden wegzuziehen, ist immer die gleiche, und hat schon bei sehr vielen Gläubigen (man schätzt, daß in Hannover 1000 keine Gemeinde mehr besuchen) und auch bei Ihnen gewirkt. Die Schlagworte "Gottesdienst-Allergie", der "Lobpreis nervt" oder "die Predigten sind nichtssagend", die man in Ihrer Geschichte "Unsere Hauskirche" nachlesen kann, kommen mir sehr bekannt vor. Ist das ein Grund, die Gemeinde nur noch zu kritisieren, Quatsch zu machen und Clownseinlagen zu liefern ? Wieviele sind dadurch schon vom Glauben abgefallen (auch mein eigener leibl. Bruder). Im Verlauf Ihrer Schilderung liest man dann auch, wie Sie in eine andere Welt geflüchtet sind und Depressionen bekommen haben. Depressionen kommen immer durch Flucht zustande. Schämen Sie sich nicht, über "die dämlichen Strukturen der althergebrachten Gemeinde" zu lästern ? Sie ziehen über Pastoren und Leiter her, weil sie von denen nur "zugepredigt" wurden. Kein Wunder, daß Sie in Ihrer komischen Hauskirche zwar Kaffee getrunken, aber nur selten gebetet haben, und Ihnen die Bibelarbeit abhanden gekommen ist. Der Teufel gaukelt Ihnen vor, daß Sie nun "ein mündiger, selbständiger Christ" geworden sind. Zum Schluß schreiben Sie ja auch, daß Gott nicht mehr mit Ihnen redet. Welche Auferbauung soll der erfahren, der sowas im Internet liest ? Sie zeigen damit nur, wie Sie von Gott abgedriftet sind, und sich in einem jämmerlichen Zustand befinden. Haben Sie vergessen, was in Kol. 3, 5 - 17 steht ? Merken Sie nicht, daß Sie unrein bzw. anstößig geworden sind ? Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes (Kol. 3,6). Lästerung und Schandrede (über die Anastasis) verbreiten Sie öffentlich im Internet. Nunmehr wohnt offensichtlich ein anderer Geist in Ihnen. Sie bezeichnen sich ja auch selbst als Kasper und Träumer. Ist Ihr Selbstwertgefühl derart niedrig geworden ? Ihr großes Interesse ist wieder Rockmusik, obwohl Sie in Ihrem Buch auf Seite 40 beschreiben, wie Sie sich von ihr abgewandt haben. Ich ermahne Sie, sich erneut vor Gott zu demütigen. Denn Sie mögen noch dem Namen nach leben, sind jedoch weitgehend tot. Werden Sie wach, und festigen Sie den Rest, der dem Sterben nahe ist. Ihre Werke können bei Gott nur als mangelhaft befunden werden. Erinnern Sie sich, was Sie empfangen und vernommen haben, halten Sie daran fest und kehren Sie um. Wenn Sie nicht wach werden, wird es so sein, daß Jesus kommt, und Sie werden nicht dabei sein (Offb. 3, 1 -3).
Und entfernen Sie so schnell wie möglich Ihre schreckliche Internetseite. Kehren Sie um, denn bei Jesus ist viel Vergebung.
Ich bete für Sie.

Mit freundlichem Gruß
R. N.



Montag, 17. September 2007

Jesus take the Wheel

Vor langer Zeit hatte ich mal einen Traum von Gott. Träume von Gott sind völlig anders als meine normalen Träume oder Albträume. Sie sind sehr selten aber dafür äußerst einprägsam.
Normalerweise wache ich nach einem Traum eher gerädert und gestresst auf und versuche mich langsam an die Realität und den Tag zu gewöhnen. Es dauert eine Weile, bis ich gecheckt habe, daß der Traum nicht die Realität war.
Manchmal ist das sogar ganz gemein: Ich träumte z.B., einen Mord begangen zu haben, den ich im Wachbewusstsein nur verdrängt hätte. Von Angstschweiß gebadet fragte ich mich dann allen ernstes, ob ich den Mord nur vergessen hätte, bis ich dann so langsam richtig wach wurde und merkte, daß es nur ein böser Traum gewesen war.
Träume von Gott sind in einer ganz anderen Kategorie. Man ist gestärkt und erfrischt, wenn man aufwacht.
Manchmal bin ich singend und dankend aufgewacht. Mit einem fetten Halleluhjah auf den Lippen.
Einmal griff ich sofort zur Gitarre, um das wunderbare Lied festzuhalten, daß ich im Traum gehört hatte. Aber wie soll man ein gigantisches himmlisches Orchester voller Engel und unbekannter Instrumente mit einer Gitarre nachspielen?
Übrig blieb nur der Satz: Wunderbar ist unser Jesus! Und die Melodie zu diesem Satz.
Nun zu meinem Traum, der mindestens 28 Jahre her ist:
Wir fahren mit unserem gesamten Hauskreis irgendwo hin. Alle passen ins große Auto hinein. Ich sitze am Steuer und wundere mich darüber, denn ich bin gar nicht der Leiter des Hauskreises. Die beiden Leiter Rainer und Mike gucken mir über die Schulter und machen Späße und Faxen. Die Stimmung ist sehr gut und ausgelassen.
ich weiß gar nicht, wohin die Reise geht, aber es ist scheinbar eine lange Fahrt.
Sie führt uns durch wunderschöne grüne Landschaften und bewaldete Berge.
Die Fahrt geht hinab in ein riesengroßes Tal. Die Straße schlängelt sich in Serpentinen herab und ich muss gut lenken, um die Kurven zu kriegen.
Das Auto wird immer schneller, weil es berab geht und ich kann es nicht anhalten. Sind die Bremsen kaputt?
Die Fahrt wird langsam gefährlich, weil das Auto zu schnell für die vielen Kurven fährt. ich komme in Schweiß und gebe mir mit dem Lenken viel Mühe.
nach einer Weile merke ich, daß das Auto viel zu schnell für die Kurven geworden ist und das wir eigentlich schon längst irgendwo aus der Kurve geflogen sein müssten.
Irgendetwas hält das Auto exakt auf Spur, obwohl es technisch unmöglich geworden ist. Wir sind schnell wie der Wind.
Ich merke, daß es sinnlos wird, daß Steuer weiter festzuhalten und ergebe mich in mein Schicksal. - Ich lasse los -
Das Auto wird von etwas Unsichtbarem weiter gesteuert und wir bleiben mitten auf der Strasse. Wir fahren mit einem Affenzahn immer schneller und schneller die Straße hinab.
Die grünen Berge und die Straße vor uns wird heller und heller...
und wir fahren in eine helle, weiße Wolke hinein. Nein, keine Wolke vom Himmel, es ist eher wie ein Nebel, wie eine völlig andere Dimension.
Schließlich sieht man nichts mehr. Alles ist weiß und voller Hoffnung.
Dann wache ich auf.
Ich weiß beim Aufwachen, daß Gott selbst das Steuer in die Hand genommen hatte und uns sicher ans Ziel bringt.

Der braune Kardinal

SKANDAL!
Entartete Kultur!!!

Sonntag, 16. September 2007

Emerging Ralle

Hallo liebe Gemeinde, da bin ich wieder. Hatte wenig Zeit zum Schreiben, da Beziehungen (zu Menschen u. Gott) mir wichtiger sind, als das Schreiben.
Ich musste in der letzten Zeit haufenweise emails schreiben, um unsere emerging Hauskirche irgendwie zu koordinieren. Hauptsächlich die gemeinsamen Termine.

Der Eine kann nur Mittwoch und der Andere hauptsächlich donnerstags. Andere haben Wechselschicht und können mal so und mal so. Da wir möchten , daß möglichst viele kommen, jonglieren wir mit den Terminen und Orten, an denen wir uns treffen jede Woche so herum, daß es den meisten gut passt. Und ich habe am meisten
Zeit fürs jonglieren!
Da wir in letzter Zeit aber zahlenmäßig am wachsen sind, wird es immer schwerer, alle unter einen Hut zu bekommen.
Da wir keine Hirarchie besitzen, hoffe ich jetzt vermehrt auf die Schwarmintelligenz der emerging church (Ich habe das Buch darüber allerdings noch nicht gelesen).
Möglicherweise bin ich aber auch schon unwissend selbst in einen emergenten Prozess geraten: Ich bin seit Dezember 2006 in psychotherapeutischer Behandlung. (Depressionen) Der liebe Herr Kolb, mein Therapeut erzählte mir zu Beginn etwas von der Systemtheorie in der Psychotherapie, die davon ausgeht, daß komplexe Systeme in der Natur oder auch das
System Mensch die Fähigkeit haben, sich selbst zu organisieren, wenn sie von außen genügend richtige Anstöße (Input) dazu bekommen. In der Psychotherapie sei der beste Anstoß die Liebe (Gottes?!).
Die Therapie hilft mir und bringt mich voran. In jeder Beziehung. Es geht mir viel besser.
Mein Körpergewicht organisiert sich zum Gesunden hin. Meine Seele ist dabei, sich in Richtung Glück, Freude und Zufriedenheit zu organisieren. Viele Dinge haben sich zum Besseren gewandelt und sind noch dabei.
Jetzt versuche ich vermehrt, in andere andere Komplexe Systeme (Hauskirche, Familie, Internet) Input zu geben, auf das die anfangen, sich auch besser selbst zu organisieren.
Die Betonung liegt auf: Selbst!
Denn ich habe weder Power noch Bock drauf, noch finde ich es sinnvoll, Menschen zu manipulieren oder zu gängeln, damit sie besser drauf kommen: Sei es im Glauben oder bei ihren persönlichen Problemen etc.
Grüße vom emerging Ralle an Alle!

Dienstag, 4. September 2007

Manfred

Sein Name war Manfred und es gab ihn wirklich einmal.
Ich habe kein Foto mehr von ihm, denn es ist lange her. Vielleicht ist noch eins im Keller in irgendwelchen verstaubten Kisten?
Manfred war Krankenpflegehelfer, so wie ich damals. Er war ein sehr netter Mensch. Hübsch irgendwie und unaufdringlich. Zurückhaltend und doch sehr offen.
Wir kamen bei der Arbeit ins Gespräch über den Glauben an Gott. Ich erzählte ihm von meinem Glauben an Jesus und meinen Erfahrungen mit Gott.
Er diskutierte nicht mit mir über die Echtheit der Bibel oder meines Glaubens, sondern wurde innerlich ganz aufgeregt. Etwas in ihm antwortete heftig auf meine Stories. "Was Du sagst ist wahr", pflichtete er mir bei: "Ich habe das Licht gesehen!" Diesen Satz widerholte er mehrmals: "Ich habe das Licht gesehen!"
Später hatte ich mehrere Monate lang einen Inder in meinem kleinen Zimmer im Wohnheim für Schwerstkörperbehinderte zu Gast. Das Zimmer war ca. 3 Meter lang und 2 Meter breit, ein enger Schlauch mit Waschecke. Siradj der Inder schlief auf dem Sofa und war damit zufrieden. Er wollte indische Decken, Tücher und Kunsthandwerk in Deutschland verkaufen.
Eines Tages kochte Siradj in Manfreds Wohngemeinschaft für alle indisches Huhn mit Reis.
Wir saßen in der Küche, aßen und tranken und hatten eine angeregte Unterhaltung. Siradj aß ohne Besteck nur mit den Fingern. Das würde in Indien so gemacht, erzählte er.
Bald ging es auch um den Glauben an Gott und Jesus. Manfred war sehr interessiert, die meisten Anderen ziemlich skeptisch.
Taina, eine Bhagwan-Jüngerin, die reichlich Drogenerfahrung besaß, verbreitete einen unsichtbaren religiösen Nebel der Verwirrung um sich herum, der mich sehr störte. Ich ging aufs Klo um zu beten. Im Gebet band ich alle Mächte der Finsternis und des Bösen und rief die Herrschaft Jesu Christi aus (Halblaut). Als ich in die Küche zurückkam, verabschiedete sich Taina auf einmal rasch und eilig, als hätte sie wichtige Dinge zu erledigen.
Nach dem Essen wollte Manfred gern mit mir beten, um Jesus Christus als Herrn und Erlöser in sein Leben einzuladen.
Taina war allerdings nicht wirklich gegangen, sondern kam ab und zu in Manfreds Zimmer reingeschneit, in das wir uns allein zurückgezogen hatten, um zu beten.
Sie brachte Bücher von indischen Gurus, Hermann Hesse und Rabindranath Tagore mit, die sie uns empfahl. Irgendwie tänzelte und schwebte sie ins Zimmer herein und wieder heraus und lächelte träumerisch und gedankenverloren dabei.
Manfred erzählte mir, daß er mit Taina eine schlimme Drogenerfahrung in eben diesem Zimmer gemacht hätte. Als Taina ihn mit den Augen fixierte, sei ihm völlig anders geworden und der Boden und alles im Zimmer hätten sich mit Blut bedeckt. Ein schlimmer Horrortrip war die Folge.
Es war sein erster und letzter LSD-Trip. Seit diesem Erlebnis hatte er in Abständen psychotische Zustände, die psychiartrisch behandelt werden mussten.
Nun nahm er Jesus in sein Leben auf und wir beteten zusammen. Manfred strahlte mich ruhig und gücklich an.
Ich sagte ihm, daß er nun ein Kind Gottes sei und daß jetzt alles gut werden würde.
In der nächsten Zeit kam er öfter mit in die Gemeinde Jesus Treff. Wir waren Jesus-People.
Aber es ging Manfred nicht wirklich gut. Er hatte psychotische Rückfälle. Eines Tages saß er am Hauptbahnhof allein auf einem Pflanzenkübel und streute sich immerzu Erde auf den Kopf.
Ich fand das harmlos und begriff nicht, warum er unter solchen Zuständen litt.
Mein damaliger Pastor Achim Schneider nahm mich bei einem Spaziergang beiseite und sagte: "Was der Manfred jetzt braucht ist Wort Gottes, Wort Gottes, Wort Gottes!"
Ich bemühte mich daraufhin noch mehr um ihn und bewegte ihn dazu, sich taufen zu lassen, um die Anrechte der Dämonen abzuschneiden. Auch warnte ich ihn vor Rockmusik und deren okkulten Wurzeln.
Manfred war Schlagzeuger in der Band Phantasmagoria.
Nach seiner Taufe in der Elim-Gemeinde Hannover, die ein Taufbecken besaß, wo man Leute mit dem ganzen Körper unter Wasser tauchen konnte, nahm ich Manfred im Keller der Gemeinde in Empfang, um ihm mit dem nassen, weißen Taufkleid zu helfen.
Er sah mich an wie Johannes der Täufer und fing an, das Taufkleid an der Brust aufzureissen.
Ich hielt ihn davon ab, daß ganze Kleid kaputtzureissen, weil es der Christengemeinde Elim gehörte.
Auf mein besorgtes Fragen hin sagte er mir , daß mit ihm alles in bester Ordnung sei.
Er ging aber bald darauf wieder zum Psychiater und ließ sich Imap spritzen, ein Anti-Psychotikum mit Langzeit-Wirkung.
Darufhin ging es ihm wieder besser. Ich weiß nicht mehr, ob ich ihm gesagt hatte, daß er keine Medikamente gegen Psychosen mehr bräuchte, weil er doch jetzt Jesus gehörte, vielleicht war er auch von allein auf diesen Gedanken gekommen.
So ging es mit Manfred in der kommenden Zeit auf und ab. Wir wurden enge Freunde und ich lernte auch seine Lebensgefährtin Barbara kennen, mit der er ein Kind hatte. Sie war Ärztin.
Eine überaus nette Frau ohne Allüren. Bescheiden und intelligent, voll menschlicher Wärme.
Sie unterstützte Manfreds neuen Glauben, obwohl sie selbst nicht viel damit anfangen konnte, meinte aber, daß es für ihn wohl besser wäre in eine gemäßigte lutherische Gemeinde in ihrem Ort zu gehen, weil unsere Gemeinde ihn zu sehr "aufregen" würde.
Als Manfred meine Frau und mich in unserer neuen Wohnung eimal besuchte, kam es zu einer dramatischen Szene.
Es fing alles harmlos an. Wir unterhielten uns über Jesus und den Glauben. Ich hatte Manfred ein Büchlein von John Osteen ausgeliehen. Es hieß: Das Wunder ist in Deinem Munde.
Manfred war begeistert von den gewaltigen Möglichkeiten des Gebets im Glauben.
Irgend ein biblischer Held hatte mal den Lauf der Sonne angehalten, um eine Schlacht beenden zu können.
Als wir im Wohnzimmer zusammen beteten, fing Manfred an, in dieser Richtung zu beten und rief plötzlich aus, daß er jetzt im Namen Jesus die Welt anhalten würde.
Wir waren einigermaßen entsetzt und versuchten ihm zu erklären, daß das wohl keine gute Idee wäre. Er ließ sich beruhigen, war aber innerlich total aufgewühlt und steigerte sich immer mehr in einen frommen Wahn hinein.
"Du bist Jesus", sagte er zu mir und ich bin der Heilige Geist. Davon ließ er sich einfach nicht abbringen. Ich telefonierte schnell mit Barbara, seiner Lebensgefährtin, weil ich völlig ratlos war, wie ich weiter mit Manfred umgehen sollte.
Während ich noch draußen auf dem Flur telefonierte, kam Manfred durch die Tür gesprungen, fauchte wie ein Drache und schlug mit den Armen auf und nieder, als hätte er lederne Drachenflügel, statt Arme. Er blickte wild um sich.
Ich überlegte, ob ich den Dämonen in Manfred gebieten sollte, ihn auf der Stelle zu verlassen, was möglicherweise funktioniert hätte. Jedoch schlief mein kleiner Sohn, der noch ein Baby war nebenan im Schlafzimmer und ich hatte Angst, daß Manfred total ausrasten würde, wenn ich anfing, den Dämonen in ihm zu gebieten. Man hatte schon von so manchem heißen Tanz gehört, der bei solchen Gelegenheiten gerne aufgeführt wurde und ich wollte nicht, daß mein Baby Schaden nimmt.
"Warte es nur ab, Dich kriegen wir auch noch", sagten die Dämonen aus Manfreds Mund mit höhnischer Stimme. Ich zuckte zusammen. Mir gruselte.
Ich hatte eigentlich Nachtdienst und musste dringend los zum Wohnheim für Körperbehinderte, hatte aber starke Bedenken, meine Frau und das Baby mit Manfred allein zu lassen.
Da meine Sylvia auch Krankenschwester ist, schickte ich einfach sie für mich zur Arbeit und blieb mit Manfred allein.
Ich redete und redete auf ihn ein und versuchte ihn zu beruhigen, aber nichts half.
In einem lichten Moment sagte er zu mir: "Ralf, ruf einen Krankenwagen, es hat keinen Zweck! Ich muß in die die Psychiartrie".
Die Männer mit den weißen Jacken kamen bald und nahmen Manfred mit.
Ich besuchte ihn bald darauf mehrmals im Landeskrankenhaus und war erschrocken über die großen Krankensäle, wo 12 oder mehr Patienten in einem Raum zusammengepfercht waren.
Es ging ihm nicht gut, aber er kam bald wieder zu sich.
Über Jesus und den Glauben mochte ich nicht mehr mit ihm sprechen, es sei denn, der Anstoß dazu kam von ihm.
Viel später, als er schon lange entlassen war und es ihm wieder ganz gut ging, besuchte Manfred unsere Familie erneut zu hause. Er hatte viele Bilder von sich dabei und wir durften uns aussuchen, welches uns gefiel. Es war ein schöner Nachmittag und wir waren erleichtert, daß es ihm wieder gut ging. Er meinte, daß er einen solch schlimmen Zustand der Psychose nie wieder erleben möchte. Das verstanden wir jetzt nach dem gemeinsam Erlebten sehr gut.
Wir ahnten nicht, daß es der letzte Besuch von ihm sein würde.
Kurz darauf erhielten wir einen Anruf von Barbara, daß er sich zu hause an einem Holzbalken erhängt hatte.
Er hatte ein Lächeln im Gesicht, als sie ihn fand.

(1978) Siradj und ich auf unserem kleinen Balkon im Wohnheim

Montag, 3. September 2007

Die Erweckung fällt aus

Von
Günter J. Matthia
Mittwoch, 29. August 2007

Die Erweckung fällt aus
Don Ralfo, der zwar auf seinem Blogfoto an Van Morrison erinnert, auch Musiker ist, aber wohl doch nicht Van the Man himself, hat sich vor einiger Zeit bei allen entschuldigt, denen er jemals Erweckung angekündigt oder versprochen hat.

Ich schließe mich an, denn die Erweckung fällt aus, die so vielfältig vorhergesagte. Sie ist nicht verschoben, sondern ersatzlos gestrichen.
Mancher erwartet immer noch, dass da etwas aus dem Himmel herabregnet, was uns die Arbeit abnimmt. Statt Gebet und Zeugnis, statt Aussaat des Samens und Ernte nach mühseliger Bewässerung, soll Erweckung hereinbrechen und schwupps: Tausende bekehren sich. Feine Aussichten, sicher kommt es so, schließlich gibt es auch in unserem Land allerlei diesbezügliche Organisationen und Kommilitonen, Propheten und Trompeten, Sprecher und Zerbrecher. Wir haben all die tollen Prophetien gelesen und andächtig mit dem Kopf genickt, wenn Jahr für Jahr der große Durchbruch des Evangeliums angekündigt wurde. Stadien gefüllt mit Anbetenden, Massenversammlungen auf den Plätzen der Städte, ein Land voller Christen hat man uns vorausgesagt.
Wir sind indessen fein raus, weil wir ja nichts dafür können, dass kaum jemand den Weg zu Jesus findet. Gott könnte ja endlich mal seine Versprechen einlösen und die Erweckung schicken. Der Missionsbefehl, der uns hinausschickt zum Predigen und Heilen, Befreien und Taufen, der ist ja so alt, dass er sicher nicht mehr zeitgemäß ist. Dafür bezahlen wir ja heutzutage Pastoren und Evangelisten.

„Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen.“ (Matthäus 5, 11)

„Wenn sie euch aber verfolgen in dieser Stadt, so flieht in die andere! Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende sein, bis der Sohn des Menschen gekommen sein wird.“ (Matthäus 10, 23)

„Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen und verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, um euch vor Könige und Statthalter zu führen um meines Namens willen.“ (Lukas 21, 12)

„Gedenkt des Wortes, das ich euch gesagt habe: Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie mein Wort gehalten haben, werden sie auch das eure halten.“ (Johannes 15, 20)

Verfolgung? Schmähung? Igitt! Tod und Gefängnis? Nee nee nee! Da bleiben wir doch lieber unbehelligt in unseren kuscheligen Kirchen und Gemeinden und freuen uns auf die Erweckung, die bestimmt demnächst hereinbrechen wird. Was oft genug wiederholt wird, muss ja irgendwann zwangsläufig eintreten. Bis dahin sammeln wir Kollekten, damit es noch gemütlicher in unseren Gebäuden wird und vielleicht noch ein bezahlter Angestellter den Missionsbefehl für uns erfüllen kann. Und wir „setzen“ selbstverständlich jeden Sonntag die Erweckung „frei“. Wo bleibt sie nur?
Dem einen oder anderen schwant es schon länger: Revival is cancelled.
Allerdings machen wir, wenn wir somit resignieren, ein wenig die Rechnung ohne den Wirt.
Wenn jemand mir nachfolgen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach...

...es gibt immer mehr Christen auch in Deutschland, die das ernst nehmen. Sie lassen sich nicht anstecken vom allgemeinen Konsumverhalten, das sich darin erschöpft, Sonntags einer Predigt zuzuhören, ein paar Lieder zu singen und – großzügig wie wir sind – noch ein paar Euro in die Kollekte zu werfen. Die Erweckung ist schon längst passiert, in solchen Menschen nämlich.
Wartest du noch auf Erweckung oder bist du schon wach? Wenn du noch auf die eingangs beschriebene Erweckung wartest, wie wäre es mit einem Radiowecker? Schau mal: Erweckung
Günter J. Matthia

Samstag, 1. September 2007

Der "Domino-Effekt"

Ich schrieb heute einen Kommentar zu Helmuts Kommentar über "Herrliche Freiheit der Kinder Gottes"

@Helmut: Weißt Du überhaupt, daß es ohne Dich diesen Blog nicht gäbe? Du hast mir "Haso" empfohlen und Haso hat mich dann auf den Gedanken gebracht, auch so etwas zu machen. Wenn man das mal weiterdenkt: Du musst nur zur richtigen Zeit den Richtigen Leuten den richtigen Gedankenanstoß geben. Damit kannst Du eine Kette von Ereignissen anstoßen, die sonst so niemals entstanden wäre. Wer weiß, für welche Leute "mein" Geschreibsel jetzt ein Anstoß für irgendwelche Sachen ist? Und die geben Anderen dann widerum Gedankenanstöße und so weiter und so fort... Eine endlose Kette von fallenden Dominosteinen. Gruß+Blessings ralf

Nachdem ich mich mit Güther Jott geeinigt habe, daß die Erweckung in Deutschland ausfällt, kommen mir seit kurzem verbrecherische Gedanken, wie man das Feuer der Erweckung dennoch in Deutschland anzünden könnte.
Stell Dir vor, da ist nur EINER so richtig vom Feuer der Erweckung entflammt. Aber ich meine schon wirklich entflammt (nicht nur so tun als ob). Und dieser EINE zündet dann auch nur ZWEI andere an. Diese Zwei widerum würden jeder zwei andere anzünden und so weiter und so fort....
Deutschland würde es vor Hitze binnen kurzem gar nicht mehr aushalten und überall die Feuerwehr rufen!